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Grundlagen & Pathophysiologie

Primäre Immundefekte (PID), international als Inborn Errors of Immunity (IEI) bezeichnet, umfassen mehr als 485 genetisch definierte Erkrankungen, bei denen einzelne oder mehrere Komponenten des angeborenen oder erworbenen Immunsystems gestört sind. Die Folge ist eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen, aber auch für Autoimmunität, Autoinflammation, Allergie und maligne Erkrankungen.

Klassifikation der primären Immundefekte (IUIS 2022)

Kombinierte ImmundefekteSCID · CID · Syndromale Formen
AntikörpermangelXLA · CVID · Hyper-IgM
PhagozytendefekteCGD · LAD · Neutropenien
KomplementdefekteC1-INH · C5–C9
ImmundysregulationIPEX · HLH · ALPS
>485
Bekannte monogene Immundefekt-Gene (IUIS-Klassifikation 2022)
1:10.000
Geschätzte Häufigkeit schwerer PID insgesamt (Lebendgeburten)
1:58.000
Inzidenz SCID (Screening-Daten USA/Europa)
~70 %
Aller PID sind Antikörpermangel-Syndrome (häufigste Gruppe)

Wichtigste Krankheitsentitäten im Überblick

ErkrankungDefekt / GenLeitbefundErbgang
SCID (Severe Combined Immunodeficiency)IL2RG, JAK3, RAG1/2, ADA, IL7R u.a. (>20 Gene)T-Zellen fehlend/stark vermindert; oft auch B- und NK-Zell-Defekt; kein ThymusschattenX-chromosomal (IL2RG) oder autosomal-rezessiv
X-chrom. Agammaglobulinämie (M. Bruton)BTK (Bruton-Tyrosinkinase)Fehlende B-Zellen; alle Ig-Klassen stark erniedrigt; Jungen betroffenX-chromosomal-rezessiv
CVID (Common Variable Immunodeficiency)Meist polygen/unklar; TACI, ICOS, CD19 bei TeilgruppeIgG + IgA (± IgM) erniedrigt; schlechte Impfantwort; rezidivierende Sinopulmonale InfekteMeist sporadisch, selten monogen
DiGeorge-Syndrom (22q11.2-Deletion)TBX1 (22q11.2-Mikrodeletion)Thymushypoplasie/-aplasie, Herzfehler, Hypokalzämie, GaumenspalteMeist de novo; autosomal-dominant
Wiskott-Aldrich-SyndromWAS-GenTrias: Thrombozytopenie (kleine Thrombos) + Ekzem + rezidivierende InfekteX-chromosomal-rezessiv
Chronische Granulomatose (CGD)CYBB, CYBA, NCF1/2/4 (NADPH-Oxidase)Fehlende oxidative Killing-Funktion der Granulozyten; katalase-positive ErregerX-chromosomal (65 %) oder autosomal-rezessiv
Leukozytenadhäsionsdefekt (LAD)ITGB2 (LAD-I), SLC35C1 (LAD-II), Kindlin-3 (LAD-III)Fehlende Leukozytenmigration; Nabelschnur-Persistenz; Leukozytose ohne EiterbildungAutosomal-rezessiv
Hyper-IgE-Syndrom (Job-Syndrom)STAT3 (autosomal-dominant), DOCK8 (autosomal-rezessiv)Ekzem + rez. Abszesse + Pneumonien + IgE massiv erhöht; Skelett-/ZahnauffälligkeitenAD (STAT3) oder AR (DOCK8)
Hereditäres Angioödem (C1-INH-Mangel)SERPING1 (C1-Esterase-Inhibitor)Rezidivierende Angioödeme ohne Urtikaria; Bauchschmerz-Attacken; Larynxödem-RisikoAutosomal-dominant

Pathophysiologische Grundlagen

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Gestörte Lymphopoese

Bei SCID führt der genetische Defekt (z.B. IL2RG, ADA, RAG1/2) zu einem Entwicklungsblock der T-Zellen im Thymus, oft begleitet von B- und/oder NK-Zell-Defekten. Ohne funktionelle T-Zellen fehlt die zentrale Steuerung der adaptiven Immunantwort – lebensbedrohliche Infektionen ab den ersten Lebensmonaten sind die Folge.

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B-Zell-Reifungsstörung

Bei XLA blockiert der BTK-Defekt die Signaltransduktion des Prä-B-Zell-Rezeptors → B-Zellen reifen nicht über das Pro-B-Zell-Stadium hinaus → keine Plasmazellen, keine Antikörperproduktion. Bei CVID liegt meist eine spätere Reifungsstörung mit gestörter Differenzierung zu Gedächtnis-B-Zellen und Plasmazellen vor.

NADPH-Oxidase-Defekt

Bei CGD fehlt die funktionelle NADPH-Oxidase in Phagozyten → kein "oxidative burst" → aufgenommene Erreger (v.a. katalase-positive Bakterien und Pilze) können nicht abgetötet werden → Bildung von Granulomen als Kompensationsversuch des Immunsystems.

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Thymus-Organogenese-Defekt

Bei DiGeorge-Syndrom führt die 22q11.2-Deletion (TBX1-Haploinsuffizienz) zu einer gestörten Entwicklung der 3. und 4. Schlundtasche → Thymushypoplasie/-aplasie + Nebenschilddrüsen-Hypoplasie → T-Zell-Defizit variablen Ausmaßes + Hypokalzämie.

