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Grundlagen & Pathophysiologie

Die Autoimmunhepatitis (AIH) ist eine chronische, T-Zell-vermittelte Autoimmunerkrankung der Leber, die durch eine unkontrollierte Immunreaktion gegen hepatozelluläre Antigene charakterisiert ist. Im Kindesalter ist die AIH die häufigste chronische Lebererkrankung nach Infektionen und metabolischen Erkrankungen. Sie verläuft ohne Behandlung in der Regel progredient zur Leberzirrhose. Im Gegensatz zu Erwachsenen präsentieren sich Kinder häufiger mit einem schweren akuten Verlauf, und der AIH-Typ 2 (LKM-1-positiv) ist im Kindesalter unverhältnismäßig häufig.

T-Zell-Immunpathologie – Kernmechanismus: Bei AIH versagt die immunologische Selbsttoleranz gegenüber Leberzell-Autoantigenen. Molekulares Mimikry (Kreuzreaktivität zwischen Virus-Antigenen und Leberantigenen) als Trigger möglich. Genetisch prädisponierte Individuen (HLA-DR3/DR4 für Typ 1; HLA-DR7 für Typ 2) → defekte Treg-Funktion → unkontrollierte CD4+/CD8+-T-Zell-Aktivierung → Erkennung von Hepatozyten-Antigenen (CYP2D6 bei Typ 2; F-Aktin bei Typ 1) → Interface-Hepatitis → portale und periportale Entzündung → Fibrose → Zirrhose.

AIH-Typen – Klassifikation & Vergleich

Genetische PrädispositionHLA-DR3/4 (Typ1) · HLA-DR7 (Typ2)
TriggerVirus · Medikament · Mikrobiom
ToleranzverlustTreg-Dysfunktion · Mol. Mimikry
T-Zell-AutoimmunitätCD4+/CD8+ gegen Hepatozyten
Interface-Hepatitis → FibrosePortal · Periportal · Zirrhose
3–4 : 1
Mädchen : Jungen; ausgeprägte weibliche Prädominanz bei AIH
Typ 2
Häufiger bei Kindern als bei Erwachsenen (Typ 2 bis 40 % pädiatrisch)
~40 %
Kinder mit AIH haben bei Diagnose bereits eine Leberzirrhose
>80 %
Langzeitremissionsrate unter adäquater immunsuppressiver Therapie

AIH-Typ 1 vs. Typ 2 – Detaillierter Vergleich

MerkmalAIH-Typ 1AIH-Typ 2
AutoantikörperANA (antinukleäre Ak) + / SMA (Anti-Aktin) +; SLA/LP (Anti-Sep-SecS) +/– (spezifisch)LKM-1 (anti-CYP2D6) + und/oder LC-1 (anti-FTCD) +; SLA/LP möglich
ZielantigenF-Aktin (Zytoskelett); unklar für ANA; SLA = Selenocystein-tRNA-Synthase (Sep-SecS)CYP2D6 (Cytochrom P450 2D6) für LKM-1; FTCD (Formimidoyltransferase Cyclodeaminase) für LC-1
Häufigkeit pädiatrisch~50–60 % aller pädiatrischen AIH~40–50 % der pädiatrischen AIH (deutlich häufiger als bei Erwachsenen!)
ErkrankungsalterAlle Altersgruppen; zweiter Gipfel: AdoleszenzJüngere Kinder: 2–14 Jahre; Säuglingsalter möglich (APECED-assoziiert)
HLA-AssoziationHLA-DRB1*0301 (DR3) + HLA-DRB1*0401 (DR4); DR3 → schwererer VerlaufHLA-DRB1*0701 (DR7); HLA-DRB1*0301 (DR3) bei schnellem Progression
IgGMeist stark erhöht (>2× obere Normgrenze); IgG-Normalisierung unter Therapie = RemissionsmarkerOft nicht so stark erhöht wie Typ 1; LKM-1 bleibt unter Therapie positiv (kein Remissionsmarker!)
Verlauf pädiatrischChronisch-progressiv; akute Präsentation möglich; insgesamt etwas milder als Typ 2Häufig schwererer Verlauf; höheres Zirrhoserisiko; häufiger akutes Leberversagen; schlechteres Ansprechen auf Therapiereduktion
BesonderheitenOverlap-Syndrom mit PSC häufig; SLA/LP-Positivität = Hochrisiko für schweren Verlauf und RelapseAssoziiert mit APECED-Syndrom (APS-1); häufig weitere Autoimmunerkrankungen; LKM-1 kann bei chron. HCV falsch positiv sein

Pathophysiologische Grundlagen

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Molekulares Mimikry

Haupthypothese für AIH-Trigger: Kreuzreaktivität zwischen Virus-Proteinen und Leberantigenen. CYP2D6 (Zielantigen LKM-1): Homologie mit HCV-NS5b-Region, CMV, HSV-Proteinen → Antivirus-T-Zellen erkennen CYP2D6 auf Hepatozyten. Wichtig bei AIH-Typ 2: Infektion als Auslöser beschrieben. Nicht jede AIH hat identifizierbaren Trigger.

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Treg-Dysfunktion

Regulatorische T-Zellen (Treg, CD4+CD25+FOXP3+) sind bei AIH quantitativ reduziert und funktionell beeinträchtigt → fehlende periphere Toleranz gegenüber Leberantigenen. Genetische Basis: FOXP3-Mutationen (IPEX-Syndrom) → schwere AIH. HLA-DR-Varianten → veränderte Treg-Aktivierung. Therapeutisch: Prednisolon fördert Treg-Expansion → Remissionsinduktion.

Interface-Hepatitis

Histopathologisches Korrelat der AIH: lymphoplasmazytäres Entzündungsinfiltrat an der Grenzzone zwischen Portalfeld und Leberparenchym. Plasmazell-Infiltrate (charakteristisch!); periportale Rosetten-Bildung; emperipolesis (Lymphozyten in Hepatozyten). Interface-Hepatitis + Plasmazellen + Rosetten = hochspezifisch für AIH.

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Fibrose-Progression

Unbehandelte AIH → chronische Entzündung → hepatische Sternzell-Aktivierung → TGF-β → Kollagen-Typ-I/III-Deposition → portale Fibrose → Brückenfibrose → Zirrhose. ~40 % der Kinder haben bei Erstdiagnose bereits eine Zirrhose! Fibrose ist unter Therapie teilweise reversibel (im Unterschied zu anderen Zirrhoseursachen). Schnelle Therapieeinleitung ist prognoserelevant.

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Overlap-Syndrome

AIH/PSC-Overlap (autoimmune Sclerosing Cholangitis, ASC): Besonders häufig bei Kindern (~50 % aller pädiatrischen AIH!). Gleichzeitig AIH-Histologie + cholestatische Laborwerte + veränderte Gallengänge (MRCP). Prognose schlechter als isolierte AIH. Therapie: Prednisolon + Azathioprin + Ursodeoxycholsäure. AIH/PBC-Overlap: selten bei Kindern.

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APECED / APS-1 & AIH-Typ 2

APECED (Autoimmune Polyendocrinopathy, Candidiasis, Ectodermal Dysplasia) = APS-1: monogene Autoimmunerkrankung durch AIRE-Mutationen. AIRE-Defizit → fehlendes Thymus-Editing → T-Zell-Toleranzverlust gegenüber CYP2D6 → LKM-1-positive AIH-Typ 2. AIH bei APECED: oft früher Beginn, assoziiert mit Hypoparathyreoidismus, Morbus Addison, mukokutaner Candidiasis.

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Klinische Symptome

Die AIH im Kindesalter zeigt ein breites klinisches Spektrum – von asymptomatischen Laborbefunden bis zum fulminanten Leberversagen. Das Erkennen verschiedener Verlaufsformen ist entscheidend, da eine verzögerte Diagnose die Prognose erheblich verschlechtert.

Verlaufsformen der pädiatrischen AIH

Akut-ikterischer Verlauf (~50 %)

Häufigste Präsentation

Akuter Beginn über Wochen; Ikterus (Sklerenikterus, Hautikterus); Müdigkeit, Appetitlosigkeit; Übelkeit, Erbrechen; Hepatomegalie (häufig); Splenomegalie (bei Zirrhose); dunkler Urin, heller Stuhl. Oft als Virushepatitis fehlgedeutet → Autoantikörper obligat!

Schleichend-chronischer Verlauf (~30 %)

Insidioser Beginn

Unspezifische Müdigkeit; Bauchschmerzen; Arthralgien; Wachstumsretardierung; Amenorrhoe (Adoleszentinnen); Zufallsbefund erhöhter Transaminasen bei Routineblut; bei Diagnose oft bereits Zirrhose vorhanden. Gefährlichster Verlauf wegen später Diagnose.

Fulminantes Leberversagen (~10 %)

Notfall!

Rasche Progredienz: Ikterus → Enzephalopathie → Koagulopathie (INR >1,5). Besonders bei AIH-Typ 2 und Kinder <5 Jahre. Differenzierung von Morbus Wilson essenziell (beide: akutes LV + Hämolyse). Sofortige Zuweisung Leberzentrum + Transplantationsevaluation.

LEITSYMPTOME

  • Ikterus (Skleren, Haut, Urin dunkel)
  • Müdigkeit, Leistungsabfall (oft Frühsymptom)
  • Hepatomegalie (tastbar, druckdolent)
  • Splenomegalie (portale Hypertension)
  • Übelkeit, Erbrechen, Appetitmangel
  • Oberbauchschmerzen (rechts)
  • Dunkler Urin, entfärbter Stuhl (Cholestase)
  • Gewichtsverlust

ZEICHEN DER LEBERZIRRHOSE

  • Splenomegalie (portale Hypertension)
  • Aszites (fortgeschrittene Zirrhose)
  • Caput medusae (Umgehungskreisläufe)
  • Spider naevi, Palmarerythem
  • Gerinnungsstörung (erniedrigter Quick)
  • Thrombozytopenie (Splenomegalie)
  • Ösophagus-Varizen → Blutungsrisiko!
  • Hepatische Enzephalopathie (schwer)

EXTRAHEPATISCHE MANIFESTATIONEN

  • Arthralgien / Arthritis (30–40 %)
  • Hautveränderungen: Akne, Erythema nodosum
  • Thyreoiditis (Hashimoto, Typ 1 & 2)
  • Typ-1-Diabetes mellitus (Komorbidität)
  • Inflammatory Bowel Disease (Overlap AIH/PSC)
  • Glomerulonephritis (IgA, membranös)
  • Hämolytische Anämie (Coombs-positiv)
  • Amenorrhoe, verzögerte Pubertät

LABOR-KONSTELLATION

  • GPT/GOT stark erhöht (10–100× normal)
  • γGT, AP erhöht (Cholestase möglich)
  • Bilirubin erhöht (direkt + indirekt)
  • IgG stark erhöht (>2× obere Normgrenze)
  • Quick/INR erniedrigt (Synthesestörung)
  • Albumin erniedrigt (Synthesestörung)
  • Thrombozytopenie (Hypersplenismus)
  • Autoantikörper positiv (ANA/SMA oder LKM-1)
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Diagnostik

Die AIH-Diagnose basiert auf dem Internationalen AIH-Gruppen-Score (IAIHG-Score), der Labor, Autoantikörper, Histologie und Ausschluss anderer Ursachen integriert. Die Leberbiopsie ist obligat (außer bei Koagulopathie) und liefert das entscheidende histologische Bild der Interface-Hepatitis.

  1. Klinische Untersuchung & AnamneseIkterus-Beginn und -Dauer; Müdigkeit, Gewichtsverlust; Gelenkbeschwerden; Medikamentenanamnese (medikamentöse Hepatitis ausschließen!); Familienanamnese Autoimmunerkrankungen; Virusexposition (Reisen, Bluttransfusionen, sexuelle Aktivität); vorbestehende Autoimmunerkrankungen (Thyreoiditis, Typ-1-DM); Alkohol-/Drogenanamnese Jugendliche; Zeichen der portalen Hypertension (Aszites, Varizen, Splenomegalie).
  2. Autoantikörper-Panel (obligat)AIH-Typ 1: ANA (antinukleäre Antikörper, IIFA, Titer ≥1:20 bei Kindern); SMA (Smooth Muscle Antibodies, Anti-F-Aktin spezifischer); SLA/LP (Anti-Selenoprotein P / Anti-Sep-SecS; hochspezifisch für AIH, Risikomarker für schweren Verlauf). AIH-Typ 2: LKM-1 (anti-Liver Kidney Microsomal Antibody-1 = Anti-CYP2D6); LC-1 (anti-Liver Cytosol-1 = Anti-FTCD). Alle Patienten: pANCA (bei Overlap AIH/PSC erhöht). Wichtig: Autoantikörper können bei akutem Leberversagen (AIH) fehlen oder niedrig sein → nicht verlässlich im Schock/ALV!
  3. Erweiterte LabordiagnostikLeber: GPT, GOT, γGT, AP, GGT, Bilirubin (gesamt, direkt, indirekt), Albumin, Quick/INR, CHE (Cholinesterase als Synthesemarker). Immunologie: Immunglobuline quantitativ (IgG stark erhöht → typisch AIH; IgM erhöht → PBC!); Komplementfaktoren (C3, C4). Blutbild: Anämie, Thrombozytopenie. Autoimmun-Screening: TSH, TPO-AK (Thyreoiditis), HbA1c / Glucose (Diabetes), ANA, ANCA, ds-DNA (SLE-Ausschluss). Virusserologie obligat: HAV-IgM, HBsAg, Anti-HBc, HCV-RNA, EBV, CMV, HSV (DD infektiöse Hepatitis).
  4. Leberbiopsie – Goldstandard (Histologie)Obligat vor Therapiebeginn (außer bei Koagulopathie → INR >1,5 → Transjuguläre Biopsie oder Behandlung ohne Biopsie wenn Diagnose klinisch evident + Notfallsituation). AIH-typische histologische Befunde: Interface-Hepatitis (lymphoplasmazytäres Infiltrat an Grenzzone Portalfeld/Parenchym) + Plasmazell-Infiltrate (charakteristisch!) + periportale Hepatozyten-Rosetten + Emperipolesis (Lymphozyten in Hepatozyten) + Brückennekrosen. Fibrosegrad nach METAVIR (F0–F4) oder Ishak (0–6). Histologische Aktivität nach HAI-Score. Wichtig: Histologie allein nicht pathognomonisch – immer im klinisch-serologischen Kontext.
  5. IAIHG-Score (International AIH Group Score)Vereinfachter Score (Simplified AIH Score, Hennes 2008): ANA/SMA ≥1:40 (+1 Pkt.); ANA/SMA ≥1:80 oder LKM-1 ≥1:40 oder SLA positiv (+2 Pkt.). IgG: 1,0–1,1× obere Grenze (+1); >1,1× (+2). Histologie: AIH-kompatibel (+1); typische AIH (+2). Virushepatitis ausgeschlossen (+2). Score ≥6: wahrscheinliche AIH. Score ≥7: definitive AIH. Für pädiatrische Patienten gelten niedrigere Autoantikörper-Titer als signifikant (ANA ≥1:20).

Vereinfachter IAIHG-Score (Simplified Score, Hennes 2008)

ParameterBefundPunkteBedeutung
AutoantikörperANA oder SMA ≥1:40+1Wichtigster serologischer Marker; bei Kindern: Titer ≥1:20 bereits signifikant
ANA oder SMA ≥1:80 ODER LKM-1 ≥1:40 ODER SLA positiv+2
IgG1,0–1,1-fach oberer Normwert+1IgG-Normalisierung unter Therapie = wichtigster Remissionsmarker (außer AIH-Typ 2!)
>1,1-fach oberer Normwert+2
LeberhistologieAIH-kompatibel (Interface-Hepatitis)+1Obligate Biopsie; Plasmazellen + Rosetten = typisch
Typische AIH (Interface-Hepatitis + Plasmazellen + Rosetten)+2
VirushepatitisAusgeschlossen (HAV, HBV, HCV, EBV, CMV negativ)+2Obligater Ausschluss vor AIH-Diagnose
Gesamtscore Interpretation≥6 Punkte: wahrscheinliche AIH · ≥7 Punkte: definitive AIH

MRCP / Endoskopische Bildgebung bei Overlap-Verdacht: Bei Kindern mit AIH immer Overlap-Syndrom AIH/PSC (= autoimmune sclerosing cholangitis, ASC) abklären! Bis zu 50 % der pädiatrischen AIH haben gleichzeitig eine PSC. MRCP-Untersuchung empfohlen bei: erhöhtem pANCA; erhöhtem γGT / AP; Begleit-IBD; fehlendem Therapieansprechen. Wenn MRCP unauffällig und klinischer Verdacht: Cholangioskopie / ERCP erwägen (bei Kindern selten nötig).

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Molekulargenetische Grundlagen

AIH ist eine polygene Autoimmunerkrankung. HLA-Gene sind die stärksten Suszeptibilitätsfaktoren. Daneben spielen Gene der T-Zell-Regulation (FOXP3, CTLA4) und des zentralen Toleranzediting (AIRE) eine wichtige Rolle – besonders beim seltenen monogenen APECED-Syndrom mit AIH-Typ-2-Assoziation.

Immunologische Schlüsselwege

Antigenpräsentation

HLA-Klasse-II-Moleküle

HLA-DRB1*0301 (DR3): stärkster Risikofaktor für AIH-Typ 1 bei Kaukasiern; assoziiert mit jüngerem Erkrankungsbeginn, schwererer Erkrankung, höherer Relapserate nach Therapieabsetzung. HLA-DRB1*0401 (DR4): weniger schwer, häufiger bei älteren Patienten, besseres Therapieansprechen. HLA-DRB1*0701 (DR7): Risikofaktor AIH-Typ 2.

T-Zell-Regulation

FOXP3 & CTLA4

FOXP3-Mutationen: X-chromosomales IPEX-Syndrom (Immune Dysregulation, Polyendocrinopathy, Enteropathy, X-linked) → schwere AIH + Typ-1-DM + Enteropathie. CTLA4: negativer Ko-Regulator der T-Zell-Aktivierung; Polymorphismen → verminderte Inhibition → Autoimmunität. CTLA4-Ig (Abatacept) als potenzielle Therapie bei refraktärer AIH (Studien).

Zentrales Toleranzediting

AIRE – APECED-Syndrom

AIRE (Autoimmune Regulator): Thymus-Transkriptionsfaktor → kontrolliert Expression peripherer Antigene (inkl. CYP2D6!) im Thymus → deletiert autoreaktive T-Zellen. AIRE-Mutationen → keine zentrale Toleranz gegen CYP2D6 → LKM-1-positive AIH-Typ 2 als Teil des APECED-Syndroms. AR-Erbgang; Diagnose: AIRE-Sequenzierung.

Suszeptibilitätsgene der Autoimmunhepatitis

Gen / LocusChromosomFunktion / RelevanzAssoziation
HLA-DRB1*0301 (DR3)6p21MHC-II-Molekül; präsentiert Hepatozyten-Autoantigene an CD4+ T-Zellen; DR3-assoziierte AIH: früher Beginn, aggressiver Verlauf, höhere Relapserate nach Therapieabsetzung, LKM-1 oder ANA/SMA positiv; DR3 + DR4 gleichzeitig → besonders schlechte PrognoseStarker Risikofaktor AIH-Typ 1
HLA-DRB1*0401 (DR4)6p21Zweiter Hauptrisikolocus für AIH-Typ 1; assoziiert mit milderem Verlauf, älterem Erkrankungsbeginn, gutes Therapieansprechen; häufig Überlappung mit anderen Autoimmunerkrankungen (Thyreoiditis, Rheumatoide Arthritis); gut unterscheidbar von DR3-assoziierter AIH klinischModerater Risikofaktor, milder Verlauf
HLA-DRB1*0701 (DR7)6p21Hauptrisikolocus für AIH-Typ 2 (LKM-1-positiv); assoziiert mit CYP2D6-spezifischer T-Zell-Antwort; jüngerer Beginn; Überlappung mit APECED bei DR7 + DR3; DR7-Homozygotie → erhöhtes Risiko für fulminante AIH-Typ 2 im frühen KindesalterHauptrisikofaktor AIH-Typ 2
AIRE21q22Autoimmune Regulator; Thymus-Transkriptionsfaktor; exprimiert periphere Selbstantigene (inkl. CYP2D6, INS, TPO) in medullären Thymusepithelzellen → negative Selektion autoreaktiver T-Zellen; AIRE-Mutationen (AR) → APECED-Syndrom: mukokutane Candidiasis + Hypoparathyreoidismus + Morbus Addison + AIH-Typ 2 (LKM-1+, LC-1+); >300 AIRE-Mutationen bekanntAPECED-Syndrom, AIH-Typ 2
FOXP3Xp11Transkriptionsfaktor der regulatorischen T-Zellen (Treg); FOXP3-Mutationen → IPEX-Syndrom (X-chromosomal; Jungen betroffen): schwere AIH + Typ-1-DM + Enteropathie + Thyreoiditis + Ekzem; neonatale Präsentation; IPEX-AIH: LKM-1 oder ANA möglich; Therapie: allogene StammzelltransplantationIPEX-Syndrom, monogen
CTLA42q33Cytotoxic T-Lymphocyte Antigen 4; negativer Ko-Regulator der T-Zell-Aktivierung; hemmt T-Zell-Priming über Blockade von CD80/CD86 auf APCs; CTLA4-Polymorphismen (49A/G) → verringerte CTLA4-Expression → überschießende T-Zell-Aktivierung → Autoimmunität; assoziiert mit AIH, Hashimoto, Typ-1-DM, SLE; therapeutisch: Abatacept (CTLA4-Ig) bei refraktärer AIH in StudienT-Zell-Ko-Regulation
IL2RA (CD25)10p15IL-2-Rezeptor α-Kette; essentiell für Treg-Überleben und -Expansion; IL2RA-Polymorphismen → verringerte Treg-Zahlen und -Funktion → Toleranzdefizit; assoziiert mit AIH und anderen Autoimmunerkrankungen (MS, Typ-1-DM); sIL-2R im Serum als Aktivitätsmarker bei AIH verwendbarTreg-Regulation

Monogene AIH-Syndrome (immer abklären bei schwerem pädiatrischen Beginn): APECED/APS-1 (AIRE-Mutationen); IPEX (FOXP3-Mutationen); STAT1- und STAT3-Gain-of-Function-Mutationen; LRBA-Defizienz; CTLA4-Haploinsuffizienz; RAG1/2-Mutationen. Diese monogenen Formen erfordern spezifische Therapieansätze (z.B. HSCT bei IPEX) und genetische Familienberatung.

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Molekulare Diagnostik

Routinemäßige Gendiagnostik ist bei AIH nicht indiziert. Die Diagnose beruht auf dem IAIHG-Score (Autoantikörper + IgG + Histologie + Virusausschluss). Genetik ist relevant bei Verdacht auf monogene Syndrome (APECED, IPEX) oder atypischem Verlauf.

Autoantikörper-Interpretation – pädiatrische Besonderheiten: Bei Kindern sind niedrigere Autoantikörper-Titer bedeutsam als bei Erwachsenen: ANA ≥1:20 (statt ≥1:40) bei Kindern als positiv zu werten. LKM-1 ist hochspezifisch für AIH-Typ 2, kann aber bei chronischer HCV-Infektion falsch positiv sein → HCV-RNA obligat ausschließen. SLA/LP: hochspezifisch für AIH (Spezifität ~99 %), aber nur ~10–30 % der AIH-Patienten positiv → wenn positiv: Hochrisiko-Marker für schweren Verlauf und Rezidiv nach Therapieabsetzung.

MethodeReferenzwert / BefundBedeutung bei AIH
ANA (IIFA auf HEp-2-Zellen)Negativ bei Titer <1:20 (Kinder); Muster: homogen, gesprenkelter KernAIH-Typ 1; fehlt bei Typ 2; positiv auch bei SLE, Medikamenten-Hepatitis → immer im Kontext. Homogenes Muster am spezifischsten. Niedrige Titer bei Kindern bedeutsam (≥1:20).
SMA / Anti-F-Aktin (IIFA + ELISA)Positiv: Titel ≥1:20 Kinder; Anti-F-Aktin spezifischer als Gesamt-SMAAIH-Typ 1; Spezifität höher bei Anti-F-Aktin-Nachweis; SMA ohne F-Aktin bei Virushepatitis, Leberzirrhose anderer Ursache möglich.
LKM-1 (Anti-CYP2D6, IIFA + ELISA)Positiv: Titer ≥1:10 Kinder; CYP2D6-Epitope definiertHochspezifisch für AIH-Typ 2; auch bei APECED; falsch positiv bei HCV (Cave!); bleibt unter Therapie positiv – kein Remissionsmarker!
LC-1 (Anti-FTCD, ELISA)Positiv: ELISA-reaktivAIH-Typ 2; kann ohne LKM-1 auftreten; korreliert besser mit Krankheitsaktivität als LKM-1; nützlicher Verlaufsmarker bei Typ-2-AIH.
SLA/LP (Anti-Sep-SecS, ELISA)Positiv: ELISA-reaktiv; Spezifität ~99 %Hochspezifisch für AIH (Typ 1 + Typ 2); starker Risikofaktor für schweren Verlauf, Rezidiv nach Therapieabsetzung; obligat testen bei unklarer AIH-Serologie.
IgG (Immunglobulin G, Nephelometrie)Normwert altersabhängig; AIH: meist >2× obere NormgrenzeWichtigster Verlaufsmarker bei AIH-Typ 1: IgG normalisiert sich unter Therapie → bester Remissionsindikator. Cave Typ 2: IgG-Normalisierung weniger zuverlässig.
pANCA (IIFA)Positiv: perinukleäres MusterPositiv bei AIH/PSC-Overlap (autoimmune sclerosing cholangitis); Indikation für MRCP-Durchführung zum PSC-Ausschluss.
AIRE-Mutationsanalyse (Sanger / NGS)Pathogene Mutationen in AIRE-GenIndikation: AIH-Typ 2 + Hypoparathyreoidismus + Morbus Addison + mukokutane Candidiasis (APECED-Verdacht); auch bei AIH-Typ 2 <5 Jahren; definiert Therapiestrategie (kein Therapieabsetzen!).
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Differenzialdiagnosen

Der wichtigste Ausschluss bei AIH-Verdacht ist die infektiöse Hepatitis (HAV, HBV, HCV, EBV, CMV) und der Morbus Wilson – letzterer kann klinisch nahezu identisch mit AIH oder akutem Leberversagen auftreten.

