01

Grundlagen & Definition

Atopische Dermatitis (AD), auch Neurodermitis oder atopisches Ekzem genannt, ist die häufigste chronisch-entzündliche Hauterkrankung des Kindesalters. Sie ist durch intensiven Pruritus, trockene Haut und phasenhaft auftretende Ekzeme charakterisiert. In 85–90 % der Fälle manifestiert sie sich vor dem 5. Lebensjahr, oft bereits im 2.–3. Lebensmonat.

Pathophysiologisches Dualmodell: Zwei komplementäre Achsen verursachen die AD. Erstens die Outside-in-Hypothese: eine genetisch bedingte Epidermalbarriere-Störung (FLG-Mutationen, Lipiddefekte) ermöglicht Allergen- und Irritanzien-Penetration → Immunaktivierung. Zweitens die Inside-out-Hypothese: eine primäre Th2-Immundysregulation führt zu sekundärer Barrierestörung. Beide Wege bedingen sich gegenseitig und erzeugen den pruriginösen Juck-Kratz-Zyklus.

Phasenhafter Krankheitsverlauf

Säuglingsphase 0–2 Jahre; Gesicht, Streckseiten
Kleinkindphase 2–6 Jahre; Beugen, Handgelenke
Schulkindphase 6–12 Jahre; Ellenbogen, Kniebeugen
Adoleszenz Gesicht, Hals, Hände; häufig Remission
Erwachsenenalter Persistenz ~30 %
15–20 %
Prävalenz Kinder (D-A-CH)
85 %
Manifestation vor dem 5. Lebensjahr
70–80 %
Genetische Heritabilität
~30 %
Persistenz ins Erwachsenenalter

Grundlagen der Pathophysiologie

🧱

Epidermalbarriere-Defekt

FLG-Mutationen → fehlendes Filaggrin → gestörte Cornifikation → erhöhter TEWL (transepidermaler Wasserverlust), alkalischer Haut-pH, Allergeneintrittspforte. 10 % der Europäer tragen heterozygote FLG-Mutationen.

🔥

Th2/Th22-Entzündung

Akute Phase: Th2 + Th22 dominant (IL-4, IL-13, IL-22, IL-31). Chronische Phase: zusätzlich Th1/Th17-Infiltrate. IL-31 ist der wichtigste Pruritus-Mediator → JAK-STAT-Signalweg → Juckreiz.

🦠

Mikrobiom-Dysbiose

Staphylococcus aureus besiedelt ≥ 90 % der AD-Haut (vs. ~30 % gesunde Haut). S.-aureus-Toxine wirken als Superantigene → Th2-Aktivierung → Exazerbation. Reduzierte Diversität des Hautmikrobioms.

🌡️

Pruritus & Juck-Kratz-Zyklus

IL-31 (via JAK1/JAK2), TSLP, IL-33, Histamin → itch-spezifische C-Fasern → zentrales Pruritus-Signal → Kratzen → Barriereverletzung → weiterer Allergeninflux → Verstärkung der Entzündung.

🫀

IgE-Sensibilisierung

Allergen-Eintritt via gestörte Hautbarriere → Langerhans-Zellen mit FcεRI-Expression → IgE-Klassenwechsel via IL-4/IL-13 → IgE-vermittelte Sofortreaktion auf Inhalations- und Nahrungsmittelallergene.

🧬

Genetische Prädisposition

Polygene Erkrankung; > 30 Risiko-Loci in GWAS identifiziert. Beide Eltern atopisch → 70–80 % Risiko für Kind. FLG stärkster Einzelrisikofaktor. Epigenetische Modulation durch Umwelt (Hygiene-Hypothese).

02

Klinische Symptome

Die klinische Präsentation der AD ist altersabhängig und variiert von nässenden Papulovesikeln beim Säugling bis zu lichenifizierten, chronisch-trockenen Plaques beim Schulkind. Das Leitsymptom in allen Phasen ist der intensive Pruritus, der Schlaf und Lebensqualität massiv beeinträchtigt.

Morphologie, Lokalisation & Altersphasen

SÄUGLINGSPHASE (0–2 JAHRE)

  • Erythematöse, nässende Papulovesikel
  • Gelblich-krustige Beläge (Superinfektion häufig)
  • Lokalisation: Wangen, Stirn, behaarter Kopf
  • Streck- und Außenseiten der Extremitäten
  • Rumpf, Retroauriculär
  • Starker Juckreiz → Unruhe, Schlafstörung
  • Mundregion typischerweise ausgespart

KLEINKIND- & SCHULKINDPHASE (2–12 J.)

  • Zunehmend lichenifizierte, trockene Plaques
  • Typische Beugenlokalisation: Ellenbogen-, Kniebeugen
  • Handgelenke, Fußknöchel, Hals, Nacken
  • Periorbital, perioral, Ohrläppchen
  • Dennie-Morgan-Falte (infraorbital)
  • Hertoghe-Zeichen (laterale Augenbrauen-Ausdünnung)
  • Weißer Dermographismus

KUTANE ZEICHEN DER ATOPIE

  • Xerosis cutis (trockene, raue Haut)
  • Ichthyosis-artige Hyperkeratose (Unterschenkel)
  • Keratosis pilaris (Gänsehautartige Follikelkeratosen)
  • Pityriasis alba (depigmentierte Makulae)
  • Palmar-/Plantarhyperlinearität
  • Reaktive Hyperämie nach Kratzen
  • Nipple-Ekzem (Jugendliche)

KOMPLIKATIONEN & SUPERINFEKTIONEN

  • Eczema herpeticatum (Kaposi-Varizelliform-Eruption) → Notfall
  • Impetiginisierung (S. aureus / Streptokokken)
  • Molluscum-contagiosum-Dissemination
  • Okuläre Komplikationen: Katarakt, Keratokonus
  • Wachstumsretardierung (schwere AD + systemische Steroide)
  • Psychosoziale Komorbiditäten: Angst, Depression, ADHS
  • Schlafentzug → Konzentrations- und Schulprobleme

Trigger & atopische Komorbiditäten

TriggerkategorieHäufige AuslöserKlinische Relevanz
Inhalationsallergene Hausstaubmilben, Tierepithelien (Katze, Hund, Pferd), Pollen, Schimmelpilze Exazerbation durch Kontakt / Inhalation; Basis für aeroallergene Sensibilisierung; ab Schulalter zunehmend relevant
Nahrungsmittelallergene Kuhmilch, Hühnerei, Weizen, Erdnuss, Baumnüsse, Soja, Fisch Relevant v.a. bei Säuglingen und Kleinkindern (< 2 Jahre); bei 30–40 % der schweren pädiatrischen AD; IgE-vermittelt oder nicht-IgE-vermittelt
Infektionen S. aureus (Superantigene), Malassezia spp., HSV (→ Eczema herpeticatum) Häufigster Exazerbations-Trigger; S. aureus bei > 90 % der AD-Läsionen nachweisbar; Antistaphylokokken-Therapie bei klinischer Superinfektion
Irritanzien Wollkleidung, synthetische Fasern, Schweiß, Seife/Waschmittel, Chlorwasser Direkter Barriere-Trigger; Vermeidung durch Weichspüler-Verzicht, pH-neutrale Pflege, Baumwolle-Kleidung
Umweltfaktoren Trocken-kalte Luft, Luftverschmutzung (NO₂, Feinstaub), Tabakrauch Verstärken Barrierestörung; Nikotinexposition pränatal und postnatal erhöht AD-Risiko
Psychosoziale Faktoren Stress, Prüfungsangst, familiäre Konflikte, Schlafentzug Neuroimmunologisch vermittelte Exazerbation; Stresshormone (Cortisol, CRH) verstärken Th2-Reaktion

Atopische Komorbiditäten (Atopischer Marsch): AD geht in 30–40 % mit Nahrungsmittelallergie einher, in 35 % mit allergischer Rhinitis und in 25–30 % mit Asthma bronchiale. FLG-Mutationen sind der stärkste Treiber des atopischen Marsches: die Sensibilisierung erfolgt perkutan durch die gestörte Hautbarriere.

03

Diagnostik

Die Diagnose der AD ist klinisch und basiert auf standardisierten Diagnosekriterien (Hanifin & Rajka). Labordiagnostik und Allergotestung ergänzen die Einschätzung des Schweregrades, der Komorbiditäten und der Therapiebedürftigkeit.

Diagnosekriterien nach Hanifin & Rajka (1980, modifiziert)

Diagnose: ≥ 3 Hauptkriterien + ≥ 3 Nebenkriterien. Hauptkriterien: (1) Pruritus, (2) typische Morphologie und Lokalisation (altersabhängig), (3) chronisch-rezidivierender Verlauf, (4) atopische Eigen- oder Familienanamnese. Nebenkriterien: Xerosis, IgE-Erhöhung, Nahrungsmittelallergie, Keratosis pilaris, Ichthyosis, Dennie-Morgan-Falte, Keratokonus, Unverträglichkeit Wolle / Lipidlösungsmittel u.v.m.

Diagnostischer Algorithmus

  1. Anamnese Beginn und Verlauf der Erkrankung, Pruritus-Intensität, Triggerfaktoren, atopische Eigenanamnese (Rhinitis, Asthma, Nahrungsmittelallergie), Familienanamnese, Schlafqualität, psychosoziale Belastung, bisherige Therapien (topische Steroide, Emollienzien, Biologika) und Therapieansprechen.
  2. Klinische Untersuchung & Schweregradbestimmung Inspektion: Verteilung, Morphologie (akut nässend vs. chronisch lichenifiziert), Superinfektionszeichen. Kutane Atopie-Zeichen. Erfassung betroffener Körperoberfläche (BSA). Obligate Scoring-Erhebung: SCORAD und/oder EASI; Pruritus-NRS; cDLQI (Lebensqualität).
  3. Scoring-Systeme zur Schweregraderfassung SCORAD (0–103): beurteilt befallene BSA, Intensität (6 Zeichen je 0–3) + subjektive Symptome (Juckreiz, Schlaf); Schwellenwerte: leicht < 25, mittel 25–50, schwer > 50. EASI (0–72): Erythem, Ödem, Exkoriationen, Lichenifikation; 4 Körperregionen; leicht < 7, mittel 7–21, schwer > 21. IGA (0–4): Investigator Global Assessment. PO-SCORAD: Patient-Outcome vom Patienten selbst ausgefüllt.
  4. Allergologische Diagnostik Prick-Test: Standardpanel Inhalationsallergene + Nahrungsmittel (v.a. bei Kindern < 2 Jahren: Kuhmilch, Ei, Erdnuss, Weizen, Soja). Spezifisches IgE (ImmunoCAP): Allergenkomponenten-Diagnostik (CRD). Gesamt-IgE: erhöht in 80 % der AD-Patienten. Atopie-Patch-Test (APT): bei Verdacht auf nicht-IgE-vermittelte Spätreaktionen auf Nahrungsmittel. Eliminationsdiät + Nahrungsmittelprovokation (DBPCFC): Goldstandard bei Nahrungsmittelallergie-Verdacht.
  5. Labordiagnostik Gesamt-IgE, Blutbild + Differentialblutbild (Eosinophile), TARC/CCL17 (Th2-Aktivierungsmarker, korreliert mit AD-Schwere), Thymus and activation-regulated chemokine (TARC). Bei Superinfektionsverdacht: Abstrich (S. aureus-Nachweis, MRSA-Screen, HSV-PCR). Bei schwerer therapieresistenter AD: Immunphänotypisierung (Ausschluss primärer Immundefekte).
  6. Erweiterte Diagnostik bei therapierefraktärer AD Patch-Test (Kontaktallergie-Ausschluss). Biopsie: Histologie (bei unklarer Diagnose, Differenzialdiagnose Lymphom/Psoriasis). MRT-Kopf (selten, bei Hyper-IgE-Syndrom-Verdacht). Humangenetische Beratung + Gendiagnostik (FLG, SPINK5, DOCK8, STAT3) bei Syndrom-Verdacht.

