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Grundlagen & Pathophysiologie

Colitis ulcerosa (CU) ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) mit kontinuierlicher, auf die Kolonschleimhaut (Mukosa und Submukosa) beschränkter Entzündung, die stets im Rektum beginnt und sich unterschiedlich weit nach proximal ausdehnt. Im Kindesalter findet sich bei über 80 % ein ausgedehnter oder Pankolitis-Befall – deutlich häufiger als bei Erwachsenen. Die Pathogenese beruht auf einem komplexen Zusammenspiel von genetischer Prädisposition, Dysbiose des intestinalen Mikrobioms und einer dysregulierten Th2/Th9-dominierten mukosalen Immunantwort.

Mukosa-Immunologie: Anders als Morbus Crohn ist CU überwiegend eine Th2/Th9-vermittelte Erkrankung. IL-13 (Th2) schädigt direkt Tight Junctions und Muzin-Produktion (Becherzellen-Verlust). IL-9 (Th9) verstärkt Mastzell-Aktivierung → Histamin-Freisetzung → Mukosapermanenz. Zusätzlich: Th17-Komponente mit IL-17A → Neutrophilen-Rekrutierung → Kryptenabszesse. Zentral: gestörte Treg-Funktion → fehlende Toleranz gegenüber Kolonbakterien. NKT-Zellen aktivieren IL-13-Produktion durch Epithelzellen.

Epitheliale Barrierestörung & Mikrobiom

Genetische PrädispositionHLA, IL10, ECM1, CDH1
Dysbiose↓ F. prausnitzii · ↑ Fusobacterium
Barrierestörung↓ Muzin · Tight-Junction-Defekt
Mukosale DysregulationTh2/Th9 · IL-13 · NKT · IL-5
Kontinuierliche EntzündungKryptenabszesse · Ulzerationen
~80 %
Pankolitis bei pädiatrischer CU (vs. ~20–30 % Erwachsene)
200+
Bekannte Suszeptibilitätsloci (GWAS); Überlappung mit MC
pANCA
Serologischer Marker (~60–70 % positiv bei CU)
10–15 %
Kolektomierate innerhalb 10 Jahre nach Diagnose

Pathophysiologische Grundlagen

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Th2 / Th9 – Zytokin-Profil

Dominante Immunantwort bei CU: Th2 → IL-4, IL-5, IL-13; Th9 → IL-9. IL-13 wirkt direkt auf Enterozyten: hemmt Tight-Junction-Expression (Claudin-2 hochreguliert → Leckage) + hemmt Mukus-Sekretion der Becherzellen → epitheliale Barriere kollabiert. IL-5 → Eosinophilen-Rekrutierung (besonders bei pädiatrischer CU ausgeprägt).

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NKT-Zellen & IL-13-Produktion

Natürliche Killer-T-Zellen (NKT) bei CU vermehrt in der Mukosa; CD1d-abhängige Aktivierung durch Lipid-Antigene → massiv IL-13-Freisetzung → IL-13Rα2-Expression auf Enterozyten. Dieser Mechanismus unterscheidet CU fundamental von MC (Th1/Th17) und erklärt die gewebespezifische Schleimhautschädigung ohne transmurale Beteiligung.

Kryptenabszesse & Ulzerationen

IL-8 + IL-17A → massiver Neutrophilen-Einstrom → Kryptenlumen-Füllung mit Neutrophilen → Kryptenabszesse (pathognomonisch). Ruptur der Krypten → oberflächliche Mukosa-Ulzerationen. Charakteristisch: kontinuierlich, auf Mukosa/Submukosa begrenzt (keine transmurale Entzündung → keine Fisteln, keine Stenosen). Pseudopolypen = entzündliche regenerative Schleimhautinseln zwischen Ulzerationen.

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Becherzell-Depletion & Muzin-Verlust

Becherzell-Verlust → reduzierte Muzinschicht (MUC2) → direkter Kontakt von Bakterien mit Enterozyten → TLR-Aktivierung → NF-κB → proinflammatorische Kaskade. IL-13-vermittelte Hemmung der MUC2-Transkription + ER-Stress in Becherzellen → Apoptose. Diagnostisch im Biopsat: Becherzelldepletion = Aktivitätsmarker.

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Dysbiose & Mikrobiom

CU-assoziiert: ↓ Faecalibacterium prausnitzii (entzündungshemmend, Butyrat-Produzent), ↓ Roseburia, ↑ Fusobacterium nucleatum, ↑ Proteobacteria. Butyrat-Mangel → gestörte Energieversorgung der Kolonozyten → Barriereschwäche. Fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) bei CU-Studien mit moderater Wirksamkeit (FDA-Zulassung noch ausstehend pädiatrisch).

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Continuum-Befall & Ausdehnung

CU beginnt immer im Rektum, breitet sich kontinuierlich nach proximal aus. Keine gesunden Zwischenabschnitte (Diskontinuität wäre verdächtig für MC oder infektiöse DD). Backwash-Ileitis: bei Pankolitis kann das terminale Ileum sekundär entzündet sein (5–10 %) – wichtig: kein Zeichen für MC! Appendixbefall möglich als „Skip-Lesion" (Appendix-Patch).