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Zytoskelett-Dysregulation

Bei Wiskott-Aldrich-Syndrom reguliert das WASP-Protein die Aktin-Polymerisation in hämatopoetischen Zellen. Der Funktionsverlust stört Zellmotilität, Immunsynapsen-Bildung und Thrombozyten-Reifung → kleine, dysfunktionale Thrombozyten + gestörte Immunzellfunktion.

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Adhäsionsmolekül-Defekt

Bei LAD-I fehlt CD18 (β2-Integrin-Untereinheit) auf Leukozyten → Neutrophile können nicht am Gefäßendothel adhärieren und ins Gewebe auswandern → trotz massiver Blutleukozytose keine Eiterbildung an Infektionsherden, verzögerte Wundheilung, Nabelschnur-Persistenz.

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Klinische Symptome

Das Leitsymptom aller PID ist die erhöhte, oft ungewöhnliche Infektanfälligkeit – bezüglich Häufigkeit, Schwere, Erregerspektrum oder Chronizität. Zusätzlich können Autoimmunität, chronische Diarrhoe, Gedeihstörung und ein positiver Familienbefund richtungsweisend sein.

Die 10 Warnzeichen für primäre Immundefekte (Jeffrey-Modell-Kriterien, adaptiert)

≥4 neue Otitiden/Jahr

Rezidivierende Ohrentzündungen

Vier oder mehr neue Mittelohrentzündungen innerhalb eines Jahres, insbesondere bei Kleinkindern, sind auffällig und rechtfertigen eine immunologische Basisabklärung.

≥2 schwere Sinusitiden/Jahr

Chronisch-rezidivierende Sinusitis

Zwei oder mehr schwere Nasennebenhöhlenentzündungen pro Jahr, oft therapieresistent, sind ein klassisches Warnzeichen für Antikörpermangel.

≥2 Pneumonien/Jahr

Rezidivierende Pneumonien

Zwei oder mehr Lungenentzündungen innerhalb eines Jahres, insbesondere durch bekapselte Bakterien, sprechen für einen humoralen Immundefekt.

≥2× i.v.-Antibiotika nötig

Schwerer Infektionsverlauf

Notwendigkeit intravenöser Antibiotikatherapie zur Infektbeherrschung, mindestens zweimal, deutet auf eine unzureichende Infektabwehr hin.

Gedeihstörung

Failure to Thrive

Verzögertes Wachstum oder Gewichtsverlust im Zusammenhang mit chronischen Infekten oder Diarrhoe ist ein wichtiges pädiatrisches Warnzeichen.

Tiefe Abszesse/Hautinfektionen

Rezidivierende Haut-/Organabszesse

Wiederkehrende tiefe Haut- oder Organabszesse, insbesondere durch Staphylococcus aureus oder Aspergillus, sind typisch für Phagozytendefekte (z.B. CGD).

Persistierende orale Candidiasis

Mukokutane Candidose

Anhaltender Mundsoor jenseits des Säuglingsalters oder therapieresistente Candidiasis der Haut/Nägel weist auf einen T-Zell-Defekt hin.

Zwei tiefe Infektionen

Sepsis, Meningitis, Osteomyelitis

Zwei oder mehr schwere invasive Infektionen (Sepsis, Meningitis, septische Arthritis, Osteomyelitis) im Kindesalter sind alarmierend.

Positive Familienanamnese

PID in der Familie

Bekannter primärer Immundefekt, unklare Säuglingstodesfälle oder konsanguine Eltern in der Familie erhöhen die Vortestwahrscheinlichkeit erheblich.

Komplikation nach Lebendimpfung

Impfassoziierte Erkrankung

Disseminierte BCG-Infektion nach Impfung oder vakzine-assoziierte Poliomyelitis nach oraler Polio-Impfung sind Notfallzeichen eines schweren zellulären Immundefekts.

LEITSYMPTOME (ALLGEMEIN)

  • Ungewöhnlich häufige Infekte (Frequenz ↑)
  • Ungewöhnlich schwere Infektverläufe
  • Ungewöhnliche Erreger (opportunistisch)
  • Chronische, therapieresistente Infekte
  • Rezidivierende Fieberschübe unklarer Genese
  • Gedeihstörung / Wachstumsverzögerung
  • Chronische Diarrhoe
  • Verzögerte Abheilung der Nabelschnur

SCID – SÄUGLINGSALTER (NOTFALL)

  • Schwere Infekte ab 2.–6. Lebensmonat
  • Persistierende Candidiasis, Soor
  • Chronische Diarrhoe, Gedeihstörung
  • Interstitielle Pneumonie (PJP, viral)
  • Fehlender Thymusschatten (Röntgen-Thorax)
  • BCG-itis nach Lebendimpfung
  • Graft-versus-Host durch mütterliche T-Zellen
  • Ohne Therapie meist letal im 1. Lebensjahr

ANTIKÖRPERMANGEL (XLA/CVID)

  • Rez. bakterielle Sinopulmonale Infekte
  • Bekapselte Erreger (Pneumokokken, Hib)
  • Enterovirale Meningoenzephalitis (XLA)
  • Bronchiektasen bei Spätdiagnose
  • Autoimmunphänomene (v.a. bei CVID)
  • Splenomegalie, Lymphadenopathie (CVID)
  • Fehlende/reduzierte Tonsillen (XLA)
  • Granulomatöse Organbeteiligung (CVID)

PHAGOZYTENDEFEKTE (CGD/LAD)

  • Rezidivierende Abszesse (Haut, Leber, Lunge)
  • Lymphadenitis mit Einschmelzung
  • Invasive Aspergillose, Pilzpneumonie
  • Katalase-positive Bakterien (Staph., Serratia)
  • Granulombildung (Darm, Lunge, Harnwege)
  • Verzögerte Nabelschnurablösung (LAD)
  • Leukozytose ohne Eiterbildung (LAD)
  • Parodontitis, Zahnverlust (LAD)
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Diagnostik

Die Diagnostik erfolgt stufenweise: von einfachen Basisuntersuchungen (Blutbild, Immunglobuline) über durchflusszytometrische Lymphozyten-Subpopulationen bis hin zu funktionellen Tests und molekulargenetischer Sicherung. Das Neugeborenen-Screening auf SCID (TREC-Test) erlaubt heute in vielen Ländern eine präsymptomatische Diagnose.

  1. Klinische Untersuchung & AnamneseInfektanamnese (Frequenz, Schwere, Erreger, Ansprechen auf Therapie); Familienanamnese (PID, konsanguine Eltern, unklare Säuglingstodesfälle); Impfanamnese und Impfreaktionen; Wachstumskurve; Haut (Ekzem, Abszesse, Teleangiektasien); Lymphknoten- und Tonsillenstatus (fehlend bei XLA); Organomegalie; Dysmorphiezeichen (DiGeorge, Wiskott-Aldrich).
  2. Basisdiagnostik (Stufe 1)Differentialblutbild mit Lymphozytenzahl (altersadaptierte Normwerte beachten!); Immunglobuline quantitativ (IgG, IgA, IgM, IgE); Impfantikörper (Tetanus, Pneumokokken – Prüfung der spezifischen Antikörperantwort); Komplement-Screening (CH50, AP50); HIV-Serologie/PCR (wichtigste Differentialdiagnose sekundärer Immundefekte).
  3. Lymphozyten-Subpopulationen (Stufe 2, Durchflusszytometrie)CD3+ (T-Zellen gesamt), CD4+, CD8+; CD19+/CD20+ (B-Zellen); CD16+/CD56+ (NK-Zellen); Naive vs. Gedächtnis-T-Zellen (CD45RA/RO); Naive vs. Gedächtnis-B-Zellen, Switched-Memory-B-Zellen (wichtig bei CVID-Abklärung); regulatorische T-Zellen (bei V.a. IPEX).
  4. Funktionelle TestsLymphozytenproliferation nach Mitogen-Stimulation (PHA, ConA) – Nachweis funktioneller T-Zell-Antwort; DHR-Test (Dihydrorhodamin-Oxidationstest) – Goldstandard-Screening für CGD; NBT-Test (Nitroblau-Tetrazolium) als älterer CGD-Test; CD18-Expression durchflusszytometrisch (LAD-I); Komplement-Funktionstests (CH50, AP50) bei V.a. Komplementdefekt.
  5. Neugeborenen-Screening (TREC-Assay)T-Cell-Receptor-Excision-Circles (TREC) aus Trockenblutkarte (Guthrie-Karte); misst neu gebildete naive T-Zellen aus dem Thymus; niedrige/fehlende TREC-Werte → V.a. SCID oder schweren T-Zell-Defekt → sofortige Bestätigungsdiagnostik (Lymphozyten-Subpopulationen, Genetik); ermöglicht Diagnose vor Auftreten von Infektionen – entscheidend für Prognose nach HSCT.

Diagnostischer Stufenplan bei Verdacht auf primären Immundefekt

StufeUntersuchungZielrichtungAuffälliger Befund → Verdacht auf
1Differentialblutbild + ImmunglobulineGrobscreening humoral/zellulärLymphopenie → SCID; Ig-Mangel → XLA/CVID
2Impfantikörper-TiterFunktionelle AntikörperantwortFehlende Titer trotz Impfung → spezifischer Antikörpermangel
3Lymphozyten-Subpopulationen (FACS)Quantifizierung T-/B-/NK-ZellenT-Zell-Fehlen → SCID; B-Zell-Fehlen → XLA
4DHR-/NBT-TestPhagozytenfunktion (oxidative burst)Fehlende Oxidation → CGD
5Komplement-Screening (CH50/AP50)Komplementsystem-FunktionErniedrigt → Komplementdefekt
BestätigungMolekulargenetik (Panel-/Exom-Sequenzierung) – definitive Diagnose & genetische Beratung

Wichtiger Hinweis zur Impfstrategie: Bei jedem Verdacht auf einen zellulären Immundefekt (SCID, schwerer kombinierter Immundefekt, DiGeorge mit relevantem T-Zell-Defekt) sind Lebendimpfungen (BCG, MMR, Rotavirus, Varizellen) kontraindiziert, bis ein solcher Defekt sicher ausgeschlossen ist – es drohen disseminierte, potenziell tödliche Impfkomplikationen.

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Molekulargenetische Grundlagen

Die meisten primären Immundefekte sind monogen bedingt. Die IUIS-Klassifikation (2022) gliedert >485 Gene in zehn Kategorien. Kenntnis der Schlüsselgene ist entscheidend für Diagnosesicherung, Prognoseeinschätzung und Therapieplanung (insbesondere Indikation zur Stammzelltransplantation).

Immunologische Schlüsselwege

Zytokin-Signaltransduktion

IL2RG / JAK3 / IL7R

Die gemeinsame γ-Kette (IL2RG) ist Bestandteil mehrerer Zytokinrezeptoren (IL-2, IL-4, IL-7, IL-9, IL-15, IL-21). Ihr Ausfall (X-SCID) oder der Ausfall nachgeschalteter Kinasen (JAK3) blockiert die T- und NK-Zell-Entwicklung vollständig – häufigste SCID-Form (~40–50 %).

V(D)J-Rekombination

RAG1 / RAG2 / DCLRE1C (Artemis)

RAG1/2 katalysieren die somatische Rekombination der Antigenrezeptor-Gene in T- und B-Zellen. Ihr kompletter Ausfall führt zu T-B-NK+-SCID; hypomorphe Mutationen verursachen das Omenn-Syndrom (Erythrodermie, Eosinophilie, Hepatosplenomegalie).

Purin-Stoffwechsel

ADA (Adenosin-Deaminase)

ADA-Mangel führt zur Akkumulation toxischer Purin-Metabolite (v.a. Desoxyadenosin), die besonders lymphoide Vorläuferzellen schädigen → T-B-NK--SCID. Einzige PID-Form mit zugelassener Enzymersatztherapie (PEG-ADA) als Überbrückung bis zur kurativen Therapie.

Schlüsselgene der primären Immundefekte

Gen / LocusChromosomFunktion / ErkrankungKlassifikation
IL2RGXq13Gemeinsame γ-Kette mehrerer Zytokinrezeptoren; Mutation → X-chromosomaler SCID (T-B+NK--SCID); häufigste SCID-Form; betrifft ausschließlich Jungen; ohne HSCT innerhalb der ersten Lebensmonate meist letalX-SCID, häufigste SCID-Form
ADA20q13Adenosin-Deaminase; Purin-Stoffwechsel; Mangel → toxische Metabolit-Akkumulation → T-B-NK--SCID; einzige PID mit verfügbarer Enzymersatztherapie (PEG-ADA) als Überbrückungstherapie vor HSCT/GentherapieADA-SCID, autosomal-rezessiv
RAG1 / RAG211p12Rekombinase für V(D)J-Rekombination der Antigenrezeptoren; kompletter Ausfall → T-B-NK+-SCID; hypomorphe Mutation → Omenn-Syndrom (Erythrodermie, Eosinophilie, Lymphadenopathie, Hepatosplenomegalie)SCID / Omenn-Syndrom
BTKXq22Bruton-Tyrosinkinase; essentiell für Prä-B-Zell-Rezeptor-Signaling; Mutation → Reifungsblock der B-Zellen im Prä-B-Zell-Stadium → X-chromosomale Agammaglobulinämie; betrifft ausschließlich Jungen; Beginn meist nach Verlust mütterlicher Leihimmunität (~6 Monate)XLA, X-chromosomal-rezessiv
TBX122q11.2Transkriptionsfaktor; kritisch für Entwicklung 3./4. Schlundtasche; Deletion (meist als Teil der 22q11.2-Mikrodeletion) → Thymus- und Nebenschilddrüsen-Hypoplasie → DiGeorge-Syndrom mit variablem T-Zell-Defekt (partiell bis komplett)DiGeorge-Syndrom, meist de novo
WASXp11.23WAS-Protein (WASP); reguliert Aktin-Zytoskelett in hämatopoetischen Zellen; Mutation → gestörte Zellmotilität, Immunsynapse und Thrombozytenreifung → Wiskott-Aldrich-Syndrom (Trias: Thrombozytopenie mit kleinen Thrombos + Ekzem + Immundefekt)WAS, X-chromosomal-rezessiv
CYBB (gp91phox)Xp11.4Kodiert Untereinheit der NADPH-Oxidase in Phagozyten; Mutation → fehlender "oxidative burst" → Unfähigkeit, katalase-positive Erreger abzutöten → chronische Granulomatose (häufigste CGD-Form, ~65 % der Fälle, X-chromosomal)CGD, X-chromosomal (häufigste Form)
ITGB2 (CD18)21q22β2-Integrin-Untereinheit auf Leukozyten; essentiell für Adhäsion am Gefäßendothel und transendotheliale Migration; Mutation → LAD-Typ I → Leukozyten können nicht ins infizierte Gewebe einwandern trotz massiver BlutleukozytoseLAD-Typ I, autosomal-rezessiv
STAT317q21Transkriptionsfaktor; Signaltransduktion von IL-6, IL-10, IL-21, IL-23; dominant-negative Mutation → gestörte Th17-Differenzierung → Hyper-IgE-Syndrom (Job-Syndrom) mit Ekzem, rez. Staph.-Abszessen, Pneumonien, SkelettauffälligkeitenHyper-IgE-Syndrom, autosomal-dominant
SERPING111q12Kodiert C1-Esterase-Inhibitor (C1-INH); reguliert Komplement-, Kontakt- und Kallikrein-Kinin-System; Haploinsuffizienz → unkontrollierte Bradykinin-Freisetzung → hereditäres Angioödem mit rezidivierenden Schwellungsattacken ohne UrtikariaHereditäres Angioödem, autosomal-dominant

Genetische Beratung: Bei gesicherter monogener PID sollte immer eine humangenetische Familienberatung erfolgen – insbesondere bei X-chromosomalen Formen (SCID, XLA, WAS, teilweise CGD) zur Identifikation von Konduktorinnen und für die Familienplanung sowie pränatale/präimplantationsdiagnostische Optionen.

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Molekulare Diagnostik

Die molekulargenetische Sicherung erfolgt heute meist über Multigen-Panels oder Exom-/Genom-Sequenzierung, da sich klinische Phänotypen verschiedener PID stark überlappen können. Bei klarem klinischem Verdacht (z.B. Wiskott-Aldrich-Trias) kann gezielt ein Einzelgen untersucht werden.

Praxishinweis TREC-Screening: Ein pathologischer TREC-Befund im Neugeborenen-Screening ist niemals eine Diagnose, sondern ein Trigger für die dringliche Bestätigungsdiagnostik (Lymphozyten-Subpopulationen binnen Stunden bis wenigen Tagen). Falsch-positive Befunde können durch Frühgeburtlichkeit, Lymphangiektasien oder sekundäre Lymphopenie (z.B. nach herzchirurgischem Eingriff) bedingt sein.

MethodeIndikationBedeutung / Besonderheit
TREC-Assay (Trockenblutkarte)Neugeborenen-Screening auf SCID (zunehmend Standard in vielen Ländern)Misst naive, thymische T-Zell-Neubildung; niedrig/fehlend → V.a. SCID; hohe Sensitivität, ermöglicht präsymptomatische Diagnose
Durchflusszytometrie (Lymphozyten-Subpopulationen)Bestätigungsdiagnostik nach auffälligem TREC; Basisabklärung bei V.a. PIDQuantifiziert CD3/CD4/CD8-T-Zellen, CD19-B-Zellen, CD16/56-NK-Zellen; Muster (z.B. T-B+NK- vs. T-B-NK-) weist bereits auf betroffenes Gen hin
DHR-Test (Dihydrorhodamin-Oxidationstest)V.a. chronische Granulomatose (CGD)Goldstandard-Funktionstest der NADPH-Oxidase; unterscheidet X-chromosomale von autosomal-rezessiver CGD anhand des Musters; auch zur Trägerinnen-Erkennung geeignet
Multigen-Panel-Sequenzierung (NGS)Klinischer PID-Verdacht ohne eindeutiges Einzelgen-ZielgenParallele Analyse von 200–400+ bekannten PID-Genen; kosteneffizient; Detektionsrate abhängig von Phänotyp-Spezifität (~30–50 %)
Exom-/Genom-Sequenzierung (WES/WGS)Unklare oder atypische Phänotypen; negative Panel-Diagnostik bei starkem VerdachtIdentifiziert auch neue/seltene Gene; höherer Aufwand bei Varianteninterpretation; Trio-Sequenzierung (Eltern + Kind) erhöht diagnostische Ausbeute erheblich
Sanger-Sequenzierung (Einzelgen)Klarer klinischer Phänotyp (z.B. WAS-Trias, DiGeorge-Dysmorphie)Schnell, kostengünstig bei hoher Vortestwahrscheinlichkeit; Bestätigung von Panel-/Exom-Befunden (Segregationsanalyse in der Familie)
MLPA / Array-CGHV.a. DiGeorge-Syndrom (22q11.2-Deletion)Nachweis von Mikrodeletionen, die in Standard-NGS-Panels oft nicht zuverlässig erfasst werden; Goldstandard für 22q11.2-Deletionsnachweis
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Differenzialdiagnosen

Der wichtigste Ausschluss bei Verdacht auf primären Immundefekt ist die sekundäre (erworbene) Immundefizienz – am bedeutsamsten die HIV-Infektion, aber auch Mangelernährung, Medikamentenwirkungen und Grunderkrankungen mit Proteinverlust.

DifferentialdiagnoseÄhnlichkeit zum PIDSchlüsselunterschiedDiagnostik
HIV-Infektion (vertikal/perinatal)Rezidivierende/opportunistische Infekte; Lymphopenie; Hypogammaglobulinämie oder paradoxe Hypergammaglobulinämie möglichErworben, nicht angeboren; HIV-Serologie/PCR positiv; mütterliche HIV-Anamnese; CD4-Zellzahl sinkt progredient (nicht angeboren fehlend)HIV-PCR (obligat bei jedem PID-Verdacht!), HIV-Antikörper, Viruslast
Sekundäre Hypogammaglobulinämie (Proteinverlust)Niedrige Immunglobuline, rez. InfekteUrsache: nephrotisches Syndrom, exsudative Enteropathie, schwere Verbrennungen; Albumin ebenfalls erniedrigt; α1-Antitrypsin-Clearance im Stuhl erhöht (Eiweißverlust-Enteropathie)Albumin, Gesamteiweiß, Urinstatus (Proteinurie), α1-Antitrypsin-Stuhlclearance
Medikamenteninduzierte ImmunsuppressionErhöhte Infektanfälligkeit, verminderte Ig-Spiegel (unter Rituximab)Zeitlicher Zusammenhang mit Immunsuppressiva (Kortikosteroide, Rituximab, Antiepileptika); reversibel nach AbsetzenMedikamentenanamnese; Verlaufskontrolle nach Absetzen
Transiente Hypogammaglobulinämie des SäuglingsNiedriges IgG im Säuglingsalter, rez. Infekte möglichPhysiologisches "Immunglobulin-Tal" nach Abfall mütterlicher Leihimmunität, bevor eigene IgG-Produktion ausreichend einsetzt; meist spontane Normalisierung bis 2.–4. LebensjahrVerlaufskontrolle der Ig-Spiegel; meist keine Therapie nötig, außer bei schweren Infekten
Chronische Mukokutane Candidiasis (isoliert)Persistierende Candida-Infektionen wie bei T-Zell-DefektenBei APECED/APS-1 (AIRE-Mutation) oder isolierten IL-17-Signalweg-Defekten (STAT1-GOF); meist ohne die schweren, disseminierten Infektionen eines SCIDAIRE-Sequenzierung, STAT1-Genetik, endokrinologisches Screening (Nebenschilddrüse, NNR)
Zystische Fibrose (Mukoviszidose)Rezidivierende pulmonale Infekte, Gedeihstörung, chronischer HustenSchweißtest pathologisch (Chlorid >60 mmol/l); CFTR-Mutationen; Immunglobuline meist normal oder kompensatorisch erhöht (chronische Entzündung)Schweißtest, CFTR-Genetik, Neugeborenen-Screening (IRT)
Ziliäre Dyskinesie (PCD)Rezidivierende Sinopulmonale Infekte, BronchiektasenSitus inversus bei ~50 %; nasale NO-Messung erniedrigt; Immunglobuline und Impfantwort normalNasale NO-Messung, Ziliarschlag-Videomikroskopie, Elektronenmikroskopie, Genetik (DNAI1, DNAH5 u.a.)
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Therapie

Die Therapie richtet sich nach der zugrundeliegenden Defektkategorie: Immunglobulin-Substitution bei Antikörpermangel, antimikrobielle Prophylaxe bei Phagozytendefekten, und die potenziell kurative allogene Stammzelltransplantation (HSCT) bzw. Gentherapie bei schweren kombinierten Immundefekten.

  • BASISAllgemeine Supportivmaßnahmen & Infektprophylaxe

    Basismaßnahmen bei allen PID: Konsequente Behandlung akuter Infektionen (frühzeitig, ausreichend lang, ggf. i.v.); antimikrobielle Dauerprophylaxe je nach Defekttyp (Cotrimoxazol bei CGD/T-Zell-Defekten gegen Pneumocystis jirovecii; Itraconazol/Posaconazol antimykotisch bei CGD); keine Lebendimpfungen bei relevantem T-Zell-Defekt (BCG, MMR, Varizellen, Rotavirus, oraler Polio); nur bestrahlte, CMV-negative/leukozytendepletierte Blutprodukte bei T-Zell-Defekten (Vermeidung von Graft-versus-Host-Reaktion und CMV-Übertragung); Ernährungsoptimierung bei Gedeihstörung; psychosoziale Begleitung der Familie.

  • STUFE 1Immunglobulin-Substitution (bei Antikörpermangel)

    Indikation: XLA, CVID, andere schwere Antikörpermangel-Syndrome mit fehlender/unzureichender Impfantwort.
    Intravenöse Immunglobulin-Substitution (IVIG): 0,4–0,6 g/kg alle 3–4 Wochen; Ziel-IgG-Talspiegel altersadaptiert, meist >5–8 g/l bzw. im unteren Normbereich; Dosisanpassung nach klinischem Ansprechen (Infekthäufigkeit), nicht allein nach Talspiegel.
    Subkutane Immunglobulin-Substitution (SCIG): wöchentliche oder 2-wöchentliche Selbstapplikation zuhause; stabilere Serumspiegel, weniger systemische Nebenwirkungen, höhere Lebensqualität und Unabhängigkeit für Familien; zunehmend Therapie der Wahl bei stabilen Patienten.
    Monitoring: IgG-Talspiegel alle 3–6 Monate; klinische Infektfrequenz als wichtigstes Therapieziel; Leberwerte, Nierenwerte (selten Nebenwirkungen); lebenslange Substitution bei XLA und den meisten CVID-Formen notwendig.

  • STUFE 2Spezifische Therapie nach Defekttyp

    Chronische Granulomatose (CGD): Lebenslange Prophylaxe mit Cotrimoxazol (antibakteriell) + Itraconazol (antimykotisch); Interferon-gamma s.c. 3×/Woche zur Reduktion schwerer Infektionen (Studienlage uneinheitlich, in vielen Zentren Standard); aggressive Frühtherapie von Abszessen (chirurgisch + antibiotisch/antimykotisch), da Erregernachweis oft erschwert.
    Hereditäres Angioödem: Akuttherapie mit C1-Inhibitor-Konzentrat, Icatibant (Bradykinin-B2-Rezeptor-Antagonist) oder Ecallantid; Langzeitprophylaxe mit C1-INH-Konzentrat, Berotralstat oder Lanadelumab bei häufigen Attacken; Vermeidung von Triggern (ACE-Hemmer kontraindiziert, mechanisches Trauma).
    DiGeorge-Syndrom: Kalziumsubstitution + aktives Vitamin D bei Hypoparathyreoidismus; kardiologische Versorgung des Herzfehlers; bei komplettem DiGeorge (athymisch): Thymusgewebe-Transplantation als spezifische kurative Option in spezialisierten Zentren.

  • STUFE 3Allogene Stammzelltransplantation (HSCT)

    Indikation: Kurative Therapie der Wahl bei SCID (alle Subtypen), schweren kombinierten Immundefekten, Wiskott-Aldrich-Syndrom, schwerer CGD mit refraktären Infektionen, LAD-I, HLH und weiteren schweren PID-Formen.
    Zeitfenster bei SCID: Transplantation vor dem 3.5. Lebensmonat und vor Auftreten schwerer Infektionen assoziiert mit deutlich besserem Überleben (>90 % vs. <70 % bei späterer Transplantation mit aktiver Infektion) – Grundlage für die Bedeutung des Neugeborenen-Screenings.
    Spenderwahl: HLA-identes Geschwister (beste Ergebnisse) > passender unverwandter Spender > haploidenter Elternteil (mit T-Zell-Depletion) > Nabelschnurblut.
    Konditionierung: myeloablativ vs. reduzierte Intensität, abhängig von Defekttyp und Komorbidität; bei manchen SCID-Formen (v.a. T-B+NK--SCID) Transplantation teilweise ohne Konditionierung möglich.

  • STUFE 4Gentherapie & Enzymersatztherapie

    ADA-SCID: PEG-ADA (pegyliertes Rinder-ADA-Enzym) als Überbrückungstherapie oder bei fehlendem passenden Spender; autologe Gentherapie (lentiviral-korrigierte CD34+-Stammzellen) mittlerweile in mehreren Ländern zugelassen – hohe Erfolgsraten bei geringerem Risiko als allogene HSCT (kein GvHD-Risiko).
    X-SCID: Gentherapie-Studien mit lentiviralen Vektoren zeigen gute Immunrekonstitution; nach früheren Studien mit Insertionsmutagenese (Leukämie-Risiko bei älteren retroviralen Vektoren) heute sicherere Vektor-Generationen im Einsatz.
    Wiskott-Aldrich-Syndrom: Gentherapie als Alternative zur HSCT bei fehlendem passenden Spender, insbesondere zur Verbesserung der Thrombozytenfunktion und Immunrekonstitution.
    Zukunftsperspektive: Weitere PID (CGD, LAD-I) befinden sich in klinischen Gentherapie-Studien; Verfügbarkeit variiert stark nach Land und Zulassungsstatus.

Monitoring unter Therapie – Übersicht

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Ig-Substitution-Monitoring

IgG-Talspiegel alle 3–6 Monate; klinische Infektfrequenz als wichtigstes Outcome-Maß; Leberfunktion, Nierenfunktion gelegentlich kontrollieren; Anpassung von Dosis/Intervall nach individuellem Ansprechen, nicht nach starren Zielwerten allein.

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Post-HSCT-Monitoring

Chimärismus-Analyse (Anteil Spenderzellen) regelmäßig; Immunrekonstitution (Lymphozyten-Subpopulationen, Impfantworten) über Monate bis Jahre; Screening auf Graft-versus-Host-Disease; CMV-/EBV-PCR-Monitoring; Re-Impfung nach Immunrekonstitution (inaktivierte Impfstoffe zuerst).

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CGD-Verlaufskontrolle

Klinische Infekt- und Abszess-Überwachung; Bildgebung bei unklarem Fieber (Fokussuche); DHR-Test-Verlauf nach Gentherapie/HSCT zur Erfolgskontrolle; Leberfunktionstests (granulomatöse Hepatopathie möglich).

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Langzeit-Organscreening

Lungenfunktion und HR-CT bei Bronchiektasen-Risiko (v.a. CVID, XLA); endokrinologisches Screening (DiGeorge: Kalzium, Schilddrüse); autoimmune/lymphoproliferative Komplikationen bei CVID regelmäßig erfassen; psychosoziale Verlaufsbegleitung.

Prognose: Die Prognose primärer Immundefekte hat sich durch Neugeborenen-Screening, verbesserte Diagnostik und kurative Therapieoptionen (HSCT, Gentherapie) in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich verbessert. Bei SCID liegt das Überleben nach früher HSCT (vor Infektion) heute bei >90 %. Antikörpermangel-Syndrome unter konsequenter Ig-Substitution ermöglichen meist eine normale Lebenserwartung und -qualität. Entscheidend bleibt die frühzeitige Diagnosestellung vor Eintreten irreversibler Organschäden.