Scoring-Übersicht

ScoreBereichSchwellenwerteBesonderheit / Einsatz
SCORAD0–103leicht < 25 · mittel 25–50 · schwer > 50Goldstandard; subjektive Komponente (Juckreiz NRS, Schlaf NRS); klinische Studien + Praxis
oSCORAD0–83analog SCORAD ohne SubjektivesObjektive Variante; Untersucherunabhängiger; Verlaufsmonitoring
EASI0–72leicht < 7 · mittel 7–21 · schwer > 21Klinische Studien-Endpunkt (EASI-50, EASI-75, EASI-90); keine Subjektivkomponente
IGA0–40 = frei · 1 = fast frei · 4 = schwerEinfach, schnell; Biologika-Zulassungsstudien; IGA 0/1 = Therapieerfolg
NRS Pruritus0–10≥ 4 = mittelschwer; ≥ 7 = schwerPatienten-berichtet; wichtigster Outcome neben Haut; Peak Pruritus NRS
cDLQI0–300–1 = kein Einfluss; > 10 = starkChildren's Dermatology Life Quality Index; Lebensqualität; ab 4 Jahre validiert
04

Molekulargenetische Ursachen

Die AD ist eine polygen-multifaktorielle Erkrankung mit zwei zentralen genetischen Achsen: Epidermalbarriere-Gene und Immunregulations-Gene. GWAS haben > 30 Risiko-Loci identifiziert. Die genetische Heritabilität beträgt 70–80 %. Umweltexposition (Mikrobiom, Allergene) moduliert die Genexpression epigenetisch.

Epidermalbarriere-Gene

Stärkster Locus

FLG – Filaggrin (1q21)

Profilaggrin wird im Stratum granulosum gespalten → Filaggrin aggregiert Keratinfilamente → Cornifikation → Natural Moisturizing Factor (NMF). Loss-of-function-Mutationen (R501X, 2282del4) bei 25–50 % der AD-Patienten. Heterozygot: 10 % der Europäer. Erhöht AD-Risiko 3-fach; schwere AD 6-fach. Perkutane Sensibilisierung via FLG-defekter Haut → atopischer Marsch.

Weitere Barriere-Gene

FLG2, SPINK5, DSG1, KLK-Gene

FLG2: Filaggrin-verwandtes Protein; FLG2-Nonsense-Mutation bei afroamerikanischen AD-Patienten. SPINK5 (LEKTI): Serinprotease-Inhibitor; Netherton-Syndrom bei homozygoten Mutationen (schwere AD-Variante). DSG1 (Desmoglein-1): Epidermale Kohäsion. KLK5/KLK7: Kallikreine → Barriere-Proteolyse. Ceramid-Synthase-Gene (CERT1) regulieren Lipidbarriere.

EDC-Komplex

Epidermaler Differenzierungskomplex (1q21)

Gencluster mit > 50 Genen: FLG, FLG2, HRNR (Hornerin), LELP1, S100A-Gene. Gemeinsame Regulation durch Keratinozyten-Differenzierung. AD assoziiert mit reduzierter Expression von EDC-Genen (array-CGH, RNA-Seq-Studien). TSLP-induzierte IL-4/IL-13-Freisetzung hemmt FLG-Synthese → Circulus vitiosus.