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Klinische Symptome

Leitsymptom der Colitis ulcerosa ist die blutig-schleimige Diarrhoe in Kombination mit Tenesmen und abdominellen Krämpfen. Im Kindesalter verläuft die Erkrankung oft schwerer und ausgedehnter als bei Erwachsenen. Extraintestinale Manifestationen treten bei 25–35 % der Kinder auf.

Intestinale Manifestationen

LEITSYMPTOME

  • Blutig-schleimige Diarrhoe (Leitsymptom, >90 %)
  • Tenesmen (imperativer, krampfartiger Stuhldrang)
  • Abdominelle Krämpfe (meist links, vor Stuhlgang)
  • Nächtlicher Stuhlgang (wichtiges Alarmsymptom!)
  • Häufige Stuhlgänge (>4/Tag = leichtgradig, >6 = schwer)
  • Gewichtsverlust, Anorexie, Schwäche

SCHWERES SCHUB / NOTFALL

  • >6 blutige Stühle/Tag + systemische Zeichen
  • Fieber (>37,8 °C)
  • Tachykardie (>90/min)
  • Anämie (Hb <10,5 g/dl) + CRP >30 mg/l
  • Toxisches Megakolon: Kolon >6 cm + Fieber
  • → Sofortige stationäre Einweisung + i.v. Therapie!

PÄDIATRISCHE BESONDERHEITEN

  • Pankolitis bei ~80 % (vs. ~30 % Erwachsene)
  • Häufiger schwerer Erstschub
  • Anämie als Erstsymptom (oft ohne Blutung sichtbar)
  • Gedeihstörung, Wachstumsretardierung (seltener als MC)
  • Verzögerte Pubertät bei langdauernder Aktivität
  • Höheres PSC-Risiko als bei Erwachsenen

KOMPLIKATIONEN

  • Toxisches Megakolon (lebensbedrohlich!)
  • Massive rektale Blutung → hämorrhagischer Schock
  • Kolonperforation (selten, meist bei Megakolon)
  • Kolorektales Karzinom (↑ Risiko ab 8–10 J. Erkrankungsdauer)
  • Thromboembolien (aktive CU → erhöhtes TVT-Risiko)
  • Anämie + Hypoalbuminämie

Extraintestinale Manifestationen (EIM)

OrgansystemManifestationHäufigkeitKorrelation mit Aktivität
GelenkePeriphere Arthritis (Typ I: pauciarticular, parallell zu CU; Typ II: polyarticulär, unabhängig); Sakroiliitis; HLA-B27-assoziierte Spondylarthropathie15–25 %Typ I: parallel; Typ II + Sakroiliitis: unabhängig; häufiger bei CU mit PSC
Leber / Gallenwege (PSC)Primär sklerosierende Cholangitis (PSC): wichtigste hepatobiliäre EIM bei CU; häufiger bei CU als bei MC; oft asymptomatisch → Zufallsbefund; γGT-Erhöhung; später Cholestase, ZirrhosePSC: 3–7 % (höher bei pädiatrischer CU)PSC: unabhängig von Darmaktivität – Darm-CU kann in Remission sein!
HautErythema nodosum (Unterschenkel, druckdolente Knoten); Pyoderma gangraenosum (Ulkus, oft Unterschenkel oder periostomal); Sweet-Syndrom5–12 %EN: meist parallel; PG: oft unabhängig; beide ansprechen auf CU-Therapie
AugenEpiskleritis (superfizielle Entzündung, selbstlimitierend); Uveitis anterior (tief, Schmerzen, Photophobie, Visus↓ → Ophthalmologenkonsil!); Iritis3–8 %Episkleritis: parallel; Uveitis: oft unabhängig; Uveitis → Erblindungsrisiko!
KnochenOsteopenie/Osteoporose: Entzündungszytokinvermittelt (IL-6, TNF-α) + Kortikosteroide → gestörter Knochenstoffwechsel; Vitamin-D-Mangel; Frakturrisiko↑20–40 % OsteopenieParallel zu Aktivität + Steroid-assoziiert
HämatologischEisenmangelanämie (chronischer Blutverlust); Anämie chronischer Erkrankungen; Thrombozytose (reaktiv bei Entzündung); Thromboembolien (TVT, Lungenembolie) – erhöhtes Risiko bei aktivem Schub60–80 % Anämie aktivAnämie + Thrombozytose: parallel zu Aktivität

Schweregradbeurteilung – PUCAI (Paediatric Ulcerative Colitis Activity Index)

PUCAI 0–9

Remission

Keine oder minimale Symptome; keine Therapieanpassung erforderlich; Ziel jeder Therapie. Calprotectin <150–200 µg/g als Mukosaheilungs-Surrogatmarker.

PUCAI 10–34

Leichte Aktivität

Ambulante Therapie möglich; 5-ASA oral ± rektal; orale Kortikosteroide selten nötig. Regelmäßige Calprotectin-Kontrollen.

PUCAI 35–64

Moderate Aktivität

Orale Kortikosteroide 1 mg/kg/d (max. 40 mg Prednisolon); Mesalazin weiterführen; bei Steroidversagen: Biologika oder Ciclosporin erwägen.

PUCAI ≥65

Schwere Aktivität

Stationäre Aufnahme; i.v. Methylprednisolon 1 mg/kg/d (max. 60 mg); Engmaschige Überwachung; bei fehlendem Ansprechen nach 3–5 Tagen → Rescue-Therapie (Ciclosporin, Infliximab) oder Kolektomie.