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Expertenzentren D-A-CH

Führende Experten und spezialisierte Zentren für pädiatrische primäre Immundefekte, Stammzelltransplantation und Immunologie-Diagnostik in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

🇩🇪 Deutschland
Prof. Dr. Stephan Ehl
Pädiatrische Immunologie / Zentrum für chronische Immundefizienz
Universitätsklinikum Freiburg – Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI)
FREIBURG
Primäre Immundefekte; SCID-Diagnostik; funktionelle Immundiagnostik; HLH; Immundysregulationssyndrome; ESID-Kooperation; eines der größten PID-Zentren Europas
PID-Zentrum DECCI Freiburg
Prof. Dr. Ansgar Schulz
Pädiatrische Stammzelltransplantation
Universitätsklinikum Ulm – Kinder- und Jugendmedizin, KMT-Zentrum
ULM
Allogene Stammzelltransplantation bei PID; SCID; Wiskott-Aldrich-Syndrom; CGD; haploidente Transplantation; internationale HSCT-Studien für Immundefekte
HSCT PIDSCID-Transplantation
Prof. Dr. Horst von Bernuth
Pädiatrische Immunologie
Charité Universitätsmedizin Berlin – Pädiatrische Pneumologie/Immunologie
BERLIN
Primäre Immundefekte; Antikörpermangel-Syndrome; angeborene Störungen der Zytokinsignalwege; Diagnostik seltener PID; ESID-Register
PID BerlinAntikörpermangel
Prof. Dr. Fabian Hauck
Pädiatrische Immunologie & Rheumatologie
Dr. von Haunersches Kinderspital, LMU München
MÜNCHEN
Primäre Immundefekte; Immundysregulation; genetische Diagnostik seltener Immundefekte; pädiatrische Autoinflammation; translationale Immunologie
PID MünchenImmundysregulation
Prof. Dr. Manfred Hönig
Pädiatrische Immunologie / SCID-Screening
Universitätsklinikum Ulm – Kinder- und Jugendmedizin
ULM
SCID-Neugeborenenscreening Deutschland (Mitentwicklung); Diagnostik kombinierter Immundefekte; Post-HSCT-Immunrekonstitution; klinische Studien Gentherapie
SCID-Screening DEGentherapie-Studien
API – Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Immunologie
Nationales Fachnetzwerk
API e.V. (Sektion der GKJ) / Referenzzentrum-Netzwerk PID
DEUTSCHLAND
Nationales Netzwerk pädiatrische Immunologie; PID-Leitlinien; SCID-Screening-Koordination; ESID-Register-Kooperation Deutschland; Qualitätssicherung Diagnostik
API-NetzwerkESID-Register
🇦🇹 Österreich
Prof. Dr. Kaan Boztug
Pädiatrische Immunologie / Molekulare Immundefekt-Forschung
St. Anna Kinderspital / CeMM / Medizinische Universität Wien
WIEN
Molekulare Diagnostik seltener primärer Immundefekte; Entdeckung neuer PID-Gene; Immundysregulationssyndrome; pädiatrische Immunologie-Forschung; internationale PID-Kohortenstudien
PID-Forschung ATNeue PID-Gene
Prof. Dr. Elisabeth Förster-Waldl
Neonatologie / Angeborene Immundefekte
Medizinische Universität Wien – Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
WIEN
SCID-Diagnostik Neugeborene; angeborene Immundefekte; neonatologische Immunologie; Screening-Programm-Entwicklung Österreich
SCID-Diagnostik ATNeonatologie
St. Anna Kinderspital – Immunologie/KMT
Pädiatrische Stammzelltransplantation & Immunologie
St. Anna Kinderspital Wien – Stammzelltransplantations-Zentrum
WIEN
Allogene Stammzelltransplantation bei PID Kinder; SCID; Wiskott-Aldrich; CGD-Transplantation; internationale HSCT-Kooperationen; PID-Referenzzentrum Österreich
HSCT-Zentrum ATPID-Referenz
🇨🇭 Schweiz
Prof. Dr. Jana Pachlopnik Schmid
Pädiatrische Immunologie
Universitäts-Kinderspital Zürich – Abteilung Immunologie
ZÜRICH
Primäre Immundefekte; Immundysregulation (HLH, ALPS); molekulare Diagnostik seltener PID; pädiatrische Immunologie-Forschung; SIOPID/ESID-Kooperation
PID ZürichImmundysregulation
Prof. Dr. Tayfun Güngör
Pädiatrische Stammzelltransplantation
Universitäts-Kinderspital Zürich – KMT-Zentrum
ZÜRICH
Allogene Stammzelltransplantation bei SCID und schweren PID; haploidente Transplantation; internationale HSCT-Outcome-Studien; Gentherapie-Kooperationen
HSCT CHSCID-Transplantation
Immunologie-Zentrum Bern (Inselspital)
Pädiatrische und Erwachsenen-Immunologie
Inselspital Bern – Abteilung für Immunologie und Allergologie
BERN
Diagnostik primärer Immundefekte; Antikörpermangel-Syndrome; Immunglobulin-Substitutionstherapie; Übergangsmedizin Pädiatrie–Erwachsenenmedizin bei PID
PID-Diagnostik CHIg-Substitution

Fachgesellschaften & Ressourcen: ESID (European Society for Immunodeficiencies) · IUIS-Klassifikation primärer Immundefekte 2022 · ESID-Register (Patientenregister Europa) · API (Arbeitsgemeinschaft Pädiatrische Immunologie, Sektion der GKJ) · dsai (Deutsche Selbsthilfe Angeborene Immundefekte, dsai.de) · Jeffrey Modell Foundation (info4pi.org) · USIDNET · GPOH-Kooperation bei HSCT-Indikationen