Immungenetische Suszeptibilitätsgene

Gen / LocusChromosomFunktion / MechanismusKlinische Relevanz
FLG 1q21 Strukturprotein Stratum corneum; Cornifikation; NMF-Bildung; Loss-of-function → Barrierestörung Stärkster Einzelrisikofaktor
IL4 / IL13 5q31 Th2-Zytokine; IL-4: IgE-Klassenwechsel, FLG-Suppression in Keratinozyten, TEWL-Erhöhung. IL-13: Pruritus, Schleimhautveränderungen, epidermale Differenzierungsstörung. Gemeinsame IL-4Rα-Untereinheit (target: Dupilumab) Zentrale Th2-Achse
IL31 / IL31RA 12q24 / 5q11 IL-31: primärer Pruritogen-Mediator; aktiviert Typ-2-Neuronen über IL31RA/OSMR; produziert von Th2-Zellen und Mastzellen. Target für Nemolizumab (Anti-IL-31RA) Pruritus-Achse
TSLP / TSLPR 5q22 / Xp22 TSLP aus Keratinozyten bei Barriereverletzung; aktiviert dendritische Zellen, ILC2, Mastzellen; hemmt FLG-Expression; IL-4/IL-13-Downstream. Erhöht bei akuter AD-Läsion Alarmin-Achse
IL33 / ST2 9p24 / 2q11 Alarmin IL-33 aus Keratinozyten und Fibroblasten; ST2-Rezeptor auf Mastzellen und ILC2; Mastzell-Aktivierung → Histamin, PGD₂. SNPs im ST2-Locus assoziiert mit AD Mastzell-Aktivierung
STAT3 / STAT6 17q21 / 12q13 STAT3: JAK-downstream; IL-31-Signaling, Th17. STAT6: IL-4/IL-13-Signaling; IgE-Promotor, Th2-Differenzierung, GATA-3-Regulation. STAT3-Keimbahnmutationen → AD-HIES (Hyper-IgE-Syndrom) JAK-STAT-Achse
FCER1G / MS4A2 1q23 Hochaffiner IgE-Rezeptor (FcεRI) auf Mastzellen und Langerhans-Zellen der Haut; IgE-Vernetzung → Degranulation → Histamin, IL-4, IL-13 Freisetzung. Langerhans-Zellen in der Haut exprimieren FcεRI verstärkt bei AD IgE-Reaktivität
SPINK5 5q32 LEKTI (Lymphoepithelial Kazal-type inhibitor); hemmt Serinproteasen (KLK5, KLK7); Homozygote Mutationen → Netherton-Syndrom (schwere AD-Variante + Ichthyosis linearis circumflexa + Trichorrhexis invaginata) Syndromale AD-Form
DOCK8 9p24 Dedikator of Cytokinesis 8; AR-HIES (autosomal rezessives Hyper-IgE-Syndrom); schwere AD + bakterielle + virale Infektionsneigung + vaskuläre Anomalien. Homozygote oder compound-heterozygote Mutationen AR-HIES
IL10 / IL10RA 1q32 Anti-inflammatorisches Zytokin IL-10; Th2-Suppression; regulatorische T-Zellen. Reduzierte IL-10-Produktion bei AD-Patienten. IL-10-Promotor-Polymorphismen assoziiert mit AD-Schwere Entzündungsregulation

Epigenetische Mechanismen

DNA-Methylierung

TSLP & FCER1G-Hypomethylierung

Hypomethylierung von TSLP- und FCER1G-Promotorregionen in AD-Läsionen. Zigarettenrauch-Exposition erhöht AD-Risiko epigenetisch. Differenzielle Methylierungsmuster im Nabelschnurblut prediktiv für AD-Entstehung. miR-155 überexprimiert in T-Zellen bei AD → CTLA-4-Suppression.

Histon-Modifikation

H3K27ac an IL4/IL13-Loci

Erhöhte H3K27ac-Markierung (Aktivierungsmarker) an IL4-, IL13-, IL31-Promotoren in Th2-Zellen bei AD. JAK1/2-Inhibition (Baricitinib, Upadacitinib) verändert Histon-Phosphorylierungsmuster. HDAC-Aktivierung als therapeutischer Ansatz in Entwicklung.

MicroRNA

miR-155, miR-146a, miR-21

miR-155: überexprimiert in infiltrierenden T-Zellen der AD-Haut; hemmt CTLA-4 → T-Zell-Überaktivierung. miR-146a: anti-inflammatorisch; NF-κB-Hemmer; bei AD reduziert. miR-21: Th2-fördernd; erhöht in AD-Läsionen. Als diagnostische Biomarker und therapeutische Targets in Entwicklung.

05

Molekulargenetische Diagnostik

Routine-Gendiagnostik ist bei unkomplizierter AD nicht indiziert. Sie ist jedoch bei schwerem, atypischem Verlauf, Verdacht auf syndromale Ursachen oder vor Biologika-Therapie zur Endotypisierung sinnvoll.

Endotypisierung bei schwerer AD: Die Th2-Dominanz (FeNO, Blut-Eos, TARC/CCL17, Gesamt-IgE, sIgE) bestimmt das Biologika-Ansprechen. Dupilumab (Anti-IL-4Rα) wirkt Th2-breit; Tralokinumab/Lebrikizumab (Anti-IL-13) spezifisch gegen IL-13; Nemolizumab (Anti-IL-31RA) gegen Pruritus-Achse. JAK-Inhibitoren (Baricitinib, Upadacitinib, Abrocitinib) wirken breiter auf JAK1/JAK2.

FLG-Diagnostik und weiterführende Genanalytik

GendiagnostikMethodeIndikationKlinische Konsequenz
FLG-Mutationsanalyse Sanger-Sequenzierung oder NGS-Panel (R501X, 2282del4 + weitere) Schwere, frühmanifeste AD; atopischer Marsch mit schwerer Nahrungsmittelallergie; Familienberatung FLG-positiv: intensiviertes Barriere-Management, frühzeitige AIT, Asthma-Screening; Prognose (persistentere AD)
SPINK5-Panel NGS; Sanger-Sequenzierung Verdacht Netherton-Syndrom: ichthyotische Schuppung + Trichorrhexis invaginata (Bambus-Haar) + schwere neonatale AD Netherton-Syndrom: kausal; spezifische Therapie (Protease-Inhibitoren in Entwicklung)
STAT3-Panel (AD-HIES) Sanger / NGS; STAT3-Signaling-Assay Hyper-IgE (IgE > 2000 kU/l), Skelettanomalien, rezid. Pneumonien, Milchzahn-Retention, Gesichtsdysmorphien HIES: systemische Therapie; Aufklärung über Infektrisiken; genetische Beratung (AD-HIES autosomal dominant)
DOCK8-Panel (AR-HIES) NGS, array-CGH (Deletionen) Schwere AD + schwere virale Infektionen (HSV, HPV, Molluscum) + vaskuläre Anomalien + Lymphom-Risiko DOCK8-Defizienz: Stammzelltransplantation erwägen; konsequente Infektprophylaxe; immunologische Überwachung
Allergenkomponenten (CRD) ImmunoCAP-ISAC / Singleplex-IgE Nahrungsmittelallergie-Diagnostik; Kreuzreaktivitäten; AIT-Selektion; genuine vs. kreuzreaktive Sensibilisierung Therapierelevant: AIT nur bei genuiner Sensibilisierung; Eliminationsdiät nur bei positiver Provokation (DBPCFC)