Akute schwere CU (ASUC)

Fulminanter Schub

>6 blutige Stühle/Tag + ≥1 systemisches Zeichen (Fieber, Tachykardie, Anämie, CRP >30). Intensivmonitoring. Nach 3 Tagen i.v.-Steroiden: Rescue (Infliximab oder Ciclosporin) oder Kolektomie diskutieren.

PUCAI-Komponenten

Score-Berechnung

Abdominale Schmerzen (0–10 Pkt.); rektale Blutung (0–30 Pkt.); Stuhlkonsistenz (0–10 Pkt.); Stuhlfrequenz/24 h (0–20 Pkt.); nächtlicher Stuhlgang (0–10 Pkt.); Aktivitätsniveau (0–10 Pkt.) → max. 85 Punkte.

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Diagnostik

Die Diagnose der Colitis ulcerosa beruht auf dem Goldstandard Ileokoloskopie mit Histologie (Biopsien aus mindestens 5 Kolonabschnitten + terminalem Ileum). Ausschluss infektiöser Ursachen ist obligat vor Diagnosestellung. Der PUCAI-Score dient der standardisierten Aktivitätserfassung.

  1. Anamnese & KlinikSymptomcharakter und -dauer: Frequenz blutiger Durchfälle, Tenesmen, Krämpfe, nächtlicher Stuhlgang; Gewichtsverlust, Gedeihstörung; Familienanamnese CED; Medikamentenanamnese (NSAR, Antibiotika → irritative Kolitis); Reiseanamnese; Impfstatus. Körperliche Untersuchung: Abdomen (Druckschmerz, Resistenz), perianaler Befund (bei CU meist unauffällig!), Gewicht/Größe/Puberätsstadium.
  2. LabordiagnostikBlut: Blutbild (Anämie, Thrombozytose), CRP, BSG, Albumin, Gesamteiweiß, Ferritin/Transferrin, Vitamin D, Schilddrüse; Leberwerte + γGT (PSC-Screening); pANCA (positiv ~60–70 % CU) + ASCA (negativ bei CU); Gerinnung + D-Dimere (Thromboembolie-Risiko). Stuhl: Calprotectin (>200 µg/g: entzündungshinweisend), Lactoferrin; Stuhlkulturen (Salmonella, Shigella, Campylobacter, Yersinia, EHEC); Clostridium-difficile-Toxin A/B obligat (PCR); CMV-Ausschluss bei schwerem Schub oder Steroidversagen.
  3. Ileokoloskopie + ÖGD (Goldstandard)Ileokoloskopie mit Biopsien aus mindestens 5 Segmenten (Rektum, Sigma, Descendenz, Transversum, Aszendenz + terminales Ileum) + ÖGD (pädiatrisch obligat: MC-Ausschluss; oberer GI-Trakt). CU-typische Befunde: kontinuierliche Entzündung ab Rektum; Granularität, Ödem, Vulnerabilität (Kontaktblutung), Erosionen, Ulzera; Pseudopolypen bei Chronizität; Haustren-Verlust (Bleiröhrenkolon); Rektum immer betroffen! Histologie: Kryptenabszesse, Becherzelldepletion, Kryptenarchitekturstörung, Kryptendistortion; keine Granulome (außer Kryptenruptur-Granulome).
  4. BildgebungDarmsonographie: Wandverdickung, Hypervaskularisation (Doppler) im Kolon; gut für Verlaufskontrolle; kein Strahlung. MRT-Enteroklysma: bei Verdacht auf Dünndarmbefall (Backwash-Ileitis vs. MC-Dünndarm); CU hat keinen Dünndarmbefall außer Backwash-Ileitis. Röntgen Abdomen (Übersicht): bei schwerem Schub obligat → Toxisches Megakolon ausschließen (Kolon >6 cm). CT / Bariumeinlauf: nicht empfohlen im Kindesalter (Strahlung, invasiv).
  5. Aktivitätsindex & endoskopisches ScoringPUCAI (Paediatric Ulcerative Colitis Activity Index): klinischer Aktivitätsindex (0–85 Pkt.); validiert für Kinder; Remission <10, schwer ≥65. MUCOSA-Heilung: endoskopisch Mayo-Score 0–1; histologische Remission = Robarts-Histopathologie-Index. wPCDAI: für M. Crohn (unterschiedlich!). Calprotectin-Verlauf: nicht-invasive Schleimhautentzündungs-Kontrolle (<150–200 µg/g: Mukosaheilung); alle 3 Monate unter Therapie.