ErkrankungÄhnlichkeit zur AIHSchlüsselunterschiedDiagnostik
Virushepatitis (HAV, HBV, HCV)Transaminasenerhöhung, Ikterus, Müdigkeit; EBV/CMV: Hepatitis + Autoantikörper möglichSerologie positiv; Autoantikörper fehlen oder Titer niedrig; IgG normal; Histologie: lymphozytär, keine Plasmazellen typischHAV-IgM, HBsAg, HBV-DNA, Anti-HCV, HCV-RNA, EBV-IgM, CMV-PCR (obligat!)
Morbus WilsonTransaminasenerhöhung, Ikterus, akutes Leberversagen; Kayser-Fleischer-Ringe fehlen bei Kindern oft!; ANA/SMA möglich (falsch positiv bei Wilson)Hämolyse (Coombs-negativ!); Coeruloplasmin ↓; Kupfer im Urin ↑; Kupfer in Leberbiopsie ↑; Kayser-Fleischer-Ringe (Spaltlampe)Coeruloplasmin, Serum-Kupfer, 24h-Kupfer im Urin; Spaltlampenuntersuchung; Leberbiopsie (Kupferhistochemie); ATP7B-Sequenzierung
Medikamenten-induzierte Lebererkrankung (DILI)Transaminasenerhöhung, Ikterus; Autoantikörper möglich (Minocyclin, Nitrofurantoin, Methyldopa → AIH-ähnlich)Zeitlicher Zusammenhang mit Medikamenteneinnahme; Besserung nach Absetzen; Medikamentenanamnese essenziell; ANA/SMA bei einigen DILI-Formen, aber klinisch-zeitlich differenzierbarCIOMS/RUCAM-Score; Absetzen des Medikaments; Verlaufsbeobachtung; Biopsie: eosinophile Infiltrate, cholestatische Muster
AIH/PSC-Overlap (ASC)Klinisch wie AIH; erhöhte Transaminasen + IgG + Autoantikörper; Interface-Hepatitis histologischZusätzlich: erhöhte γGT/AP; pANCA positiv; Gallengangveränderungen im MRCP; häufig begleitende IBD; Biopsie: onion-skin-Fibrose um GallengängepANCA; MRCP; γGT/AP-Muster; IBD-Anamnese; Biopsie mit Gallengangbeteiligung
NAFLD / Metabolisch-assoziierte Lebererkrankung (MASLD)Transaminasenerhöhung (meist moderat); Müdigkeit; HepatomegalieAdipositas; metabolisches Syndrom; Insulin-Resistenz; Autoantikörper negativ; IgG normal; Histologie: Steatose, keine Interface-Hepatitis, keine PlasmazellenSono (Steatose?); Laborprofil (Lipide, HbA1c); Biopsie; Ausschluss AIH
Alpha-1-Antitrypsin-MangelChronische Hepatitis; Zirrhose; pädiatrische LebererkrankungFamilienanamnese Lungenerkrankung; PiZZ-Phänotyp; Schizerschen Einschlüsse in Hepatozyten histologisch; AAT-Spiegel erniedrigtAlpha-1-Antitrypsin Serumspiegel; AAT-Phänotyp (PiZ-Allel); Biopsie (PAS-positive Einschlüsse)
Systemischer Lupus erythematodes (SLE)Erhöhte ANA; Hepatitis möglich; Arthralgien; Müdigkeit; Mädchen bevorzugtds-DNA-Antikörper positiv; Nierenbefall; Schmetterlingserythem; Komplementverbrauch; AIH kann Teil eines SLE sein, aber meistens distinkte EntitätenANA-Pattern (gesprenkelter Kern), ds-DNA-AK; Komplement (C3, C4); Urinanalyse; Nierenwerte; ACR-Klassifikationskriterien SLE
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Therapiemöglichkeiten

Die Therapie der AIH ist lebensrettend – ohne Behandlung verlaufen bis zu 80 % der unbehandelten AIH fatal innerhalb von 10 Jahren. Die Standardtherapie besteht aus Prednisolon + Azathioprin. Therapieziel ist die vollständige biochemische und histologische Remission. AIH ist eine lebenslange Erkrankung – Therapieabsetzen führt in >80 % zu Rezidiven.

  • NOTFALLFulminante AIH / Akutes Leberversagen – Sofortmaßnahmen

    Akutes Leberversagen durch AIH: Intensivstationäre Aufnahme; täglich Klinik + Labor (INR, Bilirubin, Ammoniak, Enzephalopathie-Grad); Lebertransplantationszentrum informieren / verlegungsbereit halten. Therapie: i.v. Methylprednisolon 2 mg/kg/d (max. 60 mg) sofort starten. Nach 3–5 Tagen Beurteilung: Besserung → orales Ausschleichen; kein Ansprechen → Transplantationsliste. Cave: Morbus Wilson als DD ausschließen (Wilson + Steroide → keine Verbesserung!). Keine Leberbiopsie bei INR >1,5 (Blutungsrisiko) → Diagnose klinisch-serologisch stellen + transjuguläre Biopsie wenn nötig. Vitamin K i.v. (10 mg einmalig); Lactulose bei Enzephalopathie; N-Acetylcystein bei akutem Leberversagen (hepatoprotektiv).

  • STUFE 1Remissionsinduktion – Prednisolon (Mono oder Kombination)

    Standardtherapie Remissionsinduktion:
    Option A – Monotherapie Prednisolon: 2 mg/kg/d (max. 60 mg/d) × 2–4 Wochen; dann schrittweiser Abbau über 6–8 Wochen auf Erhaltungsdosis (0,1–0,2 mg/kg/d). Bewährt bei leichter/moderater AIH oder wenn Azathioprin kontraindiziert (Zytopenien, Thiamin-Mangel).
    Option B – Kombinationstherapie Prednisolon + Azathioprin (bevorzugt): Prednisolon 1–2 mg/kg/d + Azathioprin 1–2 mg/kg/d gleichzeitig starten; steroidsparsamer Effekt; Reduktion von Steroid-NW. Azathioprin wirkt verzögert (3–4 Monate) → Prednisolon übernimmt Induktion. TPMT-Genotypisierung vor Azathioprin (Myelosuppression bei langsamen Metabolisierern). Monitoring: Blutbild alle 4–6 Wochen unter Azathioprin.
    Remissionskriterien: Normalisierung der Transaminasen (GPT <1,5× Normwert) + IgG-Normalisierung (Typ 1) + Histologische Remission (Interface-Hepatitis beseitigt). Kontroll-Biopsie nach 12–24 Monaten biochemischer Remission empfohlen.