Biomarker bei AD

BiomarkerReferenz / GrenzwertBedeutungEinsatz
Gesamt-IgEAltersabhängig; bei AD oft stark erhöhtAtopischer Hintergrund; Basis für IgE-basierte Therapien; korreliert moderat mit SchwereInitial; Monitoring
Spezifisches IgE (sIgE)≥ 0,35 kU/l = Klasse 1Ursächliches Allergen; AIT-Entscheidung; komponentenbasiert möglichInitial + bei Therapiefragen
TARC / CCL17> 450 pg/ml erhöhtTh2-Aktivierungs-Chemokine; korreliert eng mit AD-Schwere (SCORAD); Therapie-Monitoring unter DupilumabVerlauf; Biologika-Monitoring
Blut-Eosinophile< 300/µl normal↑ bei Atopie; korreliert mit AD-Schwere; Transiente Eosinophilenzunahme unter Dupilumab möglichInitial; Monitoring
Periostin> 23 ng/ml erhöhtIL-13-getriebenes Stromaprotein; Biomarker für Th2-high AD; in Studien mit Therapieansprechen assoziiertForschung; schwere AD
S100A8/A9 (Calprotectin)Hautlevel erhöht bei ADInnate-Immunaktivierung; S. aureus-assoziierte Exazerbation; Marker für kutane EntzündungExperimentell
06

Differenzialdiagnosen

Nicht jedes kindliche Ekzem ist eine atopische Dermatitis. Bei atypischer Lokalisation, fehlendem Therapieansprechen, ungewöhnlichem Alter oder Begleitsymptomen sind gezielte Differenzialdiagnosen auszuschließen.

ErkrankungWegweisende KlinikDiagnostikAbgrenzung zur AD
Seborrhoisches Ekzem (Säugling) Gelblich-fettige Schuppen; Kopf, Axillen, Windelregion; keine Familienanamnese; kaum Juckreiz; erstes Trimenon Klinisch; Pilznachweis (Malassezia); ggf. Biopsie Fehlendes Pruritus; keine Beugenlokalisation; selbstlimitierend; keine Atopie-Anamnese
Allergische Kontaktdermatitis Scharf begrenzte Ekzemherde; Zusammenhang mit Kontaktexposition (Nickel, Latex, Duftstoffe); akut nässend; jede Lokalisation möglich Patch-Test (Epikutantest, Standardreihe MOAHLFA); Anamnese Scharfe Begrenzung; Expositions-Zusammenhang; positiver Patch-Test; kein atopischer Marsch
Psoriasis vulgaris Scharf begrenzte, silbrig-schuppende Plaques; Streckseiten; Kopfhaut; Nagelveränderungen (Tüpfelnägel, Ölfleck) Klinisch; Auspitz-Phänomen; ggf. Biopsie (Histologie: parakeratotische Hyperkeratose) Silbrige Schuppung; Streckseiten-Lokalisation; kein erhöhtes IgE; Familienanamnese Psoriasis; kein atopischer Marsch
Skabies (Krätze) Intensiver nächtlicher Juckreiz; Milbengänge (Finger-Zwischenräume, Handgelenkbeugen, Genitalregion); familiäre Häufung Dermatoskopie (Milbengänge); Milbennachweis (Ausbürsten, Tesafilmabklatsch); Serologisch nicht möglich Milbengänge; familiäre Häufung; kein erhöhtes IgE; gutes Ansprechen auf Permethrin/Ivermectin
Ichthyosis vulgaris Generalisi­sierte fischförmige Schuppung; bevorzugt Streckseiten, Unterschenkel; Aussparung der Beugen; Palmoplantar­hyperlinearität Klinisch; FLG-Mutationsanalyse (häufig gleichzeitig AD!); Biopsie: fehlende Granularzellschicht Schuppen-Dominanz über Entzündung; beugenaussparend; FLG-Mutationen häufig; oft kombiniert mit AD (Überlappung)
Netherton-Syndrom Neonatale Rötung + ichthyotische Schuppung; Trichorrhexis invaginata (Bambus-Haar); sehr hohes IgE; rezidivierende Infektionen; Gedeihstörung Trichogramm; SPINK5-Mutationsanalyse; Biopsie; Immunglobuline Bambus-Haar pathognomonisch; neonatale Manifestation; SPINK5-Mutation; keine FLG-Assoziation
Hyper-IgE-Syndrom (HIES) Schwere AD-ähnliche Dermatitis; IgE > 2000 kU/l; rezidivierende Staphylokokken-Pneumonien; Skelettanomalien; Milchzahn-Retention; Gesichtsdysmorphien IgE-Quantifizierung; NIH-HIES-Score; STAT3-Gendiagnostik (AD-HIES); DOCK8 (AR-HIES) Extrem hohes IgE; Skelett-/Zahnauffälligkeiten; STAT3-Mutation; systemische Therapie erforderlich
Wiskott-Aldrich-Syndrom (WAS) Ekzem + Thrombozytopenie + Immundefekt (Trias); Jungen; rezidivierende Infektionen + Blutungen; Autoimmunmanifestation Kleines Blutbild (Thrombopenie + Mikrothrombozyten); WASp-Protein (Flowzytometrie); WAS-Genanalyse Thrombozytopenie; Mikrothrombozyt; Immundefekt; WAS-Mutation X-chromosomal; keine reine Th2-Erkrankung
Nummuläres Ekzem Münzförmige, scharf begrenzte, nässende Plaques; Streckseiten, Unterschenkel; keine Beugenlokalisation Klinisch; Patch-Test (Kontaktallergie?); ggf. Biopsie; Allergiediagnostik Münzform; keine Beugenlokalisation; oft keine Atopie-Anamnese; häufig bei trockenem Hauttyp
07

Therapiemöglichkeiten

Die Therapie folgt dem Stufenplan der S3-Leitlinie Atopische Dermatitis (AWMF 013-027, 2023). Basispfeiler sind Emollienzien-Basistherapie, topische Antientzündungstherapie, Triggermeidung und Patientenschulung. Bei mittelschwerer bis schwerer AD stehen moderne Biologika und JAK-Inhibitoren zur Verfügung.

Stufentherapie – S3-Leitlinie AD 2023

  • STUFE 1 Alle Patienten — Basistherapie (Emollienzien)

    Obligate Dauertherapie für alle AD-Patienten: Regelmäßige Anwendung rückfettender, feuchtigkeitsspendender Emollienzien (mindestens 2×/Tag; 150–300 g/Woche bei Kindern). pH-neutrale oder leicht saure Präparate (pH 4–6). Lipid-reiche Salben bevorzugt bei starker Trockenheit. Inhaltsstoffe: Ceramide, Harnstoff (≥ 5 % ab 2 Jahren), Glyzerin, Sheabutter. Lauwarme Kurzbäder (5 min), danach sofort eincremen (Soak-and-seal). Syndet-Verwendung (kein Seife). Trigger-Meidung (Wolle, Irritanzien).

    Emollienzien täglich · Syndet · pH-neutrale Reinigung
  • STUFE 2 Leichte AD — Topische Glukokortikoide (TCS) und/oder TCI

    Topische Kortikosteroide (TCS): Niedrig-potente TCS für Gesicht/Intertrigines (Hydrokortison 1 %, Klasse I). Mittelstarke TCS für Rumpf/Extremitäten (Methylprednisolonaceponat Klasse II, Mometasonfuroat Klasse III). Nur für akute Schübe; nicht dauerhaft. Topische Calcineurininhibitoren (TCI): Tacrolimus 0,03 % (ab 2 Jahre) / 0,1 % (ab 16 Jahre); Pimecrolimus 1 % (ab 2 Jahre). Steroid-sparend; geeignet für Gesicht, Hals, Intertrigines. Proaktive Therapie: 2×/Woche TCS oder TCI auf zuvor befallene Areale zur Rückfallprophylaxe.

    Hydrokortison 1 % · Mometasonfuroat · Tacrolimus 0,03 % · Pimecrolimus 1 %
  • STUFE 3 Mittelschwere AD — Topische PDE4-Inhibitoren, Phototherapie

    Topische PDE4-Inhibitoren: Crisaborol 2 % (Kinder ab 2 Jahre; zugelassen in USA / UK; EU-Zulassung begrenzt). Phototherapie (ab 8–12 Jahre sinnvoll): NB-UVB (311 nm) bevorzugt; alternativ UVA1; 3×/Woche; 20–30 Sitzungen/Zyklus. Nicht im Säuglings-/Kleinkindalter. Antiseptische Maßnahmen: Chlorhexidin-Bäder (0,005–0,01 %), Bleichmittel-Bäder (Kochsalz/Hypochlorit-Verdünnung) bei rezidivierender S.-aureus-Besiedlung. Proaktive Therapie: Weiterführung 2×/Woche.

    NB-UVB · Antiseptische Bäder · Crisaborol 2 % (EU limitiert)
  • STUFE 4 Schwere AD — Systemtherapie: Biologika

    Dupilumab (Anti-IL-4Rα; ab 6 Monate): Schwere AD bei unzureichendem Ansprechen auf topische Therapie. Dosierung gewichtsadaptiert (Kinder: 200–600 mg; alle 2–4 Wochen). EASI-75 in ~50–60 %. NW: Konjunktivitis (bis 40 %), Injektionsreaktion. Tralokinumab (Anti-IL-13; ab 12 Jahre): s.c. alle 2 Wochen. Lebrikizumab (Anti-IL-13; ab 12 Jahre): s.c. alle 2 Wochen (Initialdosis), dann alle 4 Wochen. Alle Biologika sind wirksam und sicher; kein systemisches Infektionsrisiko wie TCS/Ciclosporin. Weiterführung der Basispflege obligat.

    Dupilumab (ab 6 Mon.) · Tralokinumab (ab 12 J.) · Lebrikizumab (ab 12 J.)
  • STUFE 5 Schwere therapierefraktäre AD — JAK-Inhibitoren

    JAK-Inhibitoren (Small Molecules): Baricitinib (JAK1/2, ab 18 J.; oral täglich), Upadacitinib (JAK1; ab 18 J.; oral täglich), Abrocitinib (JAK1; ab 18 J.; oral täglich). Schneller Wirkungseintritt (1–2 Wochen vs. 4–16 Wochen Biologika). Cave: Screening auf Infektionen (TBC, Hepatitis, VZV) vor Therapiebeginn. Erhöhtes Infektrisiko (Herpes zoster); Blutbild-Monitoring. Nicht im Kindesalter zugelassen (Ausnahme: Abrocitinib ab 12 Jahre für AD in einigen Ländern). Off-Label: Ruxolitinib Creme (topisch, JAK1/2-Hemmer) in Evaluation.

    Baricitinib · Upadacitinib · Abrocitinib (ab 18 J.; Ausnahmen)
  • STUFE 6 Ultima Ratio — Konventionelle Immunsuppressiva

    Ciclosporin A (ab 16 J., off-label jüngere Kinder): Initial 3–5 mg/kg/d; Monitoring: Blutdruck, Nierenfunktion. Nur kurzfristig. Methotrexat (MTX, off-label): 7,5–15 mg/Woche oral/s.c.; Folsäure-Supplementation; Leberwert-Monitoring. Azathioprin (off-label): TPMT-Genotypisierung vor Therapie; Blutbild-Monitoring. Systemische Steroide: nur kurzzeitig (max. 2 Wochen) zur Krisenintervention; keine Dauermedikation bei Kindern wegen Wachstumshemmung und NW. Konventionelle Immunsuppressiva zunehmend durch Biologika verdrängt.

    Ciclosporin A · Methotrexat · Azathioprin – Biologika bevorzugen

Biologika & JAK-Inhibitoren – Übersicht

Dupilumab

Anti-IL-4Rα. Blockiert IL-4 + IL-13 simultan. Einzige Zulassung ab 6 Monaten. Wirksam bei AD, Asthma, Rhinosinusitis mit Polypen, EoE. EASI-75 ca. 60 %. Häufigste NW: Konjunktivitis.

Dupixent® · ab 6 Monate · s.c. alle 2–4 Wo.

Tralokinumab

Anti-IL-13-Antikörper. Selektive IL-13-Blockade. Zulassung ab 12 Jahren. EASI-75 ca. 33–56 %. Günstigeres Konjunktivitis-Profil als Dupilumab. s.c. alle 2 Wochen (initial), dann alle 4 Wochen möglich.

Adtralza® · ab 12 Jahre · s.c. alle 2–4 Wo.

Lebrikizumab

Anti-IL-13-Antikörper (anderes Epitop als Tralokinumab). Zulassung ab 12 Jahren (EU). Schnell wirksam. EASI-75 ca. 38–60 %. In CH noch nicht zugelassen (Stand 2024). Monatliche Erhaltungsdosis nach Initialdosis.

Ebglyss® · ab 12 Jahre · s.c. alle 2–4 Wo.

Nemolizumab (neu)

Anti-IL-31RA-Antikörper. Pruritus-spezifisch. Rascher Juckreiz-Abfall (innerhalb Tage). Zulassung EU 2024 für AD ab 12 Jahren. Kombinierbar mit TCS. NW: periphere Ödeme, Kopfschmerzen.

Nemluvio® · ab 12 Jahre · s.c. alle 4 Wochen

JAK-Inhibitoren

Baricitinib (JAK1/2), Upadacitinib (JAK1, stärkstes), Abrocitinib (JAK1). Oral täglich. Schneller Wirkungseintritt. Vorteil: Pruritus-Reduktion rasch. Cave: Screening + Monitoring obligat. Nicht < 18 J. (Ausnahmen).

Olumiant® · Rinvoq® · Cibinqo® · ab 18 J.

Nicht-pharmakologische Maßnahmen & Patientenschulung

💧

Basispflege (obligat)

2×/täglich Emollienzien; 150–300 g/Woche bei Kindern; pH-neutrale Syndet-Waschung; kurze lauwarme Bäder (5 min); sofort eincremen (Soak-and-seal). Kein Seife. Kein Wollkontakt.

📚

Neurodermitis-Schulung (AGNES)

Strukturierte Schulungsprogramme der AGNES e.V. für Kinder und Eltern. Altersgerecht (Säugling–Schulkind–Jugendliche). Schulung zu Pflege, Triggermeidung, Stressbewältigung, Notfallmanagement.

🧴

Antiinfektiöse Maßnahmen

Chlorhexidin-Bäder (0,005–0,01 %) oder Natriumhypochlorit (Bleach Bath) bei S.-aureus-Kolonisierung. Antiseptische Externa (Triclosan, Octenidin). Bei klinischer Superinfektion: systemische Antibiotika (Cephalosporine). HSV → Aciclovir sofort.

🧠

Psychosomatik

Kognitive Verhaltenstherapie bei Kratz-Teufelskreis. Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation, Biofeedback). Psych. Mitbetreuung bei ADHS-Komorbidität, Angststörung, Depression. Familien-Counseling.

🌊

Klimatherapie

Hochgebirgsklinik Davos (CH): stationäre Rehabilitation; UV-Licht, trockene Bergluft, reduzierte Milbenexposition. Ostsee-Klimatherapie (Sole, UV). Auch für Kinder ab Säuglingsalter verfügbar. Krankenkassen-anerkannt.

🥛

Ernährung & Allergieprävention

Eliminationsdiät nur bei gesicherter Nahrungsmittelallergie (DBPCFC-positiv). Keine prophylaktische Diät! Frühzeitige Introduktion von Erdnuss/Ei bei Risiko-Säuglingen. Stillen 4–6 Monate. Emolliens-Prophylaxe bei Hochrisiko-Säuglingen.

