01

Grundlagen & Pathophysiologie

Die akute lymphoblastische Leukämie (ALL) ist die häufigste maligne Erkrankung im Kindesalter (~25 % aller pädiatrischen Krebserkrankungen, ~75–80 % aller kindlichen Leukämien). Sie entsteht durch klonale Transformation lymphatischer Vorläuferzellen (B- oder T-Zell-Linie) mit Blockade der Ausreifung und unkontrollierter Proliferation im Knochenmark, die die normale Hämatopoese verdrängt.

~500
Neuerkrankungen/Jahr in Deutschland (0–14 Jahre)
2–5 J.
Häufigkeitsgipfel (B-Vorläufer-ALL)
85–90 %
B-Vorläufer-ALL (vs. ~15 % T-ALL)
>85–90 %
5-Jahres-Ereignisfreies Überleben (moderne BFM-Protokolle)

Leukämogenese – Zwei-Treffer-Modell

Die Entstehung der kindlichen ALL folgt überwiegend einem Zwei-Treffer-Modell: Ein erstes pränatales Ereignis (z. B. ETV6-RUNX1-Fusion) entsteht bereits in utero in einer hämatopoetischen Vorläuferzelle und erzeugt einen prä-leukämischen Klon, der oft Jahre persistiert, ohne Krankheitswert zu haben. Ein zweiter postnataler Treffer (zusätzliche somatische Mutation, häufig getriggert durch Infektionsexposition und eine „verzögerte" Immunmodulation) führt zum manifesten Ausbruch der Leukämie – dies erklärt den Häufigkeitsgipfel im Kleinkindalter.

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Prä-leukämischer Klon

ETV6-RUNX1-Fusion oder Hyperdiploidie entsteht in utero in einer B-Vorläuferzelle; nachweisbar in Guthrie-Karten (Neugeborenen-Screening) vieler späterer ALL-Patienten – Beweis für den pränatalen Ursprung.

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Infektions-Hypothese (Greaves)

Verzögerter erster Kontakt mit Infektionserregern im ersten Lebensjahr (fehlende „Immuntrainierung", z. B. durch Kita-Besuch) begünstigt eine aberrante Immunantwort bei späterer Infektion → zweiter genetischer Treffer im prä-leukämischen Klon.

Genetische Prädisposition

Trisomie 21 (10–20-fach erhöhtes ALL-Risiko), Li-Fraumeni-Syndrom (TP53), Fanconi-Anämie, Ataxia teleangiectatica, Neurofibromatose Typ 1, ETV6-Keimbahnmutationen und Down-Syndrom-assoziierte GATA1-Mutationen prädisponieren zur ALL.

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Reifungsblockade

Fusionsgene und Transkriptionsfaktor-Mutationen (z. B. PAX5, IKZF1, EBF1) blockieren die B-/T-lymphatische Differenzierung auf einer bestimmten Reifungsstufe → Akkumulation unreifer Lymphoblasten anstelle funktionsfähiger Lymphozyten.

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Knochenmarkverdrängung

Exponentielle Blastenproliferation verdrängt die normale Hämatopoese (Erythropoese, Granulopoese, Thrombopoese) → Anämie, Neutropenie, Thrombozytopenie – Grundlage der klinischen Trias aus Blässe, Infektanfälligkeit und Blutungsneigung.

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Extramedulläre Ausbreitung

Blasten infiltrieren über die Blutbahn Leber, Milz, Lymphknoten, ZNS (Meningen) und bei T-ALL häufig das Mediastinum (Thymus) → Hepatosplenomegalie, Lymphadenopathie, ZNS-Symptome, obere Einflussstauung.

Immunologische Subtypen (WHO 2022)

SubtypAnteilImmunphänotypCharakteristika
Common-ALL (cALL)~60–65 %CD10+, CD19+, CD79a+, TdT+, cytCD22+; sIg−Häufigster Subtyp; Häufigkeitsgipfel 2–5 Jahre; oft ETV6-RUNX1 oder Hyperdiploidie; günstige Prognose
Prä-B-ALL~15–20 %Wie cALL + zusätzlich zytoplasmatisches IgM (cytIgµ+)Reifere B-Vorläuferstufe; häufig TCF3-PBX1 (t(1;19)); intermediäres Risiko
Pro-B-ALL (früh)~5 %CD19+, CD79a+, TdT+; CD10−Unreifste B-Linie; bei Säuglingen häufig KMT2A(MLL)-Rearrangement; ungünstige Prognose bei Säuglings-ALL
Reife B-ALL (Burkitt-Typ)~2–3 %sIgM+ (Oberflächen-Ig), CD19+, CD20+, CD10+MYC-Translokation t(8;14); rasches Wachstum; Therapie nach Non-Hodgkin-Lymphom-Protokoll (kurze intensive Blöcke), nicht klassisches ALL-Protokoll
T-ALL~12–15 %cytCD3+, CD7+, CD2/CD5+, TdT+; variabel CD1a, CD4/CD8Häufiger bei älteren Jungen; oft Mediastinaltumor, hohe Leukozytenzahl, ZNS-Beteiligung; NOTCH1-Mutationen (~60 %); heute meist intermediäres Risiko durch verbesserte Therapiesteuerung

Down-Syndrom-assoziierte ALL: Kinder mit Trisomie 21 haben ein 10–20-fach erhöhtes ALL-Risiko, überwiegend Common-ALL mit gutem Ansprechen, jedoch erhöhter Therapietoxizität (Methotrexat, Anthrazykline) → angepasste, risikoadaptierte Protokolle mit engmaschigem Toxizitätsmonitoring erforderlich.

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Klinische Symptome

Die Symptomatik der ALL entwickelt sich meist über Tage bis wenige Wochen und resultiert primär aus der Knochenmarkinsuffizienz (Anämie, Neutropenie, Thrombozytopenie) sowie der extramedullären Organinfiltration. Häufig zunächst unspezifisch (Müdigkeit, „grippaler Infekt"), was zu diagnostischer Verzögerung führen kann.

Knochenmarkinsuffizienz – Leitsymptome

ANÄMIE

  • Blässe (Haut, Konjunktiven)
  • Müdigkeit, Leistungsknick, Schwäche
  • Tachykardie, Belastungsdyspnoe
  • Kopfschmerzen, Schwindel

THROMBOZYTOPENIE

  • Petechien, Hämatome (spontan, disproportional)
  • Schleimhautblutungen (Epistaxis, Zahnfleischbluten)
  • Verlängerte Blutung nach Bagatelltraumen
  • Selten: schwere Blutungen (ZNS, gastrointestinal)

NEUTROPENIE / GRANULOZYTOPENIE

  • Rezidivierende oder persistierende Infekte
  • Fieber unklarer Genese (häufig Erstsymptom)
  • Angina, Stomatitis, Otitis therapierefraktär
  • Sepsis-Risiko bei febriler Neutropenie

KNOCHEN-/GELENKSCHMERZEN

  • Extremitätenschmerzen, v. a. nachts (Kind will nicht laufen!)
  • Gelenkschwellungen (Verwechslung mit juveniler Arthritis)
  • Hinken, Verweigerung des Laufens (Kleinkinder)
  • Pathologische Frakturen (selten)

Extramedulläre Manifestationen

OrgansystemManifestationHäufigkeitKlinische Bedeutung
Leber / MilzHepatosplenomegalie durch Blasteninfiltration; meist mäßiggradig, selten schmerzhaft60–70 %Wichtiger klinischer Hinweis; DD zu viralen Infekten (EBV, CMV)
LymphknotenGeneralisierte, meist schmerzlose Lymphadenopathie (zervikal, axillär, inguinal)50–60 %DD infektiöse Lymphadenitis, Lymphom
Mediastinum (v. a. T-ALL)Thymus-/Mediastinaltumor; kann obere Einflussstauung, Trachealkompression, Pleuraerguss verursachen~50 % bei T-ALLOnkologischer Notfall bei Atemwegskompression – Vorsicht bei Sedierung/Narkose!
ZNSKopfschmerzen, Erbrechen, Hirnnervenausfälle (v. a. N. VI, VII), Meningismus, selten Papillenödem3–5 % bei Diagnose (ZNS-Befall)Liquorpunktion mit Zytospin obligat vor Erstbehandlung (Cave: bei Blutbeimengung „traumatische LP")
Hoden (Jungen)Schmerzlose, meist einseitige Hodenschwellung durch Blasteninfiltration1–2 % bei DiagnoseSanktuarium für Rezidive; klinische Kontrolle im Verlauf wichtig
HautLeukämide (bläulich-rote Knötchen), „Blueberry-Muffin-Baby" bei kongenitaler Leukämie (Säuglinge)seltenBei Säuglings-ALL mit KMT2A-Rearrangement typisch
Onkologischer Notfall 1

Hyperleukozytose

Leukozyten >100.000/µl (v. a. bei T-ALL) → Leukostase-Risiko (ZNS-Blutung, Lungenfunktionsstörung). Sofortige Hydrierung, ggf. Leukapherese/Austauschtransfusion vor Chemotherapiebeginn erwägen.