Endoskopische Aktivitätsbeurteilung – Mayo-Subscore

Mayo-ScoreEndoskopischer BefundHistologieKlinische Bedeutung
0 – NormalNormale Schleimhaut; kein Erythem; keine Fragilität; normales GefäßmusterKeine Entzündungszeichen; normales KryptenbildEndoskopische Remission; Therapieziel
1 – LeichtLeichtes Erythem; reduziertes Gefäßmuster; leichte Granularität; keine FragilitätGering gesteigerte Entzündung; erhaltene KryptenKlinische Remission möglich; Mukosaheilung unvollständig
2 – ModeratAusgeprägte Rötung; fehlende Gefäßzeichnung; Fragilität; Erosionen; kein SpontanblutenKryptenabszesse; Becherzelldepletion; gestörte ArchitekturAktive CU; Therapieintensivierung erforderlich
3 – SchwerSpontane Blutung; tiefe Ulzera; Pseudopolypen; ausgeprägte VulnerabilitätTiefe Ulzera; transmurale Abszesse; ausgeprägte BecherzelldepletionSchwere aktive CU; stationäre Therapie; Rescue erwägen

CMV-Diagnostik bei Steroidversagen: Cytomegalovirus-Kolitis kann einen refraktären CU-Schub triggern oder vortäuschen! Bei Steroidversagen: CMV-IgM/-IgG, CMV-PCR im Blut + CMV-Immunhistochemie aus Kolonsbiopsien. CMV-Nachweis → Ganciclovir-Therapie + CED-Immunsuppression reduzieren.

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Molekulargenetische Grundlagen

Colitis ulcerosa ist eine polygene Erkrankung mit über 200 identifizierten Suszeptibilitätsloci. Viele Loci überlappen mit Morbus Crohn (gemeinsame CED-Gene), aber spezifische CU-Gene betreffen besonders Epithelbarriere (ECM1, CDH1) und das mukosale Immunsystem (HLA-DRB1, IL10). Bei VEO-IBD (<6 Jahre) müssen monogene Ursachen aktiv ausgeschlossen werden.

Immunologische Schlüsselwege

Epithelbarriere

ECM1, CDH1, HNF4A

ECM1 (Extrazellulärmatrix-Protein 1): Stabilisierung der Basalmembran und Hemidesmosom-Integrität; ECM1-Varianten → geschwächte epitheliale Verankerung → erhöhte Permeabilität. CDH1 (E-Cadherin): Tight-Junction-Anker; Polymorphismen → geschwächter Zell-Zell-Kontakt. HNF4A: Regulator epithelialer Differenzierung → Tight-Junction-Genexpression.

Mukosale Immunregulation

IL10 / IL10RA-RB

IL-10: zentrales anti-inflammatorisches Zytokin der Kolonmukosa; IL-10-Defizienz → unkontrollierte Entzündung. Heterozygote IL-10-Varianten → mäßig erhöhtes CU-Risiko. Heterozygote IL10RA/B-Polymorphismen → Risikofaktor; homozygote Defekte → VEO-IBD (monogen; schweres frühes Onset).

Adaptive Immunität

HLA-DRB1 / TNFRSF14

HLA-DRB1*0103: stark mit schwerer CU assoziiert (extrakolonischer Befall, häufige Kolektomie). TNFRSF14 (HVEM): T-Zell-Ko-Stimulation → Th2-Polarisation begünstigt; TNFRSF14-Varianten assoziert mit CU. IL-2/IL-2RA-Signaling: Treg-Homöostase → Suszeptibilitätsvarianten → gestörte Toleranz.

Suszeptibilitätsgene der Colitis ulcerosa

Gen / LocusChromosomFunktion / RelevanzAssoziation
HLA-DRB1*01036p21MHC-II-Molekül; präsentiert Antigene an CD4+ T-Zellen; HLA-DRB1*0103 assoziiert mit schwerem CU-Phänotyp: ausgedehnter Befall, häufigere Kolektomie, mehr extraintestinale Manifestationen (Uveitis, PSC); HLA-DRB1*04 tendenziell protektivSchwere CU, Kolektomie-Risiko
ECM11q21Extrazelluläres Matrix-Protein 1; Stabilisierung der Basalmembran, Hemidesmosom-Anker; Interaktion mit Perlecan; ECM1-Varianten → geschwächte epitheliale Integrität → erleichterte Antigenpenetration in Mukosa; Verstärkung der Th2-Immunantwort; CU-spezifischer Locus (nicht bei MC)CU-spezifisch, Barriere
IL101q32Interleukin-10: zentrales mukosales antiinflammatorisches Zytokin; produziert von Treg, Makrophagen, dendritischen Zellen; IL-10 hemmt proinflammatorische Zytokine (TNF, IL-6, IL-12); Promotor-Polymorphismen → verringerte IL-10-Produktion → gestörte Toleranz; Schutzverlust gegenüber luminalen AntigenenGestörte Toleranz, Entzündung
CDH1 (E-Cadherin)16q22Epitheliales Zelladhäsionsmolekül; bildet Tight Junctions und Adherens Junctions; CDH1-Polymorphismen → verringerte E-Cadherin-Expression → erhöhte Epithelpermeabilität → Translokation luminaler Antigene; synergistisch mit IL-13-Effekt auf Tight Junctions (Claudin-2-Hochregulation)Epithelpermabilität
TNFRSF14 (HVEM)1p36Herpesvirus Entry Mediator; Ko-stimulatorischer Rezeptor auf T-Zellen; interagiert mit BTLA (inhibitorisch) und LIGHT (aktivierend); TNFRSF14-Varianten → gestörtes T-Zell-Ko-Stimulationsgleichgewicht → begünstigte Th2-Polarisierung → IL-13-Überproduktion in CU-MukosaTh2-Polarisierung
HNF4A20q13Hepatocyte Nuclear Factor 4α; Transkriptionsfaktor der epithelialen Differenzierung; reguliert Expression von Tight-Junction-Proteinen (Claudin-3, -4, -15) und Adherens Junctions; HNF4A-Polymorphismen → defekte Tight-Junction-Assemblierung → erhöhte Kolonpermeabilität; CU-spezifisch (nicht bei MC)CU-spezifisch, TJ-Regulation
IL23R1p31IL-23-Rezeptor; gemeinsamer Suszeptibilitätslocus mit MC; bei CU: Th17-Komponente (IL-17A → Neutrophilen-Rekrutierung → Kryptenabszesse); IL-23R-Varianten überlappen MC/CU; Schutzallel R381Q bei beiden CED-Formen; therapeutische Relevanz: Anti-IL-23-Biologika auch bei CU wirksamMC/CU-Overlap

