⚡ NOTFALL

Notfallprotokoll – Sofortmaßnahmen bei Anaphylaxie

Anaphylaxie-Notfallprotokoll für Kinder und Jugendliche (AWMF 2021)

SCHRITT 1 · SOFORT
Adrenalin intramuskulär – anterolaterale Oberschenkelregion – keine Verzögerung!
0,01 mg/kg i.m. · max. 0,5 mg
SCHRITT 2
Notruf 112. Lagerung: flach + Beine hoch. Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage. Bei Atemnot: sitzend. KEIN Aufrechtstehen!
112 · Schocklagerung
SCHRITT 3
Sauerstoff 10–15 L/min über Maske mit Reservoir. Auslöser entfernen (z.B. Stachel). Allergenexposition stoppen.
O₂ 10–15 L/min · Maske
SCHRITT 4
i.v.-Zugang großlumig. NaCl 0,9 % oder Ringer-Lactat: 20 ml/kg i.v. so schnell wie möglich. Reevaluation → weitere Bolusgaben.
NaCl/Ringer 20 ml/kg i.v. Bolus
SCHRITT 5 · ADJUVANT
H1-Antihistaminikum i.v. + Kortikosteroid i.v. (adjuvant, NICHT als Ersatz für Adrenalin!). Bei Bronchospasmus: Salbutamol-Inhalation.
Dimetinden 0,1 mg/kg · Prednisolon 2 mg/kg
ADRENALIN-WDHLG.
Keine Verbesserung nach 5–15 min: zweite Adrenalindosis i.m. Kein Ansprechen: Adrenalin i.v. (nur erfahrene Anwender + Monitor!)
2. EAI nach 5–15 min · i.v. nur stationär

Adrenalin-Dosierung im Kindesalter

KörpergewichtAdrenalin-Dosis i.m.Volumen (1:1.000)EAI-AuswahlBesonderheit
5–10 kg0,05–0,10 mg0,05–0,10 ml der 1:1.000 Lsg.Kein zugelassener EAI; AmpulleEltern ziehen auf; Allergenvermeidung Priorität; kardiologische Voruntersuchung empfohlen
10–15 kg0,10–0,15 mg0,10–0,15 mlEAI 0,15 mg (Anapen Jr.® / Fastjekt Jr.®) off-label; nach AufklärungKardiologisches Screening vor Verschreibung empfohlen
15–30 kg0,15 mg0,15 mlEAI 0,15 mg (Anapen 150® / Fastjekt Jr.® / Emerade 150®)Zugelassene Dosis ab 15 kg; Schuldosis i.m.
≥ 30 kg0,30 mg0,30 mlEAI 0,30 mg (Anapen 300® / Fastjekt® / Emerade 300®)Standard-Erwachsenendosis; bei ≥ 30 kg
i.v. (Intensiv)Titration 0,1–1 µg/kg/minVerdünnung 1:10.000 (0,1 mg/ml)Nur stationär / Intensiv / Monitor!9 ml NaCl + 1 ml Adrenalin 1:1.000 → 1:10.000

Wichtigste Grundsätze der Adrenalin-Therapie: (1) Adrenalin ist das einzige Leben rettende Medikament bei Anaphylaxie – kein anderes Medikament kann es ersetzen. (2) Frühzeitige Gabe entscheidet über den Verlauf. (3) Intramuskulär (anterolateraler Oberschenkel) ist der Standard – i.m. wird 3× schneller resorbiert als s.c. (maximale Plasmaspiegel nach 8 min i.m. vs. 34 min s.c.). (4) H1-Antihistaminika und Kortikosteroide sind ADJUVANT, nicht Erstlinientherapie. (5) Zweite EAI-Dosis bei fehlendem Ansprechen nach 5–15 min!

01

Grundlagen & Klassifikation

Die Anaphylaxie ist die schwerste Form der systemischen allergischen Sofortreaktion. Sie ist lebensbedrohlich, betrifft mehrere Organsysteme und erfordert sofortiges medizinisches Handeln. Pathophysiologisch wird sie durch Mastzell- und Basophilen-Degranulation ausgelöst, meistens IgE-vermittelt, seltener IgE-unabhängig.

EAACI-Definition: Anaphylaxie ist eine ernste, generalisierte oder systemische, allergische oder Hypersensitivitätsreaktion, die lebensbedrohlich oder fatal sein kann. Sie ist durch akutes Einsetzen von Symptomen mit Beteiligung verschiedener Organsysteme charakterisiert und erfordert sofortiges medizinisches Handeln. (EAACI/WAO International Consensus on Anaphylaxis, aktualisiert 2021)

Auslöser – altersabhängige Verteilung (Anaphylaxie-Register D-A-CH)

Nahrungsmittel (Kinder)~60 % · Erdnuss, Baumnuss, Milch, Ei, Weizen
Insektengift (Kinder)~20 % · Biene, Wespe
Medikamente (Kinder)~7 % · NSAID, Antibiotika
Latex~3 %
Idiopathisch~5 %
60 %
Nahrungsmittel als Auslöser bei Kindern
7–50
Inzidenz pro 100.000 / Jahr (steigend)
~3 %
Lebenszeitprävalenz Europa
50 %
Tragen EAI nicht konsequent bei sich

Häufigste Auslöser bei Kindern und Jugendlichen

~60 % (Kinder)

Nahrungsmittelallergene

Erdnuss (häufigstes, schwerstes Risiko), Baumnüsse (Haselnuss, Cashew, Walnuss), Kuhmilch (Säuglinge, Kleinkinder), Hühnerei, Weizen (inkl. WDEIA), Fisch, Krustentiere, Sesam. Versteckte Allergene in verarbeiteten Lebensmitteln häufigste Ursache schwerer Reaktionen.

~20 % (Kinder)

Insektengift

Bienengift (Phospholipase A2, Hyaluronidase) und Wespengift (Phospholipase A1, Hyaluronidase, Antigen 5). Lebensbedrohliche Reaktionen häufiger bei Erwachsenen als bei Kindern. Bei Kindern: meist urtikariell begrenzt; seltener Grad III–IV. Insektengift-AIT hocheffektiv (> 90 %).

~7 % (Kinder)

Arzneimittel

NSAID/ASS (häufigste Medikamenten-Ursache), