01

Grundlagen & Konzept

Funktionelle Bauchschmerzen (FBS) im Kindesalter sind der Oberbegriff für chronisch-rezidivierende Bauchschmerzen ohne nachweisbare strukturelle, entzündliche, metabolische oder neoplastische Ursache. Sie gehören zum Konzept der Störungen der Darm-Hirn-Interaktion (disorders of gut-brain interaction, DGBI) nach der aktuellen Rom-IV-Klassifikation. FBS sind die häufigste gastrointestinale Klage im Kindesalter und eine der Hauptursachen für Schulfehlzeiten und pädiatrische Arztbesuche.

DGBI-Konzept (Rom-IV, 2016): Der Begriff „funktionell" wurde im Bewusstsein einer real messbaren Pathophysiologie gewählt. DGBI ersetzt ältere Konzepte wie „psychosomatisch" oder „ohne Befund". Zentral: die Schmerzen sind real – sie entstehen durch Störungen der bidirektionalen Kommunikation zwischen Darm und zentralem Nervensystem (Darm-Hirn-Achse). Keine strukturelle Läsion ist nötig, um erheblichen Schmerz zu erzeugen. Die Einordnung als DGBI legitimiert das Leiden und eröffnet zielgerichtete Therapieoptionen.

Biopsychosoziales Modell – Entstehung funktioneller Bauchschmerzen

VulnerabilitätGenetik · frühkindl. Stress · Barriere
AuslöserInfekt · Trauma · Schulstress
Periphere Sensibilisierung↑ Mastzellen · ↑ TRPV1 · Motilität
Zentrale VerarbeitungKatastrophisieren · Angst · Vermeidung
AufrechterhaltungSchulvermeidung · familiäre Verstärkung
13–38 %
Prävalenz chronischer Bauchschmerzen bei Schulkindern
#1
Häufigste GI-Klage im Kindesalter; führende Ursache für Schulabsentismus
~10 %
Aller Pädiaterkonsultationen wegen Bauchschmerzen
<10 %
Finden organische Ursache bei typischem FBS-Bild ohne Red Flags

Pathophysiologische Grundlagen

🧠

Darm-Hirn-Achse

Bidirektionale Kommunikation: Vagusnerv (80 % afferent!), Spinalnerven, HPA-Achse, enterisches Nervensystem (ENS), Mikrobiom → Kurzkettige Fettsäuren → ZNS. Dysregulation auf einer oder mehreren Ebenen → veränderte Schmerzverarbeitung. Das ENS mit ~500 Mio. Neuronen arbeitet weitgehend autonom und bildet die periphere Basis der Darm-Hirn-Dysfunktion.

Viszerale Hypersensitivität

Erniedrigte Schmerzschwelle für physiologische Darmbewegungen und -dehnungen. Periphere Sensibilisierung: ↑ TRPV1, ↑ Mastzell-Nerv-Kontakte, ↑ Serotonin (5-HT). Spinale Sensibilisierung: Wind-up, Langzeitpotenzierung. Zentrale Sensibilisierung: veränderte kortikale Schmerzmodulation (ACC, anteriorer cingulärer Kortex). Zentrales Schmerzmemory.

😰

Psychosoziale Ko-Faktoren

Angststörungen bei 50–70 %, Depression bei 20–30 % der Kinder mit FBS. Elterliches Katastrophisieren verdoppelt Beeinträchtigung. Schulstress, Mobbing, familiäre Konflikte als häufige Trigger. Frühe Stresserfahrungen (Trennungen, Traumata) → epigenetische HPA-Programmierung → erhöhte Stressreaktivität → erhöhte GI-Sensitivität.

🦠

Mikrobiom & niedriggradige Entzündung

Dysbiose: ↓ Lactobacillus/Bifidobacterium, ↑ gasbildende Bakterien. Subklinische Mukosainflammation: ↑ Mastzellen, ↑ Lymphozyten, ↑ intestinale Permeabilität. Post-infektiöse FBS: nach Gastroenteritis persistente Dysbiose + Nervensensitivierung (bei ~30 %). Kurzkettige Fettsäuren (SCFA) aus Mikrobiom modulieren Schmerzverarbeitung über Vagus.

🔄

Lerntheoretische Faktoren

Operante Konditionierung: Schmerz-Verhalten wird durch Krankheitsgewinn verstärkt (Schule fehlen, Elternaufmerksamkeit, Pflege). Modelllernen: Eltern mit eigenen Schmerzklagen → Kind übernimmt Schmerzkopingmuster. Kognitive Faktoren: Katastrophisieren, Hilflosigkeit, Kontrollverlust → Verstärkung der Schmerzwahrnehmung. Therapieansatz: lerntheoretisch fundierte KVT.

🧬

Genetische Prädisposition

Familiäre Häufung: Kinder von Eltern mit FBS / RDS haben 2–3× höheres Risiko. Heritabilität ~57 %. Kandidatengene: SLC6A4 (SERT), TRPV1, COMT, GNβ3. Epigenetische Mechanismen: früher Stress → veränderte CRH-Rezeptor-Methylierung → lebenslang erhöhte Stressreaktivität. Gen-Umwelt-Interaktion entscheidend.

02

Rom-IV-Klassifikation funktioneller Bauchschmerzsyndrome

Die Rom-IV-Klassifikation (2016) unterscheidet klar definierte pädiatrische DGBI-Subentitäten (H-Kategorien für Kinder und Jugendliche). Jede Kategorie hat eigene Diagnosekriterien, Pathomechanismen und Therapieimplikationen. Die wichtigsten FBS-Entitäten im Kindesalter sind FAP-NOS, Funktionelle Dyspepsie, Abdominelle Migräne und das Reizdarmsyndrom.

Funktionelle Abdominelle Schmerzen – NOS (FAP-NOS, H2a)

Rom-IV H2a – FAP-NOS (alle müssen für ≥2 Monate erfüllt sein):
1. Episodische oder kontinuierliche Bauchschmerzen, die nicht ausschließlich bei physiologischen Ereignissen auftreten (Essen, Menstruation)
2. Kriterien für andere DGBI-Entitäten (Dyspepsie, RDS, abdominelle Migräne) werden nicht erfüllt
3. Nach adäquater Untersuchung können die Symptome nicht durch eine andere medizinische Erkrankung erklärt werden
Hinweis: FAP-NOS ist eine Restdiagnose – nach Ausschluss aller spezifischeren DGBI-Entitäten und organischen Erkrankungen.

Funktionelle Dyspepsie (H1a / H1b)

H1a: Postprandiales Distress-Syndrom

Mahlzeiten-induzierte Symptome

Lästiges postprandiales Völlegefühl oder frühzeitiges Sättigungsgefühl (zu satt nach wenig Essen); mindestens 4× pro Monat; Mahlzeiten-Assoziation obligat. Pathomechanismus: gestörte gastrale Akkommodation, verzögerte Magenentleerung.

H1b: Epigastrisches Schmerzsyndrom

Nüchternschmerz epigastrisch

Epigastrische Schmerzen oder Brennen, ≥4× pro Monat; kein Zusammenhang mit Defäkation; kein postprandiales Muster obligat. Pathomechanismus: viszerale Hypersensitivität im Magen, ggf. H.-pylori-Assoziation.

Gemeinsame Merkmale H1

Diagnostik & Therapie

Beide Subtypen: ≥2 Monate Dauer; keine strukturelle Ursache; H.-pylori obligat ausschließen (Stuhlantigen); Diagnostik: klinisch; Gastroskopie nur bei Red Flags oder H.-pylori-Nachweis. Therapie: PPI-Versuch (4–8 Wo.), Kostanpassung, psychologische Mitbehandlung.

Abdominelle Migräne (H2c)

Rom-IV H2c – Abdominelle Migräne (alle müssen erfüllt sein, ≥2 Episoden in 6 Monaten):
Paroxysmale Episoden intensiver, akuter periumbilikal lokalisierter Bauchschmerzen (≥1 Stunde) + mindestens 2 von: Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Photophobie, Blässe. Intervalle zwischen Episoden vollständig beschwerdefrei. Keine andere Erkrankung erklärt die Symptome.
Besonderheit: Oft Migräne-Familienanamnese positiv; spätere Entwicklung klassischer Migräne möglich (Vorläufer-Syndrom). Therapie: Cyproheptadin (Prophylaxe), Sumatriptan bei Episoden (off-label), Stressreduktion.

Übersicht Rom-IV pädiatrische Bauchschmerzsyndrome

Rom-IV-KategorieKernsymptomSchlüsselkriteriumHäufigkeit (Kinder)Wichtigste Therapie
H1a – Funkt. Dyspepsie (PDS)Postprandiales Völlegefühl, frühzeitige SättigungMahlzeiten-Assoziation; ≥4×/Monat~5 %PPI, kleine Mahlzeiten, Psychotherapie
H1b – Funkt. Dyspepsie (EPS)Epigastrische Schmerzen / BrennenKein Stuhlgang-Zusammenhang; ≥4×/Monat~3 %PPI, H.-pylori-Ausschluss, Antazida
H2a – FAP-NOSDiffuse / periumbilikal. BauchschmerzenKeine spezifische DGBI-Kategorie passend; ≥2 Monate~5–8 %KVT, Hypnotherapie, Erklärungsmodell
H2b – ReizdarmsyndromBauchschmerzen + Stuhlveränderung≥4×/Monat + Stuhlgang-Assoziation; ≥2 Monate~10–15 %KVT, Low-FODMAP, Amitriptylin
H2c – Abdominelle MigräneParoxysmale intense Bauchschmerzepisoden≥1 h; beschwerdefreie Intervalle; ≥2 Episoden/6 Mo.~1–4 %Cyproheptadin, Sumatriptan, Prophylaxe
H3a – Funkt. ObstipationHarter Stuhl, ≤2×/Woche, Schmerzen beim Stuhlgang≥1 Monat; keine retentive Enkoprese~3–5 %PEG-Laxantien, Toilettentraining, Ballaststoffe
03

Klinische Symptome

Funktionelle Bauchschmerzen zeigen ein charakteristisches Symptommuster, das sich von organischen Erkrankungen unterscheidet. Die Lokalisation (periumbilikal / diffus), der Tagesrhythmus (morgens vor Schule, nicht nachts), der Zusammenhang mit Stress und das Fehlen von Alarmsymptomen sind diagnostisch wegweisend.

TYPISCHE FBS-MERKMALE

  • Periumbilikal oder diffus, selten scharf lokalisiert
  • Morgens vor Schule / Prüfungen besonders stark
  • Abends, Wochenende, Ferien deutlich besser
  • Kein Aufwachen nachts durch Schmerzen
  • Kein Gewichtsverlust, normales Wachstum
  • Begleitende Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit
  • Angst, depressive Verstimmung, Schulvermeidung
  • Positive Familienanamnese funktioneller Schmerzsyndrome
  • Normale körperliche Untersuchung
  • Beschwerdebesserung nach Ablenkung / Aktivität

ALARMSYMPTOME (RED FLAGS)

  • Blut im Stuhl oder im Erbrechen
  • Ungewollter Gewichtsverlust (>5 % in 3 Monaten)
  • Nächtliche Schmerzen, die Kind wecken
  • Anhaltend hohes Fieber (>38,5 °C)
  • Perianale Läsionen (Fissuren, Fisteln, Hautlappen)
  • Persistentes Erbrechen oder Dysphagie
  • Schmerzbeginn im rechten Unterbauch (MC-Verdacht)
  • Gelenkschwellungen, Hautveränderungen, Uveitis
  • Wachstumsknick auf Perzentilenkurve
  • Positive FA: CED, Zöliakie, kolorektales Karzinom

Klinisches Muster der wichtigsten FBS-Subtypen im Vergleich

MerkmalFAP-NOSFunktionelle DyspepsieAbdominelle MigräneRDS
LokalisationPeriumbilikal, diffus, wechselndEpigastrisch, oberer BauchPeriumbilikal, mittlerer BauchVariabel, oft links unten oder diffus
CharakterDrückend, krampfartig, dumpf; wechselndBrennend, Völle, frühzeitige SättigungIntensiv, paroxysmale Episoden; akutKrampfartig; Zusammenhang mit Stuhlgang
DauerVariabel; täglich oder episodisch; MonateEpisodisch, nach Mahlzeiten; MonateEpisodisch, 1–72 h; völlig beschwerdefrei dazwischenChronisch; ≥4× pro Monat; ≥2 Monate
BegleitsymptomeKopfschmerzen, Übelkeit, Blässe, MüdigkeitÜbelkeit, Erbrechen, Aufstoßen, SodbrennenÜbelkeit, Erbrechen, Blässe, Photophobie, KopfschmerzenBlähungen, Stuhlveränderung, Tenesmen
TriggerSchulstress, Angst, soziale KonflikteFettreiche/große Mahlzeiten; H. pyloriStress, Schlafmangel, bestimmte Nahrungsmittel, MenstruationStress, FODMAPs, Gastroenteritis
FamilienanamneseFBS, Angststörungen, FibromyalgieH.-pylori-Exposition (Familiencluster)Migräne (bei 70–90 % positiv!)RDS, funktionelle Schmerzsyndrome

Begleiterkrankungen & psychosoziale Ko-Morbidität

50–70 %

Angststörungen

Trennungsangst (jüngere Kinder), Schulphobie, Soziale Angst, Generalisierte Angststörung. Angst → HPA-Aktivierung → Darm-Motilität ↑ → Schmerzverstärkung. Behandlung der Angst verbessert FBS signifikant. KVT als Erstlinie.

20–30 %

Depression / depressive Verstimmung

Anhaltende FBS → sozialer Rückzug → depressive Symptome. Bidirektionale Beziehung: Depression verstärkt Schmerzwahrnehmung. Häufig subklinisch. Screeningtools: PHQ-A, CES-DC. Frühzeitige psychologische Mitbehandlung reduziert Chronifizierungsrisiko.

30–50 %

Schlafstörungen

Ein-/Durchschlafstörungen; Erschöpfung; veränderte Schmerzverarbeitung nach schlechtem Schlaf. Morgendliche Schmerzzunahme oft Folge schlechter Schlafqualität. Schlafhygiene-Interventionen verbessern FBS-Symptome. Melatonin bei ausgeprägten Schlafproblemen.

30–60 %

Schulabsentismus

FBS führt zur Hauptursache für Schulfehlzeiten nach Erkältungskrankheiten. Teufelskreis: Schule fehlen → Angst vor Wiedereinstieg → mehr Schmerzen. Frühzeitige Schulreintegration essenziell (Ziel: Schulfähigkeit trotz Schmerzen, nicht Schmerzfreiheit als Voraussetzung).

Somatische Komorbiditäten

Kopfschmerzen, Reizblase, Fibromyalgie

Funktionelle Bauchschmerzen koexistieren häufig mit: Spannungskopfschmerzen / Migräne (~50 %); funktioneller Reizblase (Dysurie, Pollakisurie); Fibromyalgie-artige diffuse Muskelschmerzen; Schwindel; orthostatische Dysregulation (POTS). Hinweis auf systemisches zentrales Sensitivierungssyndrom.

Schulleistung & Soziales

Soziale Einschränkungen

Vermeidung von Sport, Schulausflügen, Freizeitaktivitäten → sozialer Rückzug → Einsamkeit → Schmerzverstärkung. Schulleistungsabfall durch Fehlzeiten. Freundschaftsprobleme durch Unzuverlässigkeit. Ziel: Vollständige soziale und schulische Teilhabe trotz Schmerzen.

04

Pathomechanismen & Neurobiologie

Das Verständnis der neurobiologischen Grundlagen ist therapeutisch entscheidend – nicht für Labortests, sondern für die Vermittlung des biopsychosozialen Erklärungsmodells an Kind und Familie. Wenn Kinder und Eltern verstehen, warum echte Schmerzen ohne organischen Befund entstehen, erhöht sich die Therapieakzeptanz erheblich.