08

Expertenzentren D-A-CH

Spezialisierte Zentren und führende Fachexperten für pädiatrische atopische Dermatitis und Allergologie in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

🇩🇪 Deutschland
Prof. Dr. Thomas Werfel
Leiter Allergologie & Immunologie / Dermatologie
Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
HANNOVER
S3-Leitlinie AD (Erstautor); Th2-Pathophysiologie; Dupilumab-Studien; Neurodermitis-Grundlagenforschung
Leitlinien-ErstautorBiologikaTh2-Forschung
Prof. Dr. Petra Staubach-Renz
Leiterin Allergologie / Dermatologie
Universitätsmedizin Mainz
MAINZ
Schwere AD Kinder; Dupilumab ab 6 Monate; Urtikaria; Biologika-Studien; Lebensqualitätsforschung
Dupilumab KinderUrtikaria
Prof. Dr. Stephan Traidl
Dermatologie & Allergologie
Medizinische Hochschule Hannover
HANNOVER
Neurodermitis-Immunologie; Staphylococcus-aureus-Forschung; Biologika-Therapie; AD-Biomarker
S. aureusBiomarker
Prof. Dr. Matthias Schmuth
Leiter Dermatologie & Venerologie
Universitätsklinik Innsbruck (tirol-seitig)
INNSBRUCK / REGION
FLG-Forschung; Epidermale Barriere; Ichthyosen; Genodermatosen; Kinderdermatologie
FLG-BarriereIchthyosen
Prof. Dr. Ulf Darsow
Allergologie & Dermatologie
Technische Universität München / Helmholtz Zentrum München
MÜNCHEN
AD-Diagnostik; Atopie-Patch-Test; Pruritus-Forschung; europäische AD-Leitlinien (EADV)
Atopie-Patch-TestPruritus
PD Dr. Inken Hilger
Pädiatrische Dermatologie & Allergologie
Kath. Kinderkrankenhaus Wilhelmstift Hamburg
HAMBURG
Kinderdermatologie; schwere AD; Genodermatosen; Epidermolysis bullosa; jährlich ~3.000 Kinder
GenodermatosenKinderdermatologie
Prof. Dr. Bianca Schaub
Immunologie & Pädiatrische Allergologie
Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB)
BASEL / MÜNCHEN
Präventive Immunologie; Epigenetik; regulatorische T-Zellen; Bauernhof-Kohorte; AD-Prävention
PräventionEpigenetik
Prof. Dr. Rotraut Mössner
Dermatologie / Biologika-Therapie
Universitätsklinikum Göttingen
GÖTTINGEN
Schwere AD; JAK-Inhibitoren; Biologika-Vergleichsstudien; Real-World-Daten; Registerstudie TREATgermany
JAK-InhibitorenTREATgermany
🇦🇹 Österreich
Univ.-Prof. Dr. Verena Moosbrugger-Martinz
Dermatologie & Venerologie
Medizinische Universität Innsbruck
INNSBRUCK
FLG-Mutationen und regulatorische T-Zellen; AD-Pathomechanismus; Ichthyosen; Genodermatosen
FLG-ForschungReg. T-Zellen
Univ.-Prof. Dr. Zsolt Szépfalusi
Leiter Pädiatrische Allergologie
AKH Wien / Medizinische Universität Wien
WIEN
Schwere AD; Nahrungsmittelallergie; Biologika-Therapie; atopischer Marsch; Schulungs­programme
BiologikaNahrungsmittel
Prof. Dr. Gudrun Ratzinger
Dermatologie / Kinderdermatologie
Universitätsklinik für Dermatologie, MedUni Innsbruck
INNSBRUCK
Kinderdermatologie; Pädiatrische Dermatose; Genodermatosen; Autoimmundermatosen; Naevus-Sprechstunde
KinderdermatologieGenodermatosen
Pädiatrische Dermatologie MedUni Wien
Ambulanz für Pädiatrische Dermatologie
Dermatologie / AKH Wien
WIEN
Breites Spektrum Kinderdermatosen; Neurodermitis; Genodermatosen; Vaskuläre Anomalien; Mastozytosen; Psoriasis
NeurodermitisMastozytoseVaskulär
🇨🇭 Schweiz
Prof. Dr. Lisa Weibel
Leiterin Pädiatrische Dermatologie
Universitäts-Kinderspital Zürich (Kispi)
ZÜRICH
Kinderdermatologie; schwere AD; Genodermatosen; Epidermolysis bullosa; Hämangiome; ISSVA
Pädiatrische Derm.Epidermolysis bullosa
Prof. Dr. Jürg Lübbe
Dermatologie & Allergologie
Privatpraxis / Universität Bern
BERN
AD-Leitlinien EADV; Topische Therapie; Biologika; europäische AD-Konsensusleitlinien
EADV-LeitlinienTopische Therapie
Pädiatrische Dermatologie Inselspital
Pädiatrische Dermatologie-Sprechstunde
Inselspital Bern / Kinderklinik
BERN
Interdisziplinäre Sprechstunde (Allergologie, Humangenetik, Rheumatologie); Epidermolysis bullosa; Ekzem; Allergien (aha!)
Interdisziplinäraha!-Kooperation
Hochgebirgsklinik Davos
Dermatologische Rehabilitation
Hochgebirgsklinik Davos
DAVOS
Stationäre AD-Rehabilitation (Kinder + Erwachsene); UV-Klimatherapie; pädagogisches Betreuungsprogramm; Klinikschule; von CH + D Krankenkassen anerkannt
KlimatherapieRehabilitationKinder

Fachgesellschaften & Ressourcen: DDG – Deutsche Dermatologische Gesellschaft (derma.de) · GPA – Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin · AGNES – Arbeitsgemeinschaft Neurodermitisschulung e.V. (AGNES-Schulung) · Deutscher Neurodermitis Bund e.V. (dnb.de) · EADV – European Academy of Dermatology and Venereology · ÖGD – Österreichische Gesellschaft für Dermatologie · SDV/SGDV – Schweizerische Gesellschaft für Dermatologie · aha! Allergiezentrum Schweiz (Neurodermitis-Elternschulung) · TREATgermany – Nationales AD-Register