PSC-CU-Genetik: Die Kombination Primär sklerosierende Cholangitis (PSC) + CU ist mit spezifischen HLA-Haplotypen assoziiert (HLA-B*08:01-DRB1*03:01). Kinder mit CU und γGT-Erhöhung → MRCP oder MRT-ERCP zum PSC-Ausschluss obligat. PSC verläuft unabhängig von der Darmaktivität! Ursodeoxycholsäure-Gabe ist umstritten (aktuell keine klare Evidenz für Progression-Verzögerung).

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Molekulargenetische Diagnostik

Routinemäßige Gendiagnostik ist bei CU im Kindesalter nicht indiziert. Die Diagnose ist klinisch-endoskopisch-histologisch. Serologische Marker (pANCA, ASCA) ergänzen die Differenzialdiagnose. Bei VEO-IBD oder atypischem Verlauf ist molekulare Abklärung essenziell.

pANCA & ASCA – Serologisches Differenzierungsprofil: pANCA positiv bei ~60–70 % der CU; ASCA (Anti-Saccharomyces cerevisiae Ak) negativ bei CU. Kombinationsprofil: pANCA+/ASCA– spricht für CU; ASCA+/pANCA– spricht für MC. Sensitivität/Spezifität reicht nicht für alleinige Diagnose – immer endoskopisch-histologische Bestätigung notwendig. Nützlich als ergänzende Diagnostik oder bei „IBD-unklassifiziert" (IBDU).

MethodeDurchführung / ReferenzwertIndikation bei CU Kindern
Ileokoloskopie + HistologieBiopsien ≥5 Kolonabschnitte + terminales Ileum + ÖGD; Kryptenarchitektur, Becherzelldepletion, Kryptenabszesse beurteilenGoldstandard; obligat zur Erstdiagnose und Aktivitätsbeurteilung; Mayo-Score; Dysplasiescreening ab 8 J. Erkrankungsdauer
Calprotectin (Stuhl)ELISA; Remissionsziel <150 µg/g; aktiv >200–300 µg/g; Verlaufskontrolle alle 3 MonateSchleimhautentzündungs-Surrogatmarker; Therapieansprechen; Rezidiverkennung; Unterscheidung organisch / funktionell
pANCA + ASCAIIFA (pANCA) + ELISA (ASCA IgA+IgG); pANCA+ bei ~65 % CU, ASCA– bei CUDifferenzialdiagnose CU vs. MC; bei IBDU (unklassifiziert); ergänzend, kein Goldstandard
MRCP / MRT-LeberMagnetresonanz-Cholangiopankreatikographie; non-invasiv; PSC-DiagnostikPSC-Ausschluss bei γGT-Erhöhung oder Verdacht; pädiatrisch bevorzugt vor ERCP; bei PSC-Diagnose: 6-monatliche Verlaufskontrolle
CMV-DiagnostikCMV-PCR Blut + Immunhistochemie (anti-CMV-AK auf Biopsien); CMV-IgG/IgM SerologieBei steroidrefraktärer CU obligat; CMV-Kolitis kann schweren Schub triggern oder imitieren; bei Nachweis: Ganciclovir
Monogene IBD-Panel (NGS)NGS: IL10RA, IL10RB, XIAP, WAS, TTC7A, DOCK8, LRBA, CGD-Gene, FOXP3 u.v.m.VEO-IBD (<6 Jahre); therapierefraktär; Immundefektverdacht; atypisch schwer; vor HSCT-Überlegung
Anti-TNF-Talspiegel + ADAInfliximab-Talspiegel (Ziel: 5–10 µg/ml CU); ADA; Anti-Drug-Antibodies (ADA)Therapiemonitoring bei Anti-TNF; sekundäres Therapieversagen → Talspiegel-basierte Therapieoptimierung vor Switch
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Differenzialdiagnosen

Die entscheidendste Differenzialdiagnose ist der Morbus Crohn mit Kolonbefall. Weitere wichtige DD sind infektiöse Kolitiden (immer ausschließen!), IBDU (IBD unclassified) und bei Kindern die allergische Proktokolitis der Säuglinge.