Onkologischer Notfall 2

Tumorlysesyndrom (TLS)

Bei hoher Tumorlast/Zellzerfall: Hyperkaliämie, Hyperphosphatämie, Hyperurikämie, Hypokalzämie → akutes Nierenversagen, Herzrhythmusstörungen. Prophylaxe: Hyperhydrierung, Rasburicase/Allopurinol vor Therapiestart.

Onkologischer Notfall 3

Mediastinale Raumforderung

Bei T-ALL mit großem Mediastinaltumor: Gefahr der akuten Atemwegs-/Gefäßkompression, insbesondere unter Sedierung oder Flachlagerung – Diagnostik und Erstmaßnahmen in sitzender Position, interdisziplinäre Absprache mit Anästhesie.

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Diagnostik

Die Diagnose der ALL beruht auf dem Goldstandard Knochenmarkpunktion mit Zytomorphologie, Immunphänotypisierung (Durchflusszytometrie), Zytogenetik und Molekulargenetik. Die vollständige Diagnostik muss vor Therapiebeginn abgeschlossen sein, da sie die risikoadaptierte Therapiestratifizierung bestimmt.

  1. Anamnese & KlinikSymptomdauer und -charakter: B-Symptomatik (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust), Blutungszeichen, Knochenschmerzen, Infektanfälligkeit; Familienanamnese (genetische Prädispositionssyndrome); körperliche Untersuchung: Blässe, Petechien/Hämatome, Hepatosplenomegalie, Lymphadenopathie, Hodenpalpation (Jungen), neurologischer Status.
  2. Basislabor & BlutbildDifferentialblutbild: häufig Anämie, Thrombozytopenie, variable Leukozytenzahl (von Leukopenie bis Hyperleukozytose >100.000/µl); Blasten im peripheren Blutausstrich (nicht immer vorhanden – „aleukämische" ALL möglich!). Zusätzlich: LDH↑ (Zellumsatz-Marker), Harnsäure↑, Elektrolyte (Kalium, Phosphat, Kalzium – TLS-Screening), Gerinnung, Blutgruppe, Leber-/Nierenwerte, CRP.
  3. Knochenmarkpunktion (Goldstandard)Aspiration aus Beckenkamm (hinterer, bei Kleinkindern ggf. vorderer); Diagnosekriterium: ≥25 % lymphatische Blasten im Knochenmark (FAB/WHO). Zytomorphologie (May-Grünwald-Giemsa-Färbung), Zytochemie (Peroxidase negativ zur Abgrenzung AML), Immunphänotypisierung mittels Durchflusszytometrie (B- vs. T-Linien-Marker, Reifungsstadium), Zytogenetik (Karyogramm, FISH) und molekulargenetische Diagnostik (RT-PCR, NGS-Panel) aus derselben Punktion.
  4. LiquordiagnostikLumbalpunktion mit Zytospin-Präparation obligat vor Therapiebeginn zur ZNS-Status-Bestimmung (ZNS1: keine Blasten; ZNS2: <5/µl Zellen mit Blasten; ZNS3: ≥5/µl Zellen mit Blasten oder klinische ZNS-Symptomatik). Erste Lumbalpunktion erfolgt meist bereits intrathekal-therapeutisch (Methotrexat) kombiniert mit Diagnostik.
  5. Bildgebung & weitere DiagnostikRöntgen-Thorax: obligat zum Ausschluss/Nachweis eines Mediastinaltumors (v. a. T-ALL) vor Sedierung/Narkose. Abdomensonographie: Beurteilung von Hepatosplenomegalie, Nieren (Infiltration), retroperitonealen Lymphknoten. Echokardiographie: Baseline vor Anthrazyklin-Therapie (Kardiotoxizität). Ggf. Hodensonographie bei klinischem Verdacht.

Diagnosekriterien nach WHO/FAB

KriteriumDefinitionMethodeBedeutung
Blastenanteil≥20 % (WHO) bzw. traditionell ≥25 % (FAB) lymphatische Blasten im KnochenmarkZytomorphologieDiagnosestellendes Kriterium; Abgrenzung zu MDS/Präleukämie
ImmunphänotypTdT+, CD19/CD79a/CD22 (B-Linie) bzw. cytCD3/CD7 (T-Linie); Reifungsstadium (Pro-B bis reife B, früh-T bis reife T)Durchflusszytometrie (FACS)Linienzuordnung + Subtypisierung; Grundlage für Risikoklassen
ZytogenetikPloidie (Hyper-/Hypodiploidie), strukturelle Aberrationen (Translokationen)Karyogramm, FISHRisikostratifizierung (z. B. Hyperdiploidie günstig, KMT2A ungünstig)
MolekulargenetikFusionsgene (ETV6-RUNX1, BCR-ABL1, TCF3-PBX1, KMT2A-Rearrangements), Genexpressionsprofile (z. B. Ph-like ALL)RT-PCR, FISH, NGSTherapiestratifizierung; Zielstruktur für TKI bei BCR-ABL1+ ALL
MRD (Tag 15/33)Nachweis residualer Blasten mittels PCR (Ig/TCR-Rearrangements) oder Durchflusszytometrie unterhalb der zytomorphologischen NachweisgrenzeRQ-PCR, Multiparameter-FACSStärkster unabhängiger Prognosefaktor; steuert Therapieintensität

Vorsicht bei Steroid-Vorbehandlung: Eine Glukokortikoid-Gabe (z. B. bei Verdacht auf „Infekt" oder Autoimmunerkrankung) vor gesicherter ALL-Diagnose kann die Blastenmorphologie verändern, das Ansprechen auf die spätere Prednison-Vortestphase verfälschen und die Diagnosestellung erschweren. Bei unklarer Zytopenie/Organomegalie sollte vor jeder Steroidgabe eine hämatologische Abklärung erfolgen.

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Molekulargenetische Grundlagen

Die kindliche ALL ist molekulargenetisch stark heterogen. Rekurrente chromosomale Aberrationen und Fusionsgene definieren distinkte biologische Subgruppen mit unterschiedlicher Prognose und sind zentraler Bestandteil der modernen WHO-Klassifikation und Risikostratifizierung.

Zentrale onkogene Mechanismen

~25 %

ETV6-RUNX1 (t(12;21))

Häufigste Fusion bei B-Vorläufer-ALL des Kindesalters; kryptische Translokation (nur mittels FISH/PCR nachweisbar, im Karyogramm meist unauffällig); RUNX1 essenziell für normale Hämatopoese – Fusion blockiert Differenzierung. Sehr gute Prognose, hohe Chemosensitivität.

~3–5 %

BCR-ABL1 (t(9;22), Philadelphia)

Konstitutiv aktive Tyrosinkinase (p190-Fusionsprotein bei ALL); früher Hochrisiko-Marker mit schlechter Prognose, durch Einführung von Tyrosinkinase-Inhibitoren (Imatinib, Dasatinib) in Kombination mit Chemotherapie heute deutlich verbesserte Prognose.

~5–8 %

KMT2A(MLL)-Rearrangements

Über 80 verschiedene Fusionspartner möglich (z. B. AFF1/AF4 bei t(4;11)); besonders häufig und prognostisch ungünstig bei Säuglings-ALL (<1 Jahr); assoziiert mit Hyperleukozytose, ZNS-Befall und Chemotherapieresistenz.

Zytogenetische & molekulare Subgruppen – Risikorelevanz

Aberration / LocusHäufigkeitFunktion / MechanismusPrognostische Bedeutung
Hyperdiploidie (>50 Chr.)~25 % (B-ALL)Numerische Chromosomenaberration mit Gewinn ganzer Chromosomen (v. a. 4, 10, 17, 21); erhöhte Methotrexat-Akkumulation in Blasten durch vermehrte Folat-Rezeptor-Expression → höhere ChemosensitivitätGünstig
ETV6-RUNX1 t(12;21)~25 %Kryptische Translokation; RUNX1 (AML1) ist Master-Transkriptionsfaktor der Hämatopoese; Fusionsprotein wirkt dominant-negativ auf normale RUNX1-Zielgene → DifferenzierungsblockGünstig
TCF3-PBX1 t(1;19)~5 %E2A-PBX1-Fusionsprotein; aberranter Homeobox-Transkriptionsfaktor-Komplex; assoziiert mit Prä-B-ALL-Phänotyp (cytIgµ+)Intermediär (früher ungünstig, heute durch Intensivierung gut kontrollierbar)
BCR-ABL1 t(9;22)~3–5 %Philadelphia-Chromosom; konstitutiv aktive ABL1-Tyrosinkinase treibt unkontrollierte Proliferation über RAS/MAPK- und PI3K/AKT-SignalwegeHochrisiko (deutlich verbessert durch TKI-Kombinationstherapie)
KMT2A(MLL)-Rearrangement~5–8 % (bei Säuglingen >70 %)Histon-Methyltransferase-Gen; Fusion mit >80 Partnergenen → aberrante epigenetische Aktivierung von HOX-Genen → Differenzierungsblock auf sehr früher StufeHochrisiko, besonders bei Säuglings-ALL
iAMP21~2 %Intrachromosomale Amplifikation von Chromosom 21 (mehrere Kopien RUNX1-Region); meist bei älteren Kindern mit initial niedriger LeukozytenzahlUngünstig ohne Therapieintensivierung
Hypodiploidie (<44 Chr.)~1–2 %Chromosomenverlust; oft assoziiert mit TP53-Keimbahn- oder somatischen Mutationen (Near-Haploidie); genomische InstabilitätHochrisiko
NOTCH1 / FBXW7 (T-ALL)~60 % der T-ALLNOTCH1-Gain-of-Function-Mutationen aktivieren konstitutiv den NOTCH-Signalweg (zentral für normale T-Zell-Entwicklung); FBXW7-Mutationen verhindern NOTCH1-Proteinabbau → verstärkte SignalaktivitätBei T-ALL eher günstiger (besseres Therapieansprechen)
Ph-like ALL (BCR-ABL1-ähnlich)~10–15 % (v. a. ältere Kinder/Adoleszente)Genexpressionsprofil ähnlich BCR-ABL1+ ALL, aber ohne klassisches Philadelphia-Chromosom; stattdessen andere Kinase-aktivierende Alterationen (z. B. CRLF2, ABL-Klasse-Fusionen, JAK2)Ungünstig; potenziell TKI-sensitiv je nach Alteration
IKZF1-Deletion~15 % (B-ALL)IKZF1 (Ikaros) ist zentraler Transkriptionsfaktor der B-Zell-Differenzierung; Deletion/Funktionsverlust → gestörte Ausreifung, häufig gemeinsam mit Ph-like-Signatur und CRLF2-AlterationenUngünstig, unabhängiger Risikofaktor