  • STUFE 2Remissionserhaltung – Azathioprin Langzeit

    Azathioprin Erhaltungstherapie: 1–2 mg/kg/d; nach Erreichen der Remission → Prednisolon langsam ausschleichen bis Absetzversuch; Azathioprin weiterführen. Monitorig: Blutbild + Transaminasen alle 3 Monate; IgG als Remissionsmarker (Typ 1). Dauer: mindestens 2 Jahre Remission + histologische Remission nachgewiesen, bevor Absetzversuch. Absetzversuch: bei Kindern häufig nicht erfolgreich (>80 % Relapse) → Dauertherapie oft notwendig. AIH-Typ 2 (LKM-1+): Absetzversuch noch riskanter – meist Dauertherapie. APECED-assoziierte AIH: kein Absetzversuch (lebenslanges Risiko).
    Alternative Erhaltungstherapie bei Azathioprin-Versagen / -Intoleranz: Mycophenolatmofetil (MMF) 20–40 mg/kg/d (max. 2 g/d); bei Azathioprin-Unverträglichkeit oder unzureichendem Ansprechen; Cave: Teratogenität (Kontrazeption bei Adoleszentinnen!). Ciclosporin A (3–5 mg/kg/d): bei refraktärer AIH oder akutem Leberversagen; engmaschiges Monitoring.

  • STUFE 3Refraktäre AIH – Zweitlinientherapie

    Definition refraktäre AIH: Ausbleibende Remission nach 3 Jahren Standardtherapie; Relapse unter Standardtherapie; Steroidabhängigkeit (Steroide nicht absetzbar). Budesonid (off-label bei Kindern): 3 mg 3×/d; geringere systemische NW; bei nicht-zirrhotischer AIH; keine Evidenz für Zirrhose-Patienten. Tacrolimus: 0,05–0,1 mg/kg/d; bei refraktärer AIH; Monitoring Blutspiegel (5–10 ng/ml). Rituximab (off-label): Anti-CD20; bei AIH-Typ 1 mit B-Zell-Komponente; Fallberichte. Abatacept (CTLA4-Ig): bei CTLA4-Haploinsuffizienz assoziierter AIH; in Fallberichten wirksam. Infliximab: bei begleitender IBD + AIH (cave: Hepatotoxizität des TNF-Blockers bei AIH möglich).

  • STUFE 4Overlap AIH/PSC + Lebertransplantation

    Overlap AIH/PSC (Autoimmune Sclerosing Cholangitis, ASC): Bis zu 50 % der pädiatrischen AIH! Therapie: Prednisolon + Azathioprin (für AIH-Komponente) + Ursodeoxycholsäure (UDCA, 15–20 mg/kg/d für PSC-Komponente). Prognose schlechter als isolierte AIH (wegen PSC-Progression). Regelmäßige MRCP-Kontrollen (alle 1–2 Jahre). Endoskopie bei Varizenscreening ab Zirrhose-Diagnose.
    Lebertransplantation: Indikation: akutes fulminantes Leberversagen ohne Ansprechen auf Steroide; therapierefraktäre AIH mit dekompensierter Zirrhose; MELD-Score ≥15. Ergebnisse: Pädiatrische LTX bei AIH: 5-Jahres-Überleben ~90 %. Cave: AIH-Rezidiv nach Transplantation (~30 %) – Immunsuppression langfristig! Monitoring auf De-novo-AIH (Autoimmunhepatitis nach Transplantation mit anderer Ätiologie).

Monitoring unter Therapie – Übersicht

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Biochemisches Monitoring

GPT, GOT, γGT, AP, Bilirubin, Albumin, Quick/INR, CHE monatlich in den ersten 6 Monaten; dann vierteljährlich. IgG als Remissionsmarker (Typ 1) bei jeder Kontrolle. GPT >3× Normwert persistierend → Therapieversagen → Anpassung.

💊

Azathioprin-Monitoring

Blutbild alle 4–6 Wochen in den ersten 3 Monaten; dann alle 3 Monate. Leukopenie <3000/µl oder Thrombozytopenie <100.000/µl → Dosisreduktion / Absetzung. TPMT-Geno/-Phänotypisierung vor Beginn (niedrige TPMT-Aktivität → Dosisreduktion obligat). Thiopurin-Metabolite (6-TGN) bei Therapieversagen messen.

📊

Histologische Kontrolle

Kontrollbiopsie nach 12–24 Monaten biochemischer Remission empfohlen (vor Absetzversuch). Histologische Remission: Verschwinden der Interface-Hepatitis; Fibrosegrad stabil oder rückläufig. Persistierende Interface-Hepatitis trotz normaler Laborwerte = Therapiefortführung empfohlen (Rezidivrisiko ↑).

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Steroid-Nebenwirkungen

Unter langfristiger Steroidtherapie: Knochendichte (DEXA-Scan) jährlich; Vitamin D + Kalzium supplementieren; Blutzucker (steroidinduzierter Diabetes?); Blutdruck; Gewicht; Längenwachstum (Steroide wachstumshemmend!); Katarakt-Screening. Strategie: Steroide so schnell wie möglich auf minimale Dosis reduzieren / absetzen.

Prognose: Unter adäquater Therapie erreichen >80 % der Kinder mit AIH eine langfristige Remission. Die 10-Jahres-Überlebensrate beträgt >90 % mit Therapie. Kinder mit bereits vorliegender Zirrhose bei Diagnose: schlechtere Prognose; erhöhtes LTX-Risiko. AIH-Typ 2 und SLA/LP-Positivität: höheres Rezidivrisiko. Frühzeitige Diagnose und konsequente Therapie sind die entscheidenden prognostischen Faktoren.

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Expertenzentren D-A-CH

Führende Experten und Zentren für pädiatrische Autoimmunhepatitis, Overlap-Syndrome und Lebertransplantation bei Kindern in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

🇩🇪 Deutschland
Prof. Dr. Ulrich Baumann
Pädiatrische Hepatologie / Lebertransplantation
Medizinische Hochschule Hannover (MHH) – Kinderklinik
HANNOVER
Pädiatrische AIH; autoimmune Lebererkrankungen; AIH/PSC-Overlap; Lebertransplantation Kinder; eines der größten pädiatrischen Lebertransplantationszentren DE; ESPGHAN-Hepatologie
AIH Päd. DELebertransplantation
Prof. Dr. Ekkehard Sturm
Pädiatrische Hepatologie
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin, Tübingen
TÜBINGEN
Pädiatrische Lebererkrankungen; AIH; PSC; Cholestaseerkrankungen (PFIC, Alagille); Gallengangsatresie; Lebertransplantation; GPGE Hepatologie-Arbeitsgruppe
Päd. HepatologiePSC Kinder
Prof. Dr. Peter Gerner
Pädiatrische Gastroenterologie & Hepatologie
Universitätsklinikum Freiburg – Kinderhepatologie
FREIBURG
Autoimmune Lebererkrankungen Kinder; AIH; Overlap-Syndrome; Cholestase; Neonatale Hepatitis; Wilson; pädiatrische Leberbiopsie; Diagnostik chronischer Lebererkrankungen
AIH Kinder FreiburgAutoimmun Leber
Prof. Dr. Ansgar Lohse
Hepatologie / AIH-Grundlagenforschung
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) – Hepatologie
HAMBURG
AIH-Grundlagenforschung; Treg bei AIH; Autoantikörper-Diagnostik; IAIHG-Mitglied; AIH-Leitlinien EASL; Immuntherapie AIH; Internationale AIH-Forschungsgruppe
AIH-GrundlagenforschungIAIHG-Mitglied
Prof. Dr. Heiner Wedemeyer
Hepatologie / Autoimmunhepatitis Erwachsene
Medizinische Hochschule Hannover (MHH) – Hepatologie
HANNOVER
AIH Erwachsene; autoimmune Lebererkrankungen; EASL-Leitlinien; Refraktäre AIH; Immuntherapie; Virushepatitis + AIH-Overlap; DDG-Leitlinien; DGVS AIH-Gruppe
EASL-Leitlinien AIHRefraktäre AIH
GPGE Hepatologie-Arbeitsgruppe
Nationale pädiatrische Hepatologie
Gesellschaft für Pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung (GPGE)
DEUTSCHLAND
Nationales Netzwerk pädiatrische Hepatologie; AIH-Leitlinien pädiatrisch; Lebertransplantations-Register Kinder; ESPGHAN-Hepatologie-Kooperation; Qualitätssicherung
Päd. Hepatologie-NetzGPGE
🇦🇹 Österreich
Prof. Dr. Thomas Müller
Pädiatrische Hepatologie / Lebertransplantation
Medizinische Universität Innsbruck – Kinderhepatologie
INNSBRUCK
Pädiatrische Autoimmunhepatitis; Cholestaseerkrankungen; Morbus Wilson; Lebertransplantation Kinder Österreich; ESPGHAN Hepatologie; österreichische Kinderhepatologen-Gruppe
AIH Päd. ATLTX Kinder AT
Leberambulanz Wien – Pädiatrie
Pädiatrische Hepatologie Wien
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, MedUni Wien / AKH Wien
WIEN
AIH; Cholestase; chronische Lebererkrankungen Kinder; Autoantikörper-Diagnostik; Lebertransplantation Kooperation; Diagnostik und Therapie Lebererkrankungen Wien
Pädiatrische Hepatologie ATLeberambulanz
🇨🇭 Schweiz
Prof. Dr. Dominique Belli
Pädiatrische Hepatologie / Gastroenterologie
Hôpitaux Universitaires de Genève (HUG) – Pédiatrie
GENF
Pädiatrische Autoimmunhepatitis; chronische Lebererkrankungen Kinder; Lebertransplantation; Gallengangsatresie; Overlap-Syndrome; ESPGHAN Hepatologie; Schweizer pädiatrische Hepatologie-Netzwerk
AIH Päd. CHESPGHAN
Prof. Dr. Andreas Geier
Hepatologie / Autoimmunhepatitis Erwachsene
Universitätsspital Würzburg / Luzerner Kantonsspital
LUZERN (CH)
AIH-Leitlinien; IAIHG-Mitarbeit; Therapie refraktäre AIH; Overlap-Syndrome; Budesonid bei AIH; Schweizer AIH-Kohorte; Autoimmune Lebererkrankungen
Refraktäre AIH CHIAIHG
Lebertransplantationszentrum Zürich
Leberchirurgie & Transplantation
Universitätsspital Zürich / Kinderspital Zürich – Lebertransplantation
ZÜRICH
Pädiatrische und Erwachsenen-LTX; AIH als LTX-Indikation; postoperative Immunsuppression; De-novo-AIH nach LTX; Split-Leber-Transplantation; Langzeit-Follow-up
LTX-Zentrum CHSplit-LTX

Fachgesellschaften & Ressourcen: EASL Clinical Practice Guidelines AIH 2015 + Update 2019 · AASLD AIH Practice Guidance 2019 · ESPGHAN Paediatric AIH Guidelines · IAIHG (International AIH Group) · GPGE Hepatologie-Arbeitsgruppe · DGVS S3-Leitlinie Autoimmunhepatitis (in Entwicklung) · Deutsche Leberstiftung (leberstiftung.de) · ALPID (Autoimmune Liver and Pediatric Inflammatory Disease Consortium) · Leberhilfe Deutschland (leberhilfe.de)