Grundlagen & Pathophysiologie
Die Autoimmunhepatitis (AIH) ist eine chronische, T-Zell-vermittelte Autoimmunerkrankung der Leber, die durch eine unkontrollierte Immunreaktion gegen hepatozelluläre Antigene charakterisiert ist. Im Kindesalter ist die AIH die häufigste chronische Lebererkrankung nach Infektionen und metabolischen Erkrankungen. Sie verläuft ohne Behandlung in der Regel progredient zur Leberzirrhose. Im Gegensatz zu Erwachsenen präsentieren sich Kinder häufiger mit einem schweren akuten Verlauf, und der AIH-Typ 2 (LKM-1-positiv) ist im Kindesalter unverhältnismäßig häufig.
T-Zell-Immunpathologie – Kernmechanismus: Bei AIH versagt die immunologische Selbsttoleranz gegenüber Leberzell-Autoantigenen. Molekulares Mimikry (Kreuzreaktivität zwischen Virus-Antigenen und Leberantigenen) als Trigger möglich. Genetisch prädisponierte Individuen (HLA-DR3/DR4 für Typ 1; HLA-DR7 für Typ 2) → defekte Treg-Funktion → unkontrollierte CD4+/CD8+-T-Zell-Aktivierung → Erkennung von Hepatozyten-Antigenen (CYP2D6 bei Typ 2; F-Aktin bei Typ 1) → Interface-Hepatitis → portale und periportale Entzündung → Fibrose → Zirrhose.
AIH-Typen – Klassifikation & Vergleich
AIH-Typ 1 vs. Typ 2 – Detaillierter Vergleich
| Merkmal | AIH-Typ 1 | AIH-Typ 2 |
|---|---|---|
| Autoantikörper | ANA (antinukleäre Ak) + / SMA (Anti-Aktin) +; SLA/LP (Anti-Sep-SecS) +/– (spezifisch) | LKM-1 (anti-CYP2D6) + und/oder LC-1 (anti-FTCD) +; SLA/LP möglich |
| Zielantigen | F-Aktin (Zytoskelett); unklar für ANA; SLA = Selenocystein-tRNA-Synthase (Sep-SecS) | CYP2D6 (Cytochrom P450 2D6) für LKM-1; FTCD (Formimidoyltransferase Cyclodeaminase) für LC-1 |
| Häufigkeit pädiatrisch | ~50–60 % aller pädiatrischen AIH | ~40–50 % der pädiatrischen AIH (deutlich häufiger als bei Erwachsenen!) |
| Erkrankungsalter | Alle Altersgruppen; zweiter Gipfel: Adoleszenz | Jüngere Kinder: 2–14 Jahre; Säuglingsalter möglich (APECED-assoziiert) |
| HLA-Assoziation | HLA-DRB1*0301 (DR3) + HLA-DRB1*0401 (DR4); DR3 → schwererer Verlauf | HLA-DRB1*0701 (DR7); HLA-DRB1*0301 (DR3) bei schnellem Progression |
| IgG | Meist stark erhöht (>2× obere Normgrenze); IgG-Normalisierung unter Therapie = Remissionsmarker | Oft nicht so stark erhöht wie Typ 1; LKM-1 bleibt unter Therapie positiv (kein Remissionsmarker!) |
| Verlauf pädiatrisch | Chronisch-progressiv; akute Präsentation möglich; insgesamt etwas milder als Typ 2 | Häufig schwererer Verlauf; höheres Zirrhoserisiko; häufiger akutes Leberversagen; schlechteres Ansprechen auf Therapiereduktion |
| Besonderheiten | Overlap-Syndrom mit PSC häufig; SLA/LP-Positivität = Hochrisiko für schweren Verlauf und Relapse | Assoziiert mit APECED-Syndrom (APS-1); häufig weitere Autoimmunerkrankungen; LKM-1 kann bei chron. HCV falsch positiv sein |
Pathophysiologische Grundlagen
Molekulares Mimikry
Haupthypothese für AIH-Trigger: Kreuzreaktivität zwischen Virus-Proteinen und Leberantigenen. CYP2D6 (Zielantigen LKM-1): Homologie mit HCV-NS5b-Region, CMV, HSV-Proteinen → Antivirus-T-Zellen erkennen CYP2D6 auf Hepatozyten. Wichtig bei AIH-Typ 2: Infektion als Auslöser beschrieben. Nicht jede AIH hat identifizierbaren Trigger.
Treg-Dysfunktion
Regulatorische T-Zellen (Treg, CD4+CD25+FOXP3+) sind bei AIH quantitativ reduziert und funktionell beeinträchtigt → fehlende periphere Toleranz gegenüber Leberantigenen. Genetische Basis: FOXP3-Mutationen (IPEX-Syndrom) → schwere AIH. HLA-DR-Varianten → veränderte Treg-Aktivierung. Therapeutisch: Prednisolon fördert Treg-Expansion → Remissionsinduktion.
Interface-Hepatitis
Histopathologisches Korrelat der AIH: lymphoplasmazytäres Entzündungsinfiltrat an der Grenzzone zwischen Portalfeld und Leberparenchym. Plasmazell-Infiltrate (charakteristisch!); periportale Rosetten-Bildung; emperipolesis (Lymphozyten in Hepatozyten). Interface-Hepatitis + Plasmazellen + Rosetten = hochspezifisch für AIH.
Fibrose-Progression
Unbehandelte AIH → chronische Entzündung → hepatische Sternzell-Aktivierung → TGF-β → Kollagen-Typ-I/III-Deposition → portale Fibrose → Brückenfibrose → Zirrhose. ~40 % der Kinder haben bei Erstdiagnose bereits eine Zirrhose! Fibrose ist unter Therapie teilweise reversibel (im Unterschied zu anderen Zirrhoseursachen). Schnelle Therapieeinleitung ist prognoserelevant.
Overlap-Syndrome
AIH/PSC-Overlap (autoimmune Sclerosing Cholangitis, ASC): Besonders häufig bei Kindern (~50 % aller pädiatrischen AIH!). Gleichzeitig AIH-Histologie + cholestatische Laborwerte + veränderte Gallengänge (MRCP). Prognose schlechter als isolierte AIH. Therapie: Prednisolon + Azathioprin + Ursodeoxycholsäure. AIH/PBC-Overlap: selten bei Kindern.
APECED / APS-1 & AIH-Typ 2
APECED (Autoimmune Polyendocrinopathy, Candidiasis, Ectodermal Dysplasia) = APS-1: monogene Autoimmunerkrankung durch AIRE-Mutationen. AIRE-Defizit → fehlendes Thymus-Editing → T-Zell-Toleranzverlust gegenüber CYP2D6 → LKM-1-positive AIH-Typ 2. AIH bei APECED: oft früher Beginn, assoziiert mit Hypoparathyreoidismus, Morbus Addison, mukokutaner Candidiasis.
Klinische Symptome
Die AIH im Kindesalter zeigt ein breites klinisches Spektrum – von asymptomatischen Laborbefunden bis zum fulminanten Leberversagen. Das Erkennen verschiedener Verlaufsformen ist entscheidend, da eine verzögerte Diagnose die Prognose erheblich verschlechtert.
Verlaufsformen der pädiatrischen AIH
Häufigste Präsentation
Akuter Beginn über Wochen; Ikterus (Sklerenikterus, Hautikterus); Müdigkeit, Appetitlosigkeit; Übelkeit, Erbrechen; Hepatomegalie (häufig); Splenomegalie (bei Zirrhose); dunkler Urin, heller Stuhl. Oft als Virushepatitis fehlgedeutet → Autoantikörper obligat!
Insidioser Beginn
Unspezifische Müdigkeit; Bauchschmerzen; Arthralgien; Wachstumsretardierung; Amenorrhoe (Adoleszentinnen); Zufallsbefund erhöhter Transaminasen bei Routineblut; bei Diagnose oft bereits Zirrhose vorhanden. Gefährlichster Verlauf wegen später Diagnose.
Notfall!
Rasche Progredienz: Ikterus → Enzephalopathie → Koagulopathie (INR >1,5). Besonders bei AIH-Typ 2 und Kinder <5 Jahre. Differenzierung von Morbus Wilson essenziell (beide: akutes LV + Hämolyse). Sofortige Zuweisung Leberzentrum + Transplantationsevaluation.
LEITSYMPTOME
- Ikterus (Skleren, Haut, Urin dunkel)
- Müdigkeit, Leistungsabfall (oft Frühsymptom)
- Hepatomegalie (tastbar, druckdolent)
- Splenomegalie (portale Hypertension)
- Übelkeit, Erbrechen, Appetitmangel
- Oberbauchschmerzen (rechts)
- Dunkler Urin, entfärbter Stuhl (Cholestase)
- Gewichtsverlust
ZEICHEN DER LEBERZIRRHOSE
- Splenomegalie (portale Hypertension)
- Aszites (fortgeschrittene Zirrhose)
- Caput medusae (Umgehungskreisläufe)
- Spider naevi, Palmarerythem
- Gerinnungsstörung (erniedrigter Quick)
- Thrombozytopenie (Splenomegalie)
- Ösophagus-Varizen → Blutungsrisiko!
- Hepatische Enzephalopathie (schwer)
EXTRAHEPATISCHE MANIFESTATIONEN
- Arthralgien / Arthritis (30–40 %)
- Hautveränderungen: Akne, Erythema nodosum
- Thyreoiditis (Hashimoto, Typ 1 & 2)
- Typ-1-Diabetes mellitus (Komorbidität)
- Inflammatory Bowel Disease (Overlap AIH/PSC)
- Glomerulonephritis (IgA, membranös)
- Hämolytische Anämie (Coombs-positiv)
- Amenorrhoe, verzögerte Pubertät
LABOR-KONSTELLATION
- GPT/GOT stark erhöht (10–100× normal)
- γGT, AP erhöht (Cholestase möglich)
- Bilirubin erhöht (direkt + indirekt)
- IgG stark erhöht (>2× obere Normgrenze)
- Quick/INR erniedrigt (Synthesestörung)
- Albumin erniedrigt (Synthesestörung)
- Thrombozytopenie (Hypersplenismus)
- Autoantikörper positiv (ANA/SMA oder LKM-1)
Diagnostik
Die AIH-Diagnose basiert auf dem Internationalen AIH-Gruppen-Score (IAIHG-Score), der Labor, Autoantikörper, Histologie und Ausschluss anderer Ursachen integriert. Die Leberbiopsie ist obligat (außer bei Koagulopathie) und liefert das entscheidende histologische Bild der Interface-Hepatitis.
- Klinische Untersuchung & AnamneseIkterus-Beginn und -Dauer; Müdigkeit, Gewichtsverlust; Gelenkbeschwerden; Medikamentenanamnese (medikamentöse Hepatitis ausschließen!); Familienanamnese Autoimmunerkrankungen; Virusexposition (Reisen, Bluttransfusionen, sexuelle Aktivität); vorbestehende Autoimmunerkrankungen (Thyreoiditis, Typ-1-DM); Alkohol-/Drogenanamnese Jugendliche; Zeichen der portalen Hypertension (Aszites, Varizen, Splenomegalie).
- Autoantikörper-Panel (obligat)AIH-Typ 1: ANA (antinukleäre Antikörper, IIFA, Titer ≥1:20 bei Kindern); SMA (Smooth Muscle Antibodies, Anti-F-Aktin spezifischer); SLA/LP (Anti-Selenoprotein P / Anti-Sep-SecS; hochspezifisch für AIH, Risikomarker für schweren Verlauf). AIH-Typ 2: LKM-1 (anti-Liver Kidney Microsomal Antibody-1 = Anti-CYP2D6); LC-1 (anti-Liver Cytosol-1 = Anti-FTCD). Alle Patienten: pANCA (bei Overlap AIH/PSC erhöht). Wichtig: Autoantikörper können bei akutem Leberversagen (AIH) fehlen oder niedrig sein → nicht verlässlich im Schock/ALV!
- Erweiterte LabordiagnostikLeber: GPT, GOT, γGT, AP, GGT, Bilirubin (gesamt, direkt, indirekt), Albumin, Quick/INR, CHE (Cholinesterase als Synthesemarker). Immunologie: Immunglobuline quantitativ (IgG stark erhöht → typisch AIH; IgM erhöht → PBC!); Komplementfaktoren (C3, C4). Blutbild: Anämie, Thrombozytopenie. Autoimmun-Screening: TSH, TPO-AK (Thyreoiditis), HbA1c / Glucose (Diabetes), ANA, ANCA, ds-DNA (SLE-Ausschluss). Virusserologie obligat: HAV-IgM, HBsAg, Anti-HBc, HCV-RNA, EBV, CMV, HSV (DD infektiöse Hepatitis).
- Leberbiopsie – Goldstandard (Histologie)Obligat vor Therapiebeginn (außer bei Koagulopathie → INR >1,5 → Transjuguläre Biopsie oder Behandlung ohne Biopsie wenn Diagnose klinisch evident + Notfallsituation). AIH-typische histologische Befunde: Interface-Hepatitis (lymphoplasmazytäres Infiltrat an Grenzzone Portalfeld/Parenchym) + Plasmazell-Infiltrate (charakteristisch!) + periportale Hepatozyten-Rosetten + Emperipolesis (Lymphozyten in Hepatozyten) + Brückennekrosen. Fibrosegrad nach METAVIR (F0–F4) oder Ishak (0–6). Histologische Aktivität nach HAI-Score. Wichtig: Histologie allein nicht pathognomonisch – immer im klinisch-serologischen Kontext.
- IAIHG-Score (International AIH Group Score)Vereinfachter Score (Simplified AIH Score, Hennes 2008): ANA/SMA ≥1:40 (+1 Pkt.); ANA/SMA ≥1:80 oder LKM-1 ≥1:40 oder SLA positiv (+2 Pkt.). IgG: 1,0–1,1× obere Grenze (+1); >1,1× (+2). Histologie: AIH-kompatibel (+1); typische AIH (+2). Virushepatitis ausgeschlossen (+2). Score ≥6: wahrscheinliche AIH. Score ≥7: definitive AIH. Für pädiatrische Patienten gelten niedrigere Autoantikörper-Titer als signifikant (ANA ≥1:20).
Vereinfachter IAIHG-Score (Simplified Score, Hennes 2008)
| Parameter | Befund | Punkte | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Autoantikörper | ANA oder SMA ≥1:40 | +1 | Wichtigster serologischer Marker; bei Kindern: Titer ≥1:20 bereits signifikant |
| ANA oder SMA ≥1:80 ODER LKM-1 ≥1:40 ODER SLA positiv | +2 | ||
| IgG | 1,0–1,1-fach oberer Normwert | +1 | IgG-Normalisierung unter Therapie = wichtigster Remissionsmarker (außer AIH-Typ 2!) |
| >1,1-fach oberer Normwert | +2 | ||
| Leberhistologie | AIH-kompatibel (Interface-Hepatitis) | +1 | Obligate Biopsie; Plasmazellen + Rosetten = typisch |
| Typische AIH (Interface-Hepatitis + Plasmazellen + Rosetten) | +2 | ||
| Virushepatitis | Ausgeschlossen (HAV, HBV, HCV, EBV, CMV negativ) | +2 | Obligater Ausschluss vor AIH-Diagnose |
| Gesamtscore Interpretation | ≥6 Punkte: wahrscheinliche AIH · ≥7 Punkte: definitive AIH | ||
MRCP / Endoskopische Bildgebung bei Overlap-Verdacht: Bei Kindern mit AIH immer Overlap-Syndrom AIH/PSC (= autoimmune sclerosing cholangitis, ASC) abklären! Bis zu 50 % der pädiatrischen AIH haben gleichzeitig eine PSC. MRCP-Untersuchung empfohlen bei: erhöhtem pANCA; erhöhtem γGT / AP; Begleit-IBD; fehlendem Therapieansprechen. Wenn MRCP unauffällig und klinischer Verdacht: Cholangioskopie / ERCP erwägen (bei Kindern selten nötig).
Molekulargenetische Grundlagen
AIH ist eine polygene Autoimmunerkrankung. HLA-Gene sind die stärksten Suszeptibilitätsfaktoren. Daneben spielen Gene der T-Zell-Regulation (FOXP3, CTLA4) und des zentralen Toleranzediting (AIRE) eine wichtige Rolle – besonders beim seltenen monogenen APECED-Syndrom mit AIH-Typ-2-Assoziation.
Immunologische Schlüsselwege
HLA-Klasse-II-Moleküle
HLA-DRB1*0301 (DR3): stärkster Risikofaktor für AIH-Typ 1 bei Kaukasiern; assoziiert mit jüngerem Erkrankungsbeginn, schwererer Erkrankung, höherer Relapserate nach Therapieabsetzung. HLA-DRB1*0401 (DR4): weniger schwer, häufiger bei älteren Patienten, besseres Therapieansprechen. HLA-DRB1*0701 (DR7): Risikofaktor AIH-Typ 2.
FOXP3 & CTLA4
FOXP3-Mutationen: X-chromosomales IPEX-Syndrom (Immune Dysregulation, Polyendocrinopathy, Enteropathy, X-linked) → schwere AIH + Typ-1-DM + Enteropathie. CTLA4: negativer Ko-Regulator der T-Zell-Aktivierung; Polymorphismen → verminderte Inhibition → Autoimmunität. CTLA4-Ig (Abatacept) als potenzielle Therapie bei refraktärer AIH (Studien).
AIRE – APECED-Syndrom
AIRE (Autoimmune Regulator): Thymus-Transkriptionsfaktor → kontrolliert Expression peripherer Antigene (inkl. CYP2D6!) im Thymus → deletiert autoreaktive T-Zellen. AIRE-Mutationen → keine zentrale Toleranz gegen CYP2D6 → LKM-1-positive AIH-Typ 2 als Teil des APECED-Syndroms. AR-Erbgang; Diagnose: AIRE-Sequenzierung.
Suszeptibilitätsgene der Autoimmunhepatitis
| Gen / Locus | Chromosom | Funktion / Relevanz | Assoziation |
|---|---|---|---|
| HLA-DRB1*0301 (DR3) | 6p21 | MHC-II-Molekül; präsentiert Hepatozyten-Autoantigene an CD4+ T-Zellen; DR3-assoziierte AIH: früher Beginn, aggressiver Verlauf, höhere Relapserate nach Therapieabsetzung, LKM-1 oder ANA/SMA positiv; DR3 + DR4 gleichzeitig → besonders schlechte Prognose | Starker Risikofaktor AIH-Typ 1 |
| HLA-DRB1*0401 (DR4) | 6p21 | Zweiter Hauptrisikolocus für AIH-Typ 1; assoziiert mit milderem Verlauf, älterem Erkrankungsbeginn, gutes Therapieansprechen; häufig Überlappung mit anderen Autoimmunerkrankungen (Thyreoiditis, Rheumatoide Arthritis); gut unterscheidbar von DR3-assoziierter AIH klinisch | Moderater Risikofaktor, milder Verlauf |
| HLA-DRB1*0701 (DR7) | 6p21 | Hauptrisikolocus für AIH-Typ 2 (LKM-1-positiv); assoziiert mit CYP2D6-spezifischer T-Zell-Antwort; jüngerer Beginn; Überlappung mit APECED bei DR7 + DR3; DR7-Homozygotie → erhöhtes Risiko für fulminante AIH-Typ 2 im frühen Kindesalter | Hauptrisikofaktor AIH-Typ 2 |
| AIRE | 21q22 | Autoimmune Regulator; Thymus-Transkriptionsfaktor; exprimiert periphere Selbstantigene (inkl. CYP2D6, INS, TPO) in medullären Thymusepithelzellen → negative Selektion autoreaktiver T-Zellen; AIRE-Mutationen (AR) → APECED-Syndrom: mukokutane Candidiasis + Hypoparathyreoidismus + Morbus Addison + AIH-Typ 2 (LKM-1+, LC-1+); >300 AIRE-Mutationen bekannt | APECED-Syndrom, AIH-Typ 2 |
| FOXP3 | Xp11 | Transkriptionsfaktor der regulatorischen T-Zellen (Treg); FOXP3-Mutationen → IPEX-Syndrom (X-chromosomal; Jungen betroffen): schwere AIH + Typ-1-DM + Enteropathie + Thyreoiditis + Ekzem; neonatale Präsentation; IPEX-AIH: LKM-1 oder ANA möglich; Therapie: allogene Stammzelltransplantation | IPEX-Syndrom, monogen |
| CTLA4 | 2q33 | Cytotoxic T-Lymphocyte Antigen 4; negativer Ko-Regulator der T-Zell-Aktivierung; hemmt T-Zell-Priming über Blockade von CD80/CD86 auf APCs; CTLA4-Polymorphismen (49A/G) → verringerte CTLA4-Expression → überschießende T-Zell-Aktivierung → Autoimmunität; assoziiert mit AIH, Hashimoto, Typ-1-DM, SLE; therapeutisch: Abatacept (CTLA4-Ig) bei refraktärer AIH in Studien | T-Zell-Ko-Regulation |
| IL2RA (CD25) | 10p15 | IL-2-Rezeptor α-Kette; essentiell für Treg-Überleben und -Expansion; IL2RA-Polymorphismen → verringerte Treg-Zahlen und -Funktion → Toleranzdefizit; assoziiert mit AIH und anderen Autoimmunerkrankungen (MS, Typ-1-DM); sIL-2R im Serum als Aktivitätsmarker bei AIH verwendbar | Treg-Regulation |
Monogene AIH-Syndrome (immer abklären bei schwerem pädiatrischen Beginn): APECED/APS-1 (AIRE-Mutationen); IPEX (FOXP3-Mutationen); STAT1- und STAT3-Gain-of-Function-Mutationen; LRBA-Defizienz; CTLA4-Haploinsuffizienz; RAG1/2-Mutationen. Diese monogenen Formen erfordern spezifische Therapieansätze (z.B. HSCT bei IPEX) und genetische Familienberatung.
Molekulare Diagnostik
Routinemäßige Gendiagnostik ist bei AIH nicht indiziert. Die Diagnose beruht auf dem IAIHG-Score (Autoantikörper + IgG + Histologie + Virusausschluss). Genetik ist relevant bei Verdacht auf monogene Syndrome (APECED, IPEX) oder atypischem Verlauf.
Autoantikörper-Interpretation – pädiatrische Besonderheiten: Bei Kindern sind niedrigere Autoantikörper-Titer bedeutsam als bei Erwachsenen: ANA ≥1:20 (statt ≥1:40) bei Kindern als positiv zu werten. LKM-1 ist hochspezifisch für AIH-Typ 2, kann aber bei chronischer HCV-Infektion falsch positiv sein → HCV-RNA obligat ausschließen. SLA/LP: hochspezifisch für AIH (Spezifität ~99 %), aber nur ~10–30 % der AIH-Patienten positiv → wenn positiv: Hochrisiko-Marker für schweren Verlauf und Rezidiv nach Therapieabsetzung.
| Methode | Referenzwert / Befund | Bedeutung bei AIH |
|---|---|---|
| ANA (IIFA auf HEp-2-Zellen) | Negativ bei Titer <1:20 (Kinder); Muster: homogen, gesprenkelter Kern | AIH-Typ 1; fehlt bei Typ 2; positiv auch bei SLE, Medikamenten-Hepatitis → immer im Kontext. Homogenes Muster am spezifischsten. Niedrige Titer bei Kindern bedeutsam (≥1:20). |
| SMA / Anti-F-Aktin (IIFA + ELISA) | Positiv: Titel ≥1:20 Kinder; Anti-F-Aktin spezifischer als Gesamt-SMA | AIH-Typ 1; Spezifität höher bei Anti-F-Aktin-Nachweis; SMA ohne F-Aktin bei Virushepatitis, Leberzirrhose anderer Ursache möglich. |
| LKM-1 (Anti-CYP2D6, IIFA + ELISA) | Positiv: Titer ≥1:10 Kinder; CYP2D6-Epitope definiert | Hochspezifisch für AIH-Typ 2; auch bei APECED; falsch positiv bei HCV (Cave!); bleibt unter Therapie positiv – kein Remissionsmarker! |
| LC-1 (Anti-FTCD, ELISA) | Positiv: ELISA-reaktiv | AIH-Typ 2; kann ohne LKM-1 auftreten; korreliert besser mit Krankheitsaktivität als LKM-1; nützlicher Verlaufsmarker bei Typ-2-AIH. |
| SLA/LP (Anti-Sep-SecS, ELISA) | Positiv: ELISA-reaktiv; Spezifität ~99 % | Hochspezifisch für AIH (Typ 1 + Typ 2); starker Risikofaktor für schweren Verlauf, Rezidiv nach Therapieabsetzung; obligat testen bei unklarer AIH-Serologie. |
| IgG (Immunglobulin G, Nephelometrie) | Normwert altersabhängig; AIH: meist >2× obere Normgrenze | Wichtigster Verlaufsmarker bei AIH-Typ 1: IgG normalisiert sich unter Therapie → bester Remissionsindikator. Cave Typ 2: IgG-Normalisierung weniger zuverlässig. |
| pANCA (IIFA) | Positiv: perinukleäres Muster | Positiv bei AIH/PSC-Overlap (autoimmune sclerosing cholangitis); Indikation für MRCP-Durchführung zum PSC-Ausschluss. |
| AIRE-Mutationsanalyse (Sanger / NGS) | Pathogene Mutationen in AIRE-Gen | Indikation: AIH-Typ 2 + Hypoparathyreoidismus + Morbus Addison + mukokutane Candidiasis (APECED-Verdacht); auch bei AIH-Typ 2 <5 Jahren; definiert Therapiestrategie (kein Therapieabsetzen!). |
Differenzialdiagnosen
Der wichtigste Ausschluss bei AIH-Verdacht ist die infektiöse Hepatitis (HAV, HBV, HCV, EBV, CMV) und der Morbus Wilson – letzterer kann klinisch nahezu identisch mit AIH oder akutem Leberversagen auftreten.
| Erkrankung | Ähnlichkeit zur AIH | Schlüsselunterschied | Diagnostik |
|---|---|---|---|
| Virushepatitis (HAV, HBV, HCV) | Transaminasenerhöhung, Ikterus, Müdigkeit; EBV/CMV: Hepatitis + Autoantikörper möglich | Serologie positiv; Autoantikörper fehlen oder Titer niedrig; IgG normal; Histologie: lymphozytär, keine Plasmazellen typisch | HAV-IgM, HBsAg, HBV-DNA, Anti-HCV, HCV-RNA, EBV-IgM, CMV-PCR (obligat!) |
| Morbus Wilson | Transaminasenerhöhung, Ikterus, akutes Leberversagen; Kayser-Fleischer-Ringe fehlen bei Kindern oft!; ANA/SMA möglich (falsch positiv bei Wilson) | Hämolyse (Coombs-negativ!); Coeruloplasmin ↓; Kupfer im Urin ↑; Kupfer in Leberbiopsie ↑; Kayser-Fleischer-Ringe (Spaltlampe) | Coeruloplasmin, Serum-Kupfer, 24h-Kupfer im Urin; Spaltlampenuntersuchung; Leberbiopsie (Kupferhistochemie); ATP7B-Sequenzierung |
| Medikamenten-induzierte Lebererkrankung (DILI) | Transaminasenerhöhung, Ikterus; Autoantikörper möglich (Minocyclin, Nitrofurantoin, Methyldopa → AIH-ähnlich) | Zeitlicher Zusammenhang mit Medikamenteneinnahme; Besserung nach Absetzen; Medikamentenanamnese essenziell; ANA/SMA bei einigen DILI-Formen, aber klinisch-zeitlich differenzierbar | CIOMS/RUCAM-Score; Absetzen des Medikaments; Verlaufsbeobachtung; Biopsie: eosinophile Infiltrate, cholestatische Muster |
| AIH/PSC-Overlap (ASC) | Klinisch wie AIH; erhöhte Transaminasen + IgG + Autoantikörper; Interface-Hepatitis histologisch | Zusätzlich: erhöhte γGT/AP; pANCA positiv; Gallengangveränderungen im MRCP; häufig begleitende IBD; Biopsie: onion-skin-Fibrose um Gallengänge | pANCA; MRCP; γGT/AP-Muster; IBD-Anamnese; Biopsie mit Gallengangbeteiligung |
| NAFLD / Metabolisch-assoziierte Lebererkrankung (MASLD) | Transaminasenerhöhung (meist moderat); Müdigkeit; Hepatomegalie | Adipositas; metabolisches Syndrom; Insulin-Resistenz; Autoantikörper negativ; IgG normal; Histologie: Steatose, keine Interface-Hepatitis, keine Plasmazellen | Sono (Steatose?); Laborprofil (Lipide, HbA1c); Biopsie; Ausschluss AIH |
| Alpha-1-Antitrypsin-Mangel | Chronische Hepatitis; Zirrhose; pädiatrische Lebererkrankung | Familienanamnese Lungenerkrankung; PiZZ-Phänotyp; Schizerschen Einschlüsse in Hepatozyten histologisch; AAT-Spiegel erniedrigt | Alpha-1-Antitrypsin Serumspiegel; AAT-Phänotyp (PiZ-Allel); Biopsie (PAS-positive Einschlüsse) |
| Systemischer Lupus erythematodes (SLE) | Erhöhte ANA; Hepatitis möglich; Arthralgien; Müdigkeit; Mädchen bevorzugt | ds-DNA-Antikörper positiv; Nierenbefall; Schmetterlingserythem; Komplementverbrauch; AIH kann Teil eines SLE sein, aber meistens distinkte Entitäten | ANA-Pattern (gesprenkelter Kern), ds-DNA-AK; Komplement (C3, C4); Urinanalyse; Nierenwerte; ACR-Klassifikationskriterien SLE |
Therapiemöglichkeiten
Die Therapie der AIH ist lebensrettend – ohne Behandlung verlaufen bis zu 80 % der unbehandelten AIH fatal innerhalb von 10 Jahren. Die Standardtherapie besteht aus Prednisolon + Azathioprin. Therapieziel ist die vollständige biochemische und histologische Remission. AIH ist eine lebenslange Erkrankung – Therapieabsetzen führt in >80 % zu Rezidiven.