Ph-like ALL – klinische Relevanz: Diese Untergruppe zeigt trotz Fehlens des klassischen BCR-ABL1-Fusionsgens ein ähnlich aggressives biologisches Verhalten und ein erhöhtes Rezidivrisiko. Molekulare Subklassifikation mittels RNA-Sequenzierung erlaubt die Identifikation therapierbarer Kinase-Alterationen, die einen Einsatz von Tyrosinkinase-Inhibitoren analog zur BCR-ABL1+ ALL rechtfertigen können.

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Molekulargenetische Diagnostik & MRD

Über die initiale Diagnosesicherung hinaus ist die Verlaufsdiagnostik mittels Minimal Residual Disease (MRD) zentraler Bestandteil der modernen ALL-Therapiesteuerung. Sie erlaubt die Quantifizierung von Leukämiezellen weit unterhalb der mikroskopischen Nachweisgrenze und ist der stärkste unabhängige Prognosefaktor.

MRD-Messzeitpunkte im AIEOP-BFM-ALL-Protokoll: Standardisierte Messung an Tag 15 (frühes Ansprechen, Knochenmark) und Tag 33 (Ende Induktion) sowie ggf. Woche 12. Die MRD-Last an diesen Zeitpunkten definiert gemeinsam mit Zytogenetik und initialer Leukozytenzahl die endgültige Risikogruppe und damit die Therapieintensität.

MethodeDurchführung / NachweisgrenzeIndikation bei ALL
RQ-PCR (Ig/TCR-Rearrangements)Patientenspezifische klonale Ig/TCR-Genumlagerungen als molekularer „Fingerabdruck"; Nachweisgrenze bis 10⁻⁴–10⁻⁵Goldstandard-MRD-Methode im BFM-Protokoll; erfordert initiale Klon-Identifikation aus Diagnosematerial
Multiparameter-DurchflusszytometrieNachweis aberranter Antigenkombinationen (leukämie-assoziierter Immunphänotyp); Nachweisgrenze ca. 10⁻⁴Schnellere Verfügbarkeit als PCR; wichtig bei fehlendem molekularen Marker
FISHNachweis spezifischer Fusionsgene/Aberrationen an Interphase-KernenErgänzend bei bekannter struktureller Aberration (z. B. BCR-ABL1, KMT2A) zur Verlaufskontrolle
NGS-Panel / RNA-SequenzierungUmfassende Erfassung von Fusionsgenen, Punktmutationen und Genexpressionsprofilen (z. B. Ph-like-Signatur)Zunehmend Standard zur Identifikation therapierbarer Alterationen und seltener Hochrisiko-Subgruppen
Prednison-VortestansprechenKlinisches Ansprechen (periphere Blastenreduktion) nach 7-tägiger Prednison-Monotherapie + einer intrathekalen Methotrexat-GabeKlassischer klinischer Frühmarker; „Prednison-Poor-Response" (≥1000 Blasten/µl an Tag 8) als historischer Hochrisikofaktor, heute durch MRD ergänzt/abgelöst

MRD-Risikogruppen (vereinfacht nach AIEOP-BFM): MRD-Standardrisiko – MRD negativ an Tag 15 und 33; MRD-Intermediärrisiko – positiv an Tag 15, aber negativ oder niedrig-positiv an Tag 33; MRD-Hochrisiko – MRD ≥10⁻³ an Tag 33 oder Persistenz auf hohem Niveau. Die Hochrisikogruppe wird intensiviert (zusätzliche Blöcke, ggf. allogene Stammzelltransplantation in erster Remission) behandelt.