ErkrankungWegweisende KlinikDiagnostikAbgrenzung zur CU
Morbus Crohn (Kolon)Diskontinuierlicher Befall; Rektum oft ausgespart; Granulome; transmurale Entzündung; Fisteln/Stenosen; perianale Läsionen; DünndarmbefallEndoskopie + Histologie (Granulome); MRE; ASCA positiv; pANCA negativDiskontinuierlich; Rektum ausgespart; Granulome; Fisteln; Dünndarm befallen; ASCA+/pANCA–
Infektiöse KolitisAkuter Beginn; Fieber; Reiseanamnese / Lebensmittelexposition; Erbrechen; meist selbstlimitierend; kein ChronizitätszeichenStuhlkulturen (Salmonella, Shigella, Campylobacter, Yersinia, EHEC O157); C. difficile-PCR; Parasitologie; CMV-PCRErregernachweis; akuter Beginn; selbstlimitierend; keine Kryptenarchitekturstörung; keine Chronizität histologisch
IBD unclassified (IBDU)Klinisch und endoskopisch eindeutige CED-Befunde, aber keine klare Zuordnung zu CU oder MC möglich; ~10 % aller pädiatrischen CEDAlle CED-Diagnostik; Verlaufsbeobachtung → Reklassifikation nach 1–2 Jahren; Serologie (pANCA/ASCA)Keine eindeutige Klassifikation möglich; Therapie initial analog CU; regelmäßige Neubewertung obligat
Allergische Proktokolitis (Säugling)Blutbeimengung im Stuhl; Säuglinge <6 Monate; gestillte Kinder (mütterliche Kuhmilchprotein-Exposition); kein Fieber; kein systemisches KrankheitsgefühlElimination der Auslöseallergene (Mutter: kuhmilchfreie Diät); Stuhl-Eosinophile; Endoskopie nur bei UnsicherheitAlter <6 Monate; Assoziation mit Nahrungsmittelprotein; Abheilung nach Eliminationsdiät; keine Chronizitätszeichen
Strahlen- / medikamentöse KolitisAnamnestische Exposition (Chemotherapie, NSAR, Mycophenolatmofetil, Checkpoint-Inhibitoren); zeitlicher ZusammenhangAnamnese; Endoskopie; Histologie (eosinophil bei Medikamenten); Ausschluss CEDExpositionsanamnese; fehlende Familienanamnese CED; Besserung nach Absetzen; keine CED-typische Serologie
Funktionelle Darmerkrankung (IBS / funktionelle Bauchschmerzen)Bauchschmerzen ohne Blut im Stuhl; normale Laborwerte; Rom-IV-Kriterien; psychosozialer Trigger; kein Gewichtsverlust; kein nächtlicher StuhlgangCalprotectin <50 µg/g; CRP normal; Ausschlussdiagnose; keine Koloskopie-Notwendigkeit bei klarer KlinikKein Blut im Stuhl; Calprotectin normal; keine Entzündungszeichen; keine Wachstumsstörung; nächtliche Symptome fehlen
Henoch-Schönlein Purpura (IgA-Vaskulitis)Purpura (Unterschenkel/Gesäß); Arthralgien; Nierenbeteiligung; GI-Beteiligung (Bauchschmerzen, Blutung); Kinder <10 Jahre häufigKlinisch; Biopsie (IgA-Ablagerungen); Urin (Hämaturie, Proteinurie); Endoskopie bei GI-BeteiligungPurpura und Arthralgien; IgA-Ablagerungen; Nierenbeteiligung; akuter Verlauf; kein CED-Muster endoskopisch
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Therapiemöglichkeiten

Die Therapie der pädiatrischen CU folgt den ECCO/ESPGHAN-Leitlinien (2018/2021). Ziel ist die Mukosaheilung (histologische Remission). Die Therapie richtet sich nach der Ausdehnung (Paris-Klassifikation E1–E4) und der Schwere (PUCAI). Anders als MC haben 5-Aminosalizylate (5-ASA) bei CU eine wichtige remissionserhaltende Rolle.

  • STUFE 1A5-Aminosalizylate (5-ASA) – Erstlinie leichte bis moderate CU

    Mesalazin (5-ASA) oral: 30–50 mg/kg/d (max. 4 g/d); Galenik entscheidend: Pentasa (freigesetzt im Dünndarm), Salofalk/Claversal (pH-abhängig, Kolon). Mesalazin rektal: obligat bei Proktitis/Linksseitenkolitis; Einläufe, Suppositorien; Kombination oral + rektal wirksamer als allein. Ziel: Induktion und Erhaltung der Remission (leichte-moderate CU). Remissionserhaltung: Langzeittherapie mit 5-ASA ist evidenzbasiert bei CU! Cave: Nephrotoxizität (jährliche Nierenwertkontrollen). Sulfasalazin: Alternativ, günstiger, aber schlechtere Verträglichkeit (Kopfschmerzen, Übelkeit; Folsäure-Substitution!).

  • STUFE 1BKortikosteroide – Remissionsinduktion (zeitlich begrenzt)

    Prednisolon 1 mg/kg/d (max. 40 mg) oral über 4–8 Wochen mit Ausschleichschema; bei moderater CU oder 5-ASA-Versagen. Methylprednisolon i.v.: 1 mg/kg/d (max. 60 mg) bei stationärer schwerer CU (PUCAI ≥65). Cave: Kortikosteroide sind bei CU ebenfalls KEINE Langzeittherapie! Steroidabhängigkeit = Indikation für Therapieeskalation. Budesonid: bei CU deutlich weniger wirksam als bei MC (keine bevorzugte Anwendung bei Kolonbefall). Wichtig: unter i.v.-Steroiden täglich PUCAI + CRP-Kontrolle → Entscheidung über Rescue nach Tag 3.

  • STUFE 2Immunmodulatoren – steroidabhängige / -refraktäre CU

    Azathioprin (AZA) 2–2,5 mg/kg/d oder 6-MP 1–1,5 mg/kg/d: Remissionserhaltung bei steroidabhängiger CU; Wirkungseintritt 3–4 Monate; TPMT-Genotypisierung vor Beginn; Monitoring Blutbild/Leberwerte. Wichtig: bei CU sind Thiopurine als Monotherapie-Erhaltung weniger wirksam als bei MC → kombinieren mit 5-ASA. Ciclosporin A i.v. (2–4 mg/kg/d): Rescue-Therapie bei akuter schwerer CU (ASUC) nach 3 Tagen i.v.-Steroiden ohne ausreichendes Ansprechen; schneller Wirkungseintritt; enge therapeutische Breite; Talspiegel 150–250 ng/ml; Bridging zu Thiopurin/Biologikum. Tacrolimus als oraler Ersatz möglich.

  • STUFE 3Biologika – Infliximab (Anti-TNF) bei schwerer / refraktärer CU

    Infliximab (IFX) i.v.: 5 mg/kg Woche 0/2/6, dann alle 8 Wochen; Zulassung ab 6 Jahren; First-line Biologikum pädiatrische CU; Rescue-Therapie bei ASUC alternativ zu Ciclosporin; langfristige Remissionserhaltung. Talspiegel-Ziel CU: 5–10 µg/ml (höher als bei MC). Adalimumab s.c.: Alternative; ab 6 Jahren; besonders bei IFX-Versagen oder -Unverträglichkeit. Golimumab s.c.: Anti-TNF, für CU zugelassen (Erwachsene; pädiatrische Daten begrenzt). Kombination mit Thiopurin: erhöhte Mukosaheilungsrate, reduzierte Immunogenität (ADA-Bildung↓).

  • STUFE 4Vedolizumab / Ustekinumab / JAK-Inhibitoren / Kolektomie

    Vedolizumab (VDZ): Anti-α4β7-Integrin; darmselektiv; i.v.; Zulassung Erwachsene CU; pädiatrische Studien (VEDOKIDS, pädiatrische Phase-III laufend); bei Anti-TNF-Versagen; günstigeres Infektionsprofil. Ustekinumab: Anti-IL-12/23; bei CU Erwachsene zugelassen; pädiatrische Erfahrungen zunehmend. Tofacitinib / Upadacitinib (JAK-Inhibitoren): oral; Tofacitinib für Erwachsene CU zugelassen; Upadacitinib (15/45 mg) wirksam bei moderater-schwerer CU; pädiatrische Zulassung noch ausstehend; cave: Thrombose-, Infektionsrisiko (Herpes Zoster!). Kolektomie (Proktokolektomie): bei therapierefraktärer CU oder medikamentös nicht beherrschbarem Schub; potenziell kurativ! → Ileum-Pouch-Anale-Anastomose (IPAA / J-Pouch); Lebensqualität postoperativ meist gut; Pouchitis-Risiko ~50 % im Verlauf.

Monitoring, Prävention & Langzeitbetreuung

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Dysplasiescreening

Ab 8–10 Jahren Erkrankungsdauer: jährliche Koloskopie mit Zufallsbiopsien alle 10 cm (4-Quadranten) + gezielte Biopsien aus Läsionen. Chromoendoskopie erhöht Dysplasieerkennung. PSC + CU → jährliches Screening ab Diagnose. Low-grade-Dysplasie → Kolektomie diskutieren.

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Impfschutz

Vor Beginn von Immunsuppression/Biologika: vollständige Überprüfung + Vervollständigung des Impfstatus (inaktivierte Impfstoffe erlaubt; Lebendimpfstoffe kontraindiziert unter Immunsuppression!). Besonders: Varizellen, MMR, HPV, Pneumokokken, Influenza jährlich, Meningokokken.

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Knochen & Wachstum

Jahres-DEXA-Scan bei Steroidexposition >3 Monate oder rezidivierend; Vitamin D (800–1000 IE/d) + Kalziumzufuhr sichern; IGF-1-Kontrolle. Wachstumskurve + Tanner-Staging bei jeder Visite. Steroid-Exposition minimieren → Biologika frühzeitig bei Wachstumsretardierung.

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Psychosoziale Betreuung & Transition

Chronische Erkrankung → Depression, Angststörung, Schulprobleme häufig. Strukturierte Transition (Pädiatrie → Erwachsenenmedizin) ab 14–16 J. DCCV-Selbsthilfe; IBD-Schulungsprogramme. Psychologische Mitbetreuung empfohlen. Impfberatung + Verhütungsberatung (MTX/Biologika) für Jugendliche.

Prognose: CU ist im Gegensatz zu MC chirurgisch potenziell heilbar (Proktokolektomie). Mit moderner Therapie erreichen ~60–75 % der Kinder eine anhaltende Remission. Biologika haben die Kolektomierate reduziert, aber nicht eliminiert (~10–15 % innerhalb 10 Jahre). Langzeitrisiko: kolorektales Karzinom (2–3× erhöht vs. Normalbevölkerung nach 10 J.); PSC-assoziiertes Risiko nochmals höher → konsequentes Dysplasiescreening essenziell.