Zentrale Sensitivierung – das Kernmodell

🔬

Periphere Sensibilisierung

Nozizeptoren im Darm (C-Fasern, Aδ-Fasern) werden durch Entzündungsmediatoren, Mastzell-Tryptase, 5-HT, Bradykinin sensibilisiert → erniedrigte Aktivierungsschwelle. TRPV1-Hochregulation nach Infektion oder Stressstimulation. Resultat: Physiologische Dehnungsreize im Darm werden als schmerzhaft wahrgenommen (Allodynie).

🧠

Spinale Sensibilisierung (Wind-up)

Wiederholte nozizeptive Afferenzen aus dem Darm → Aktivierung von NMDA-Rezeptoren im Hinterhorn → Wind-up-Phänomen (progressive Amplifikation). Langzeitpotenzierung spinaler Synapsen → anhaltend erhöhte Schmerzempfindlichkeit auch nach Abklingen des ursprünglichen Auslösers. Therapeutisch: NMDA-Antagonisten (experimentell), Trizyklika dämpfen Wind-up.

🌐

Kortikale Schmerzmodulation

Veränderte Aktivierung schmerzverarbeitender Areale bei FBS: ↑ anteriorer cingulärer Kortex (ACC) und Insula → Schmerzkatastrophisierung. ↓ deszendierendes inhibitorisches System (PAG → Raphe → Hinterhorn): gestörte DNIC (Diffuse Noxious Inhibitory Controls) → reduzierte endogene Schmerzhemmung. fMRT-Studien belegen diese Unterschiede zu Gesunden.

💊

Serotonin-System

Serotonin (5-HT) als zentraler Neurotransmitter der Darm-Hirn-Achse: EC-Zellen im Darm produzieren 95 % des Körperserotonins. Erhöhte mukosale 5-HT3-Aktivierung → verstärkte Schmerzleitung. SERT-Dysfunktion → verlängerte Serotoninwirkung. Therapeutisch: niedrig dosierte TZA (Amitriptylin) hemmen SERT → normalisieren 5-HT → reduzieren viszerale Hypersensitivität.

😓

HPA-Achse & Stressreaktion

Akuter Stress → Hypothalamus-CRH → Hypophyse-ACTH → Nebenniere-Kortisol + Adrenalin. CRH wirkt direkt auf Kolon-Motilität (CRH-R1/R2) und Mastzell-Degranulation → unmittelbare Schmerzverstärkung bei Stress. Chronischer Stress → allosterische Last → veränderte HPA-Reaktivität. Erklärt klassisches Muster: Schmerzen bei Schulstress, Besserung in Ferien.

🔗

Mastzell-Nerv-Interaktion

Mastzellen im Darm in unmittelbarer anatomischer Nähe zu Nozizeptoren. Aktivierung durch Stress (CRH, Substanz P), Nahrungsmittelantigene, Infekte → Tryptase, Histamin, Proteasen → direkte Aktivierung von TRPV1 + PAR2 auf Nozizeptoren → Schmerzimpuls. Mastzellstabilisatoren (Cromoglicinsäure, Ketotifen) in kleinen Studien bei FBS wirksam.

Psychosoziale Faktoren im Detail

ELTERLICHE FAKTOREN

  • Elterliches Katastrophisieren → stärkste Assoziation mit Beeinträchtigung
  • Überprotektion → verhindert Rückkehr zur Normalaktivität
  • Eigene Schmerzklagen der Eltern → Modelllernen
  • Elterliche Angststörungen → Übertragung auf Kind
  • Sekundärer Krankheitsgewinn (Schulvermeidung ermöglicht)
  • Elterntraining reduziert kindliche Beeinträchtigung signifikant

KINDLICHE FAKTOREN

  • Temperament: ängstlich, perfektionistisch, leistungsorientiert
  • Kognitive Stile: Katastrophisieren, Hilflosigkeit, Kontrollverlust
  • Vermeidungsverhalten als aufrechterhaltender Faktor
  • Schwierigkeiten mit Emotionsregulation
  • Niedrige Frustrationstoleranz, hohe Schmerzfokussierung
  • Alexithymie: Unfähigkeit, Emotionen zu benennen → körperlich

SCHULISCHE FAKTOREN

  • Schulphobie / Schulangst als häufigster Trigger
  • Mobbing und soziale Ausgrenzung
  • Leistungsdruck und Perfektionismus
  • Angst vor Unterrichtsversäumnis (paradox)
  • Prüfungsangst, Schulwechsel, neue Klasse
  • Fehlende Toilettenmöglichkeiten → Vermeidung

FRÜHKINDLICHE FAKTOREN

  • Frühkindliche Koliken als Risikofaktor für spätere FBS
  • Frühe Trennungserlebnisse, Krankenhausaufenthalte
  • Körperlicher oder emotionaler Missbrauch (3-6× höheres FBS-Risiko)
  • Elterliche psychische Erkrankungen in früher Kindheit
  • Epigenetische Programmierung der HPA-Achse durch frühen Stress
  • Bindungsstil (insichere Bindung → erhöhte Schmerzsensitivität)
05

Diagnostik

FBS ist eine positive klinische Diagnose – nicht nur Ausschluss! Das charakteristische Symptommuster (Lokalisation, Tagesrhythmus, Stresszusammenhang) erlaubt bei Fehlen von Alarmsymptomen die klinische Diagnose mit einem minimalen Screening-Panel. Überdiagnostik verstärkt Krankheitsidentität und verschlechtert die Prognose.

  1. Ausführliche biopsychosoziale AnamneseSchmerzcharakter: Lokalisation, Qualität, Intensität (NRS 0–10), Dauer, Frequenz; Zusammenhang mit Mahlzeiten, Stuhlgang, Menstruation; Tagesrhythmus (Schule! Wochenende! Ferien!); Begleitsymptome (Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel); Schlaf; Nahrungsunverträglichkeiten (Laktose, FODMAPs); psychosoziale Anamnese: Schulsituation, Leistungsdruck, Freundschaften, familiäre Konflikte, Mobbing, Traumata; Elternanamnese: eigene Schmerzklagen, Umgang mit Kinderschmerzen, Katastrophisieren; Familienanamnese funktionelle GI-Erkrankungen.
  2. Körperliche UntersuchungGewicht + Größe (Wachstumskurve obligat!); Pubertätsstadium (Tanner); Abdomen: diffuser Druckschmerz möglich (kein peritonitisches Bild), kein tastbarer Tumor, kein Organomegalie; perianaler Befund (unauffällig bei FBS); Haut (Erythema nodosum? Aphten?); Gelenke (Arthritis?); Augen (Uveitis?); Positiver Carnett-Test (Bauchdeckenschmerz bei Muskelkontraktion) → funktionelle Komponente. Wichtig: normaler Körpergewichtsverlauf beruhigt Eltern.
  3. Minimales Labor-Panel (Basisscreening)Blut: Kleines Blutbild (Anämie → organisch!), CRP, BSG, Albumin, Leberwerte, TSH. Serologie: Anti-tTG IgA + Gesamt-IgA (Zöliakie – obligat!). Stuhl: Calprotectin (Schlüsselparameter: <50 µg/g = FBS sehr wahrscheinlich; >200 µg/g = Endoskopie); Stuhlkulturen nur bei Infektverdacht. Urin: Urinstatus (Harnwegsinfekt ausschließen). Optional: H2-Atemtest (Laktose/Fruktose) bei entsprechendem klinischem Verdacht; H.-pylori-Stuhlantigen bei epigastrischen Beschwerden.
  4. Bildgebung – sehr selektivAbdomensonographie: sinnvolles Screening bei untypischem Schmerzmuster, tastbarer Resistenz, Flankenschmerzen; bei typischem FBS-Bild nicht obligat. Röntgen / MRT / CT: nur bei spezifischem organischem Verdacht (keine Routine!). Strahlenexposition bei Kindern minimieren. Endoskopie: nur bei Alarmsymptomen oder erhöhtem Calprotectin – nie als Routine bei typischem FBS.
  5. Psychologische DiagnostikBei Schulabsentismus >4 Wochen, Verdacht auf Angststörung/Depression, ausbleibender Besserung nach initialem Management: strukturiertes psychologisches Screening. Instrumente: SCARED (Angst-Screening), PHQ-A (Depression Adoleszente), CPSS (kindliche Stressskala), FaBel (Familien-Belastungsfragebogen). Schmerztagebuch (2–4 Wochen): Intensität, Häufigkeit, Auslöser, Schulbesuch dokumentieren → diagnostisch + therapeutisch wertvoll.

Überdiagnostik vermeiden – aktiv! Jede unnötige Untersuchung bei FBS sendet die Botschaft: „Wir suchen noch nach einer gefährlichen Ursache." Das verstärkt elterliche Sorgen, Krankheitsidentität des Kindes und Katastrophisieren. Nach dem initialen Screening ohne Red Flags: positive Diagnose FBS stellen, biopsychosoziales Modell erklären und Therapie beginnen – keine weiteren Untersuchungen bei gleicher Symptomatik. Neue Red Flags → erneute Evaluation.

06

Differenzialdiagnosen

Bei typischem FBS-Bild und fehlendem Alarmsymptom ist die Differenzialdiagnostik durch das Basisscreening ausreichend abgedeckt. Folgende Erkrankungen müssen gezielt ausgeschlossen werden – sie können sich als FBS-Phänotyp präsentieren.

ErkrankungFBS-ähnliche PräsentationWegweisende UnterschiedeScreening-Test
ZöliakieBauchschmerzen, Blähungen, Durchfall; kann oligo-/asymptomatisch sein; „stille" Zöliakie als FBS verkanntGewichtsverlust / Gedeihstörung; Anämie (Eisenmangel); Osteoporose; Dermatitis herpetiformis; erhöhte Transaminasen; positive FAAnti-tTG IgA + Gesamt-IgA (obligat!); bei positivem Befund: Duodenalbiopsie
Morbus CrohnDiffuse Bauchschmerzen, Gewichtsverlust; oft jahrelange Fehldiagnose FBS; insidioser Beginn ohne Blut möglichGewichtsverlust, Wachstumsretardierung; perianale Läsionen; Fieber; erhöhtes CRP; Calprotectin >200Calprotectin + CRP + Blutbild; bei Auffälligkeit: Koloskopie + MRE
LaktoseintoleranzBauchschmerzen + Blähungen + Durchfall nach Milchprodukten; sehr ähnlich FBS / RDSKlarer zeitlicher Zusammenhang mit Laktosekonsum (30–120 min); Besserung unter Laktose-EliminationH2-Atemtest (Laktose); Laktase-Aktivitätstest
H.-pylori-GastritisEpigastrische Schmerzen, Übelkeit, Völlegefühl; präsentiert sich als funktionelle DyspepsieEpigastrische Lokalisation dominant; Übelkeit, Erbrechen; ggf. Teerstuhl bei Ulkus; epidemiol. Risiko (Entwicklungsländer)H.-pylori-Stuhlantigen (Erstlinie); ¹³C-Atemtest; bei Komplikationen: Gastroskopie
Appendizitis (chronisch-rezidivierend)Rezidivierende rechtsseitige Bauchschmerzen; zwischen Episoden beschwerdefrei (ähnlich abdomineller Migräne)Rechtsbetonte Lokalisation (McBurney); Fieber; CRP/Leukozyten erhöht; keine Stuhlgang- oder Mahlzeiten-AssoziationSono; Laborwerte; ggf. MRT-Abdomen
Ovarialzyste / EndometrioseUnterbauchschmerzen bei Mädchen in Adoleszenz; zyklisch betont; DD abdominelle MigräneZyklusabhängigkeit (perimenstruell); gynäkologische Befunde; keine GI-Symptome dominant; DysmenorrhoeGynäkologische Untersuchung; Sono (transvaginal); ggf. Laparoskopie bei Endometriose-Verdacht
Nierenerkrankung / UrolithiasisFlankenschmerzen, die als Bauchschmerzen fehlgedeutet werden; besonders bei Kindern mit rezidivierenden HarnwegsinfektenFlankenschmerz ausstrahlend in Leiste; Hämaturie; Fieber bei HWI; intermittierend, sehr intensiv (Koliken)Urinuntersuchung; Sono Nieren/Harnwege; Kalzium/Oxalat/Zitrat im Urin
Psychische Erkrankung primärSomatisierungsstörung / somatoforme Schmerzstörung: multiple körperliche Symptome ohne organischen Befund; Schmerz dominierend; stark beeinträchtigendMultiple Organsysteme betroffen; starke psychiatrische Komorbidität; ausgeprägte Inanspruchnahme medizinischer Versorgung; kein therapeutisches Ansprechen auf GI-Therapie alleinPsychologisches Assessment; PHQ-SADS; DSM-5-Kriterien somatische Belastungsstörung F45
07

Therapiemöglichkeiten

Die Therapie funktioneller Bauchschmerzen ist multimodal, biopsychosozial und subtypenspezifisch. Der wichtigste und wirksamste Schritt ist das diagnostische Gespräch mit Erklärung des biopsychosozialen Modells. Pharmakologische Therapie ist additiv. Psychologische Interventionen haben die stärkste Evidenz. Ziel: nicht Schmerzfreiheit, sondern Funktionserhalt und Lebensqualität.

  • BASISDiagnostisches Gespräch & Erklärungsmodell – wirksamster Schritt

    Das biopsychosoziale Erklärungsmodell ist Therapie: Dem Kind erklären (altersgerecht, z.B. „Dein Bauch-Alarm ist zu empfindlich eingestellt – wie ein Feuermelder, der auch beim Toast piept"): Schmerz ist real; entstammt einer überempfindlichen Darm-Hirn-Verbindung; kein Tumor, keine gefährliche Erkrankung; aber auch keine Einbildung. Den Eltern erklären: Katastrophisieren verstärkt den Schmerz; Überprotektion verlängert das Leiden; Rückkehr zur Normalaktivität ist Therapie. Klare Botschaft: „Ihr Kind ist in guten Händen – wir behandeln das gemeinsam." Keine weiteren Untersuchungen ankündigen, wenn Red Flags fehlen. Positiver Effekt: allein das Gespräch reduziert bei ~50 % die Schmerzen kurzfristig (Placebo-Kontrollstudien).

  • STUFE 1Psychologische Interventionen – stärkste Evidenz

    Kognitive Verhaltenstherapie (KVT): Stärkste Evidenz für pädiatrische FBS (Metaanalysen; NNT ~3). Inhalte: Katastrophisieren erkennen und umstrukturieren; Schmerzakzeptanz; Exposition (trotz Schmerzen Schule gehen); Elternmodul (Katastrophisieren reduzieren, Normalaktivität fördern); Entspannungstechniken. 6–12 Sitzungen; Einzel oder Gruppe; auch internet-basierte KVT (iKVT) evidenzbasiert. Gut-directed Hypnotherapy: Sehr gute Evidenz speziell bei Kindern (Studienlage stark; Vlieger et al.); Remissionsraten 60–80 %; Wirkung über 5 Jahre nachgewiesen; Selbsthypnose-CD zur Heimanwendung. Biofeedback / Atemtherapie: Herzratenvariabilitäts-Biofeedback verbessert vagale Tonusregulation → reduziert viszerale Hypersensitivität; 6–10 Sitzungen. Achtsamkeitsbasierte Therapie (MBSR, MBCT): für Jugendliche ab 12 Jahren; Schmerzakzeptanz und Aufmerksamkeitslenkung.

  • STUFE 2Lifestyle & Diätetische Interventionen

    Regelmäßige Tagesstruktur: Feste Schlaf-/Wachzeiten; regelmäßige Mahlzeiten (3 Hauptmahlzeiten); ausreichend Trinken (1,5–2 l/d); körperliche Aktivität (≥30 min/d aerob) → reduziert Angst und verbessert GI-Motilität. Low-FODMAP-Diät: bei dominanter Blähungs- / Diarrhoe-Komponente; 4–8 Wochen Elimination → schrittweise Wiedereinführung; diätetische Begleitung obligat. Lösliche Ballaststoffe: Flohsamenschalen (5–10 g/d) bei FBS mit Obstipations-Komponente; vermeidet unlösliche Ballaststoffe (Weizenkleie → Verschlechterung möglich). Probiotika: L. rhamnosus GG, B. infantis: 4–8 Wochen Therapieversuch sinnvoll; moderate Evidenz; sicher und nebenwirkungsarm. Schulreintegration als Therapieelement: aktive ärztliche Empfehlung; Schulbesuch trotz Schmerzen; koordinierte Rückkehr mit Schule planen.

  • STUFE 3Pharmakologische Therapie – symptomatisch & neuromodulatorisch

    Trizyklische Antidepressiva (TZA) – Neuromodulation (nicht Antidepressivum-Dosierung!): Amitriptylin 10–25 mg/d abends (ab 8 J.); NASPGHAN-empfohlen; reduziert viszerale Hypersensitivität + verbessert Schlaf; PLANET-Studie: moderater Effekt bei Kindern. Pfefferminzöl (IBgard / Iberogast): gut evidenzbasiert (Cochrane); TRPV1-Antagonismus + Spasmolytikum; Pfefferminzöl-Kapseln magensaftresistent (vermeidet Sodbrennen); sicher ab 8 Jahren. Antispasmodika: Butylscopolamin (Buscopan) bei akuten Koliken (symptomatisch); Mebeverin bei Erwachsenen, off-label Kinder. Subtypenspezifisch: bei funktioneller Dyspepsie: PPI (Omeprazol, Pantoprazol) 4–8 Wochen; bei abdomineller Migräne: Cyproheptadin 0,25 mg/kg/d als Prophylaxe; Sumatriptan bei Episoden (off-label). Mastzellstabilisatoren (off-label): Cromoglicinsäure, Ketotifen bei Hinweisen auf Mastzell-vermittelte Hypersensitivität; kleine Studienlage.

  • STUFE 4Intensivierte / stationäre Therapie bei schwerem Verlauf

    Indikation für intensive Therapie: Schulabsentismus >3 Monate; schwere psychiatrische Komorbidität (Angststörung, Depression, Suizidalität); Verdacht auf somatoforme Schmerzstörung F45; ausbleibende Besserung nach 6 Monaten ambulanter Therapie; ausgeprägte familiäre Dysfunktion. Stationäre psychosomatische Rehabilitation: Interdisziplinäres Team (Pädiater, Kinderpsychologe/-psychiater, Physiotherapeut, Ergotherapeut, Schulunterricht); Dauer: 4–8 Wochen; Ziel: Schmerzakzeptanz, Schulfähigkeit, soziale Reintegration; Elternschulungsprogramm parallel. Multidisziplinäre Schmerzprogramme (MDP): Ambulante Intensivprogramme (3–5 Tage/Woche); Deutsches Kinderschmerzzentrum Datteln als Referenz. SSRI bei psychiatrischer Komorbidität: Sertralin / Escitalopram bei Angststörung/Depression (ab 6 / ab 12 J.); behandelt Komorbidität, verbessert FBS indirekt. Keine direkte Evidenz für FBS-spezifische SSRI-Wirkung.

Besonderheiten nach FBS-Subtyp

🎯

FAP-NOS: Kerntherapie

KVT + Hypnotherapie als Erstlinie. Klares Erklärungsmodell. Schulreintegration als Therapieziel Nr. 1. Amitriptylin bei anhaltenden Schmerzen + Schlafstörung. Regelmäßige Verlaufskontrollen geplant (nicht nur bei Krisen) → reduziert Inanspruchnahme-Verhalten.

🍽️

Funkt. Dyspepsie: Magentherapie

PPI (Omeprazol 1 mg/kg/d, max. 20–40 mg) 4–8 Wochen als Therapieversuch. H.-pylori-Eradikation wenn positiv. Kleine, häufige Mahlzeiten; fettarm; kein Koffein. Prokinetika (Domperidon off-label) bei Magenentleerungsstörung. KVT bei persistenter Dyspepsie.

💊

Abdominelle Migräne: Prophylaxe

Cyproheptadin 0,25 mg/kg/d (max. 8 mg/d) als Prophylaxe; Evidenz bei Kindern gut (≥50 % Episodenreduktion). Identifikation und Meidung von Triggern (Stress, Schlafmangel, bestimmte Nahrungsmittel). Sumatriptan nasal bei Episoden (ab 12 J., off-label). Familienmigräne mitbehandeln.

📚

Schule & Familie: Systemebene

Schulkontakt: Arztbrief mit Erklärung des Krankheitsmodells; Toilettenerlaubnis; keine Heimschickung bei Schmerzen (verstärkt Vermeidung!). Elterntraining: „Schmerz nicht überdramatisieren, Kind trotzdem ernst nehmen." Regelmäßige Struktur vermittelt Sicherheit.

Prognose: ~50–70 % der Kinder mit FBS verbessern sich im Verlauf deutlich oder werden beschwerdefrei. Günstige Faktoren: kurze Krankheitsdauer, keine psychiatrische Komorbidität, motivierte Familie, frühzeitige biopsychosoziale Behandlung. ~30 % chronifizieren ins Erwachsenenalter (dann oft RDS oder Fibromyalgie). Frühzeitige KVT und konsequente Schulreintegration sind die wirksamsten Prognoseverbesserer.

08

Expertenzentren D-A-CH

Führende Experten und Zentren für pädiatrische funktionelle Bauchschmerzen, chronische Schmerzsyndrome und biopsychosoziale Schmerztherapie bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

🇩🇪 Deutschland
Prof. Dr. Angelika Kindler
Kinderpsychosomatik & Schmerztherapie
Deutsches Kinderschmerzzentrum, Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln
DATTELN
Führendes Zentrum Deutschland: multimodale Kinderschmerztherapie; FBS; KVT; interdisziplinäre stationäre Programme; Schulreintegration; DGSS-Zertifizierung
Nationales ZentrumMultimodal
Prof. Dr. Paul Enck
Psychosomatik & Darm-Hirn-Achse
Universitätsklinikum Tübingen – Psychosomatische Medizin
TÜBINGEN
Darm-Hirn-Achse; Placebo-Forschung bei FBS; viszerale Hypersensitivität; Hypnotherapie-Wirksamkeit; ENS-Physiologie; grundlegende FBS-Pathophysiologie
Darm-Hirn-AchsePlacebo FBS
Prof. Dr. Sibylle Koletzko
Pädiatrische Gastroenterologie
Dr. von Haunersches Kinderspital, LMU München
MÜNCHEN
Pädiatrische FBS; chronische Bauchschmerzen; Ausschlussdiagnostik; Rom-IV-Klassifikation pädiatrisch; Überdiagnostik vermeiden; H.-pylori-Leitlinien; NASPGHAN
FBS-DiagnostikNASPGHAN
Prof. Dr. Michael Schemann
Enterisches Nervensystem
Technische Universität München (TUM)
MÜNCHEN / FREISING
Mastzell-Nerv-Interaktion; enterische Hypersensitivität; TRPV1-Mechanismen; Grundlagenforschung Darm-Hirn-Achse; Tryptase bei FBS; therapeutische Targets
ENS-GrundlagenforschungMastzellen
Kinderschmerzzentrum Hamburg
Regionales Schmerzzentrum
Kinderscmerzzentrum, Altonaer Kinderkrankenhaus Hamburg
HAMBURG
Multimodale Kinderschmerztherapie; FBS; KVT; interdisziplinäre Behandlung; ambulante und stationäre Schmerzprogramme; Norddeutschland
Regionales ZentrumAmbulant + Stationär
Kinderschmerzzentrum Augsburg
Regionales Schmerzzentrum
Kinderklinik Augsburg – Kinderpsychosomatik & Schmerztherapie
AUGSBURG
FBS; chronische Bauchschmerzen; somatoforme Störungen; multimodale Schmerztherapie; KVT; Hypnotherapie; Familientherapie; Schulreintegration
HypnotherapieFamilientherapie
🇦🇹 Österreich
Österreichisches Kinderschmerznetz
Nationales Netzwerk
Österreichisches Kinderschmerznetz (ÖKS) – Wien / Graz / Innsbruck
ÖSTERREICH
Nationales Netzwerk pädiatrischer Schmerzzentren; FBS; chronische Bauchschmerzen; interdisziplinäre Behandlungspfade; Leitlinienentwicklung; Schulungsprogramme Österreich
Nationales Netz ATLeitlinien AT
Kinderschmerzzentrum Wien
Pädiatrische Schmerztherapie
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, MedUni Wien / AKH
WIEN
Chronische Bauchschmerzen; somatoforme Störungen; KVT; multimodale Therapie; Schulverweigerung; FBS bei Adoleszenten; interdisziplinäre Sprechstunde
Somatoforme StörungenKVT Kinder AT
🇨🇭 Schweiz
Prof. Dr. Markus Landolt
Klinische Psychologie & Schmerzpsychologie
Kinderspital Zürich – Klinische Psychologie / Psychosomatik
ZÜRICH
Chronische Bauchschmerzen bei Kindern; KVT; Hypnotherapie; Angststörungen + FBS; Resilienz; elterliches Coping; Schulabsentismus; psychologische Interventionen
Hypnotherapie CHKVT Kinder
Kinderschmerzzentrum Basel
Regionales Schmerzzentrum
Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB)
BASEL
Pädiatrische chronische Schmerzsyndrome; FBS; Migräne; Bauchschmerzen; interdisziplinäre Schmerzsprechstunde; multimodale Therapie; Schulreintegration
Regionales Zentrum CHInterdisziplinär
Kinderschmerzzentrum Bern
Regionales Schmerzzentrum
Inselspital Bern – Kinderschmerzsprechstunde
BERN
Chronische pädiatrische Schmerzsyndrome; funktionelle Bauchschmerzen; multimodale Therapie; KVT; Physiotherapie; psychosomatische Mitbehandlung; Schulkontakt
Inselspital BernSchmerzsprechstunde

Fachgesellschaften & Ressourcen: DGVS S3-Leitlinie RDS / FBS (AWMF 021-016) · DGKJ – Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin · NASPGHAN Chronic Abdominal Pain Guideline (Hyams et al. 2016) · ESPGHAN – European Society for Paediatric Gastroenterology · Rome Foundation (romecriteria.org) – H-Kategorien pädiatrisch · Deutsches Kinderschmerzzentrum Datteln (kinderschmerzzentrum.de) · Österreichisches Kinderschmerznetz · BZgA – Informationsmaterial Bauchschmerzen Kinder · Deutsche Schmerzgesellschaft (DGSS)