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Differenzialdiagnose

Die klinische Präsentation der ALL ist zu Beginn oft unspezifisch und überlappt mit häufigen benignen und anderen malignen Erkrankungen des Kindesalters. Eine zeitnahe hämatologische Abklärung bei persistierender Zytopenie, Organomegalie oder unklaren Knochenschmerzen ist essenziell, um eine diagnostische Verzögerung zu vermeiden.

DifferenzialdiagnoseUnterscheidungsmerkmaleAbklärung
Akute myeloische Leukämie (AML)Zytomorphologie (Auer-Stäbchen), Peroxidase-positiv, andere Immunphänotyp-Marker (CD13, CD33, MPO)Immunphänotypisierung, Zytochemie obligat zur Abgrenzung
Aplastische AnämiePanzytopenie ohne Organomegalie oder Blasten; hypozelluläres, „leeres" Knochenmark statt BlasteninfiltrationKnochenmarkbiopsie (Zellularität), keine Blastenvermehrung
Infektiöse Mononukleose (EBV)Atypische Lymphozyten statt Blasten, Fieber, Tonsillitis, positive EBV-Serologie; Hepatosplenomegalie ähnlich, aber Blutbild andersEBV-Serologie/PCR, Blutausstrich-Morphologie
Juvenile idiopathische Arthritis (JIA)Gelenkschmerzen/-schwellung ohne Zytopenie; cave: ALL kann JIA vortäuschen (Knochenschmerzen, Hinken) – Blutbild vor Steroidgabe obligat!Differentialblutbild, LDH, ggf. Knochenmarkpunktion bei Diskrepanz Klinik/Labor
Non-Hodgkin-LymphomPrimär extramedulläre Manifestation (Lymphknoten, Mediastinum, Abdomen) mit <25 % Knochenmarkblasten; T-lymphoblastisches Lymphom biologisch nahezu identisch zur T-ALLKnochenmarkbeteiligung quantifizieren; Abgrenzung ALL vs. Lymphom anhand Blastenanteil im KM (WHO-Konvention)
Immunthrombozytopenie (ITP)Isolierte Thrombozytopenie ohne Anämie/Leukozytenveränderung, normales Knochenmark bei Punktion (falls durchgeführt)Cave: vor Steroidtherapie bei vermuteter ITP Blutbild + ggf. Knochenmarkpunktion zum ALL-Ausschluss
Osteomyelitis / Ewing-SarkomLokalisierte Knochenschmerzen mit Entzündungszeichen bzw. Raumforderung; meist ohne PanzytopenieBildgebung (Röntgen, MRT), Blutbild zur Abgrenzung systemischer Beteiligung
Aplastische Krise bei konstitutionellen SyndromenFanconi-Anämie, andere Knochenmarkversagenssyndrome – Panzytopenie ohne Blasten, häufig FehlbildungenChromosomenbrüchigkeitstest (Fanconi), Knochenmarkmorphologie

Diagnostische Falle „Steroid-Vorbehandlung": Kinder mit unklaren Gelenk-/Knochenschmerzen und Zytopenie werden gelegentlich empirisch mit Kortikosteroiden behandelt (Verdacht auf JIA oder ITP). Da ALL-Blasten hochsensibel auf Steroide ansprechen, kann dies vorübergehend Symptome und Blutbild „maskieren" und die spätere Diagnose sowie die prognostisch relevante Prednison-Vortestbewertung verfälschen. Grundsatz: Vor jeder Steroidgabe bei unklarer Zytopenie/Organomegalie hämatologisches Konsil und Blutausstrich.

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Therapie

Die Behandlung der kindlichen ALL erfolgt risikoadaptiert im Rahmen multizentrischer Studienprotokolle (in Deutschland/Österreich/Schweiz: AIEOP-BFM-ALL). Die Gesamttherapiedauer beträgt in der Regel ca. 2 Jahre und gliedert sich in mehrere aufeinanderfolgende Phasen mit unterschiedlicher Intensität.

Risikostratifizierung

Standardrisiko (SR)

Günstige Prognosefaktoren

MRD-negativ Tag 15 + 33; Alter 1–<6 Jahre; Leukozyten <20.000/µl bei Diagnose; günstige Zytogenetik (ETV6-RUNX1, Hyperdiploidie); gutes Prednison-Ansprechen; kein ZNS-/Hodenbefall.