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NOTFALLFulminante AIH / Akutes Leberversagen – Sofortmaßnahmen▼
Akutes Leberversagen durch AIH: Intensivstationäre Aufnahme; täglich Klinik + Labor (INR, Bilirubin, Ammoniak, Enzephalopathie-Grad); Lebertransplantationszentrum informieren / verlegungsbereit halten. Therapie: i.v. Methylprednisolon 2 mg/kg/d (max. 60 mg) sofort starten. Nach 3–5 Tagen Beurteilung: Besserung → orales Ausschleichen; kein Ansprechen → Transplantationsliste. Cave: Morbus Wilson als DD ausschließen (Wilson + Steroide → keine Verbesserung!). Keine Leberbiopsie bei INR >1,5 (Blutungsrisiko) → Diagnose klinisch-serologisch stellen + transjuguläre Biopsie wenn nötig. Vitamin K i.v. (10 mg einmalig); Lactulose bei Enzephalopathie; N-Acetylcystein bei akutem Leberversagen (hepatoprotektiv).
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STUFE 1Remissionsinduktion – Prednisolon (Mono oder Kombination)▼
Standardtherapie Remissionsinduktion:
Option A – Monotherapie Prednisolon: 2 mg/kg/d (max. 60 mg/d) × 2–4 Wochen; dann schrittweiser Abbau über 6–8 Wochen auf Erhaltungsdosis (0,1–0,2 mg/kg/d). Bewährt bei leichter/moderater AIH oder wenn Azathioprin kontraindiziert (Zytopenien, Thiamin-Mangel).
Option B – Kombinationstherapie Prednisolon + Azathioprin (bevorzugt): Prednisolon 1–2 mg/kg/d + Azathioprin 1–2 mg/kg/d gleichzeitig starten; steroidsparsamer Effekt; Reduktion von Steroid-NW. Azathioprin wirkt verzögert (3–4 Monate) → Prednisolon übernimmt Induktion. TPMT-Genotypisierung vor Azathioprin (Myelosuppression bei langsamen Metabolisierern). Monitoring: Blutbild alle 4–6 Wochen unter Azathioprin.
Remissionskriterien: Normalisierung der Transaminasen (GPT <1,5× Normwert) + IgG-Normalisierung (Typ 1) + Histologische Remission (Interface-Hepatitis beseitigt). Kontroll-Biopsie nach 12–24 Monaten biochemischer Remission empfohlen. -
STUFE 2Remissionserhaltung – Azathioprin Langzeit▼
Azathioprin Erhaltungstherapie: 1–2 mg/kg/d; nach Erreichen der Remission → Prednisolon langsam ausschleichen bis Absetzversuch; Azathioprin weiterführen. Monitorig: Blutbild + Transaminasen alle 3 Monate; IgG als Remissionsmarker (Typ 1). Dauer: mindestens 2 Jahre Remission + histologische Remission nachgewiesen, bevor Absetzversuch. Absetzversuch: bei Kindern häufig nicht erfolgreich (>80 % Relapse) → Dauertherapie oft notwendig. AIH-Typ 2 (LKM-1+): Absetzversuch noch riskanter – meist Dauertherapie. APECED-assoziierte AIH: kein Absetzversuch (lebenslanges Risiko).
Alternative Erhaltungstherapie bei Azathioprin-Versagen / -Intoleranz: Mycophenolatmofetil (MMF) 20–40 mg/kg/d (max. 2 g/d); bei Azathioprin-Unverträglichkeit oder unzureichendem Ansprechen; Cave: Teratogenität (Kontrazeption bei Adoleszentinnen!). Ciclosporin A (3–5 mg/kg/d): bei refraktärer AIH oder akutem Leberversagen; engmaschiges Monitoring. -
STUFE 3Refraktäre AIH – Zweitlinientherapie▼
Definition refraktäre AIH: Ausbleibende Remission nach 3 Jahren Standardtherapie; Relapse unter Standardtherapie; Steroidabhängigkeit (Steroide nicht absetzbar). Budesonid (off-label bei Kindern): 3 mg 3×/d; geringere systemische NW; bei nicht-zirrhotischer AIH; keine Evidenz für Zirrhose-Patienten. Tacrolimus: 0,05–0,1 mg/kg/d; bei refraktärer AIH; Monitoring Blutspiegel (5–10 ng/ml). Rituximab (off-label): Anti-CD20; bei AIH-Typ 1 mit B-Zell-Komponente; Fallberichte. Abatacept (CTLA4-Ig): bei CTLA4-Haploinsuffizienz assoziierter AIH; in Fallberichten wirksam. Infliximab: bei begleitender IBD + AIH (cave: Hepatotoxizität des TNF-Blockers bei AIH möglich).
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STUFE 4Overlap AIH/PSC + Lebertransplantation▼
Overlap AIH/PSC (Autoimmune Sclerosing Cholangitis, ASC): Bis zu 50 % der pädiatrischen AIH! Therapie: Prednisolon + Azathioprin (für AIH-Komponente) + Ursodeoxycholsäure (UDCA, 15–20 mg/kg/d für PSC-Komponente). Prognose schlechter als isolierte AIH (wegen PSC-Progression). Regelmäßige MRCP-Kontrollen (alle 1–2 Jahre). Endoskopie bei Varizenscreening ab Zirrhose-Diagnose.
Lebertransplantation: Indikation: akutes fulminantes Leberversagen ohne Ansprechen auf Steroide; therapierefraktäre AIH mit dekompensierter Zirrhose; MELD-Score ≥15. Ergebnisse: Pädiatrische LTX bei AIH: 5-Jahres-Überleben ~90 %. Cave: AIH-Rezidiv nach Transplantation (~30 %) – Immunsuppression langfristig! Monitoring auf De-novo-AIH (Autoimmunhepatitis nach Transplantation mit anderer Ätiologie).
Monitoring unter Therapie – Übersicht
Biochemisches Monitoring
GPT, GOT, γGT, AP, Bilirubin, Albumin, Quick/INR, CHE monatlich in den ersten 6 Monaten; dann vierteljährlich. IgG als Remissionsmarker (Typ 1) bei jeder Kontrolle. GPT >3× Normwert persistierend → Therapieversagen → Anpassung.
Azathioprin-Monitoring
Blutbild alle 4–6 Wochen in den ersten 3 Monaten; dann alle 3 Monate. Leukopenie <3000/µl oder Thrombozytopenie <100.000/µl → Dosisreduktion / Absetzung. TPMT-Geno/-Phänotypisierung vor Beginn (niedrige TPMT-Aktivität → Dosisreduktion obligat). Thiopurin-Metabolite (6-TGN) bei Therapieversagen messen.
Histologische Kontrolle
Kontrollbiopsie nach 12–24 Monaten biochemischer Remission empfohlen (vor Absetzversuch). Histologische Remission: Verschwinden der Interface-Hepatitis; Fibrosegrad stabil oder rückläufig. Persistierende Interface-Hepatitis trotz normaler Laborwerte = Therapiefortführung empfohlen (Rezidivrisiko ↑).
Steroid-Nebenwirkungen
Unter langfristiger Steroidtherapie: Knochendichte (DEXA-Scan) jährlich; Vitamin D + Kalzium supplementieren; Blutzucker (steroidinduzierter Diabetes?); Blutdruck; Gewicht; Längenwachstum (Steroide wachstumshemmend!); Katarakt-Screening. Strategie: Steroide so schnell wie möglich auf minimale Dosis reduzieren / absetzen.
Prognose: Unter adäquater Therapie erreichen >80 % der Kinder mit AIH eine langfristige Remission. Die 10-Jahres-Überlebensrate beträgt >90 % mit Therapie. Kinder mit bereits vorliegender Zirrhose bei Diagnose: schlechtere Prognose; erhöhtes LTX-Risiko. AIH-Typ 2 und SLA/LP-Positivität: höheres Rezidivrisiko. Frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie sind die entscheidenden prognostischen Faktoren.
Expertenzentren D-A-CH
Führende Experten und Zentren für pädiatrische Autoimmunhepatitis, Overlap-Syndrome und Lebertransplantation bei Kindern in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Fachgesellschaften & Ressourcen: EASL Clinical Practice Guidelines AIH 2015 + Update 2019 · AASLD AIH Practice Guidance 2019 · ESPGHAN Paediatric AIH Guidelines · IAIHG (International AIH Group) · GPGE Hepatologie-Arbeitsgruppe · DGVS S3-Leitlinie Autoimmunhepatitis (in Entwicklung) · Deutsche Leberstiftung (leberstiftung.de) · ALPID (Autoimmune Liver and Pediatric Inflammatory Disease Consortium) · Leberhilfe Deutschland (leberhilfe.de)