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Expertenzentren D-A-CH

Führende Experten und Zentren für pädiatrische CED und Colitis ulcerosa bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

🇩🇪 Deutschland
Prof. Dr. Sibylle Koletzko
Pädiatrische Gastroenterologie / CED
Dr. von Haunersches Kinderspital, LMU München
MÜNCHEN
ESPGHAN Porto-Kriterien CED-Mitautorin; pädiatrische CU-Leitlinien; H. pylori; IBD-Diagnostik; nationale + internationale Leitlinienarbeit; CEDATA-GPGE
ESPGHAN-LeitlinieCU Päd.
Prof. Dr. Jan de Laffolie
Pädiatrische Gastroenterologie
Universitätskinderklinik Gießen
GIESSEN
Pädiatrische CED-Therapie; CEDATA-GPGE-Registerdaten; Anti-TNF-Therapie bei Kindern; Diagnostik CU + MC; pädiatrische Biologika-Studien
CEDATA-GPGEBiologika Päd.
Prof. Dr. Axel Dignass
Gastroenterologie / CED-Leitlinien
Agaplesion Markus Krankenhaus Frankfurt
FRANKFURT AM MAIN
Federführung S3-Leitlinie CU (AWMF); ECCO-Leitlinien CU-Mitautor; Biologika; Mesalazin-Forschung; Nationale Leitlinienarbeit CED; ECCO-Vorstand
S3-Leitlinie CUECCO-Vorstand
Prof. Dr. Wolfgang Kruis
Gastroenterologie / CED
Evangelisches Krankenhaus Kalk, Köln
KÖLN
CU-Remissionserhaltung (5-ASA-Studien); E. coli Nissle 1917 (Probiotika) Forschung; pANCA bei CU; Medikamentöse CU-Therapie; Leitlinien
5-ASA-ForschungProbiotika CU
Prof. Dr. Raja Atreya
Gastroenterologie / Translationale IBD-Forschung
Universitätsklinikum Erlangen
ERLANGEN
Translationale CED-Forschung; Real-time-Konfokalmikroskopie (Pred-Ansprechen); Mukosakontrolle Biologika; Vedolizumab; Erlanger IBD-Kohorte
Real-time-EndoskopieTranslationale IBD
GPGE / CEDATA-GPGE
Nationales Pädiatrisches CED-Register
CEDATA-GPGE – Nationales Register pädiatrische CED
DEUTSCHLAND
Nationales CED-Register für Kinder; Qualitätssicherung; pädiatrische CU-Epidemiologie; Biologika-Sicherheit; GPGE-Jahrestagung; Leitlinienarbeit
CEDATARegister
🇦🇹 Österreich
Prof. Dr. Valerie Weiermayer
Pädiatrische Gastroenterologie
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, MedUni Wien
WIEN
Pädiatrische CED inkl. CU; Biologika-Therapie Kinder; Transition CED; österr. pädiatrische Gastroenterologie; interdisziplinäre CED-Betreuung
CU Päd. ATTransition
Prof. Dr. Walter Reinisch
Gastroenterologie / CED-Klinische Studien
Universitätsklinik für Innere Medizin III, MedUni Wien
WIEN
CU-Klinische Studien (Biologika, JAK-Inhibitoren); Anti-TNF; Vedolizumab; GEMINI-Studien; österreichische CED-Leitlinien; ECCO-Mitglied
Klinische StudienECCO
🇨🇭 Schweiz
Prof. Dr. Christine Braegger
Pädiatrische Gastroenterologie & Ernährung
Kinderspital Zürich
ZÜRICH
Pädiatrische CED inkl. CU; Ernährungstherapie; Mikrobiom; ESPGHAN-Mitglied; pädiatrische GI-Erkrankungen Schweiz; Transition-Programme
ESPGHANCED Schweiz
Prof. Dr. Gerhard Rogler
Gastroenterologie / CED-Grundlagenforschung
Universitätsspital Zürich
ZÜRICH
CED-Mukosaimmunologie; Tight-Junction-Forschung; Swiss IBD Cohort (SIBDC); IL-13-Mechanismus bei CU; Biomarker; Mikrobiom; therapeutische Targets
Mukosa-ImmunologieSwiss IBD Cohort
Swiss IBD Cohort (SIBDC)
Nationales Forschungsregister Schweiz
Swiss IBD Cohort Study (SIBDC) – Bern / Zürich
BERN / ZÜRICH
Nationales CED-Register (CU + MC); Biobank; Langzeitverlauf; Genetik; Therapievergleiche; pädiatrische Sub-Kohorte; Qualitätssicherung Schweiz
RegisterBiobank

Fachgesellschaften & Ressourcen: GPGE – Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung · CEDATA-GPGE (Nationales Register) · ESPGHAN – European Society for Paediatric Gastroenterology, Hepatology and Nutrition · ECCO – European Crohn's and Colitis Organisation · DGG – Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie · DCCV – Deutsche Morbus Crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung (dccv.de) · AWMF S3-Leitlinie Colitis ulcerosa 021-009 · ECCO CU-Guidelines 2019/2022 · Swiss IBD Cohort