Intermediärrisiko (IR)

Größte Patientengruppe

MRD-positiv Tag 15, aber gutes Ansprechen bis Tag 33; Alter/Leukozytenwerte außerhalb SR-Kriterien; T-ALL ohne Hochrisikomerkmale; keine der definierten Hochrisikoaberrationen.

Hochrisiko (HR)

Ungünstige Prognosefaktoren

MRD ≥10⁻³ an Tag 33 oder Nicht-Ansprechen; KMT2A-Rearrangement bei Säuglingen; Hypodiploidie; Prednison-Poor-Response; primäres Therapieversagen → Intensivierung, ggf. allogene Stammzelltransplantation in 1. Remission.

Protokollphasen (AIEOP-BFM-ALL, vereinfacht)

Induktion (Protokoll I)~8 Wochen
Konsolidierung (Protokoll M/mM)~8–10 Wochen
Reinduktion (Protokoll II/III)~7 Wochen
Erhaltungstherapie~18 Monate
  1. Phase 1Induktion – Protokoll I

    Ziel: Erreichen einer kompletten Remission (<5 % Blasten im KM). Elemente: Vincristin, Kortikosteroid (Prednison oder Dexamethason), Asparaginase, Anthrazyklin (Daunorubicin) über ca. 4 Wochen (Protokoll IA), gefolgt von Cyclophosphamid, Cytarabin und 6-Mercaptopurin (Protokoll IB). Begleitend intrathekale Methotrexat-Gaben zur ZNS-Prophylaxe. Prednison-Vortestphase (Tag 1–7) zur frühen Ansprechbeurteilung.

  2. Phase 2Konsolidierung – Protokoll M / mM

    Ziel: Konsolidierung der Remission, Elimination residualer Blasten, ZNS-Prophylaxe. Elemente: Hochdosis-Methotrexat (mit Leukovorin-Rescue) in mehreren Kursen, begleitet von 6-Mercaptopurin und intrathekaler Therapie. Bei Hochrisiko-Patienten zusätzliche intensivierte HR-Blöcke mit Hochdosis-Cytarabin, Hochdosis-Methotrexat und Asparaginase im Wechsel.

  3. Phase 3Reinduktion – Protokoll II / III

    Ziel: Erneute Intensivierung zur Elimination resistenter Klone, Reduktion des Rezidivrisikos. Elemente: Analog zur Induktion mit Vincristin, Dexamethason, Anthrazyklin, Asparaginase, gefolgt von Cyclophosphamid, Cytarabin, Thioguanin. Bestrahlung des Schädels (kraniale Radiotherapie) nur noch bei ausgewählten Hochrisiko-Situationen mit initialem ZNS3-Befall, da moderne intrathekale/systemische Protokolle die Notwendigkeit deutlich reduziert haben.

  4. Phase 4Erhaltungstherapie

    Ziel: Langfristige Elimination minimaler Resterkrankung bis zum Therapieende (Gesamtdauer ca. 2 Jahre ab Diagnose). Elemente: Tägliches orales 6-Mercaptopurin + wöchentliches Methotrexat, angepasst nach Blutbild (Zielbereich Leukozyten). Regelmäßige intrathekale Gaben je nach initialem Risiko. Engmaschige ambulante Kontrollen.

  5. SonderfallHochrisiko / Rezidiv / Stammzelltransplantation

    Indikation zur allogenen Stammzelltransplantation (1. Remission): definierte Hochrisikokonstellationen (z. B. sehr schlechtes MRD-Ansprechen, bestimmte Hochrisiko-Zytogenetik, Therapieversagen). BCR-ABL1+ ALL: zusätzliche Gabe eines Tyrosinkinase-Inhibitors (Imatinib/Dasatinib) parallel zur Chemotherapie. Rezidivtherapie: intensivierte Reinduktionsprotokolle, ggf. Immuntherapien (Blinatumomab, CAR-T-Zell-Therapie, Inotuzumab Ozogamicin) und konsolidierende Stammzelltransplantation.

Supportivtherapie: Zentral für den Therapieerfolg sind Infektionsprophylaxe (Pneumocystis-jirovecii-Prophylaxe mit Cotrimoxazol, ggf. antimykotische/antivirale Prophylaxe), konsequentes Management der febrilen Neutropenie, Transfusionsmanagement (Erythrozyten-/Thrombozytenkonzentrate, bestrahlt und leukozytendepletiert), Tumorlyseprophylaxe zu Therapiebeginn sowie psychosoziale Begleitung von Kind und Familie über den gesamten Therapieverlauf.

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Experten & Zentren

Die Behandlung der kindlichen ALL erfolgt ausschließlich an spezialisierten kinderonkologischen Zentren im Rahmen der AIEOP-BFM-ALL-Studiengruppe. Nachfolgend eine Auswahl relevanter Expert:innen und Institutionen im deutschsprachigen Raum.

🇩🇪 Deutschland
Prof. Dr. Martin Schrappe
Pädiatrische Hämatologie/Onkologie
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
KIEL
Langjährige Studienleitung ALL-BFM; Risikostratifizierung; MRD-Diagnostik; internationale AIEOP-BFM-ALL-Kooperation; Therapieoptimierungsstudien
ALL-BFM StudienleitungMRD-Forschung
Prof. Dr. Martin Zimmermann
Biostatistik / Studienzentrale ALL-BFM
Medizinische Hochschule Hannover
HANNOVER
Statistische Auswertung ALL-BFM-Studien; Risikoklassifikations-Modelle; Langzeit-Follow-up-Daten; Studienzentrale Kinderonkologie
StudienzentraleBiostatistik
Prof. Dr. Andishe Attarbaschi
Pädiatrische Hämatologie/Onkologie
St. Anna Kinderspital / vormals auch Deutschland-Kooperation
WIEN (D-A-CH-Kooperation)
Non-Hodgkin-Lymphom- und ALL-Grenzbereich; reife B-ALL; internationale Studienkooperation BFM-Gruppe
Reife B-ALL / NHLBFM-Gruppe
Prof. Dr. Gunnar Cario
Pädiatrische Hämatologie/Onkologie / Molekulargenetik
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
KIEL
Molekulare Diagnostik der ALL; Ph-like ALL; genetische Subgruppenanalyse; Referenzlabor ALL-BFM
Molekulare DiagnostikPh-like ALL
GPOH – ALL-BFM Referenzlabore
Nationales Referenznetzwerk
Diverse universitäre Referenzzentren (u. a. Kiel, Hannover, Frankfurt)
DEUTSCHLAND
Zentrale Immunphänotypisierung, Zytogenetik, MRD-Referenzdiagnostik; Qualitätssicherung der ALL-BFM-Studien; Datenmanagement
ReferenzdiagnostikQualitätssicherung
🇦🇹 Österreich
Prof. Dr. Georg Mann
Pädiatrische Hämatologie/Onkologie
St. Anna Kinderspital, Wien
WIEN
ALL-Studienkoordination Österreich (AIEOP-BFM-ALL); Säuglings-ALL; internationale Studiengruppen-Leitungsgremien; MRD-basierte Risikostratifizierung
AIEOP-BFM-ALL ATSäuglings-ALL
Prof. Dr. Helmut Gadner
Pädiatrische Hämatologie/Onkologie (emeritiert)
St. Anna Kinderspital, Wien
WIEN
Mitbegründer und langjährige Leitung der BFM-Studiengruppe international; Aufbau St. Anna Kinderspital als kinderonkologisches Referenzzentrum
BFM-MitbegründerSt. Anna Kinderspital
CCRI – Children's Cancer Research Institute
Translationale Forschung Kinderonkologie
St. Anna Kinderkrebsforschung, Wien
WIEN
Grundlagenforschung ALL-Biologie; MRD-Methodenentwicklung; Ph-like ALL; präklinische Testung neuer Substanzen; enge Anbindung an St. Anna Kinderspital
Translationale ForschungMRD-Methodik
🇨🇭 Schweiz
Prof. Dr. Jean-Pierre Bourquin
Pädiatrische Onkologie / Leukämieforschung
Universitäts-Kinderspital Zürich
ZÜRICH
Präklinische ALL-Forschung (PDX-Modelle); Rezidivbiologie; Schweizer Beteiligung an AIEOP-BFM-ALL; SPOG-Kooperation
RezidivbiologiePDX-Modelle
SPOG – Swiss Pediatric Oncology Group
Nationale Studienkooperation Schweiz
SPOG-Netzwerk, koordiniert u. a. über Bern/Zürich
BERN / ZÜRICH
Schweizerische Beteiligung an internationalen ALL-Studien; nationales Kinderkrebsregister; Qualitätssicherung; Langzeit-Follow-up-Programme
SPOG-NetzwerkKinderkrebsregister

Fachgesellschaften & Ressourcen: GPOH – Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie · AIEOP-BFM-ALL – internationale Studiengruppe · kinderkrebsinfo.de – Patienten-/Elterninformation · Deutsches Kinderkrebsregister (DKKR), Mainz · SIOP – International Society of Paediatric Oncology · SPOG – Swiss Pediatric Oncology Group · St. Anna Kinderkrebsforschung (CCRI), Wien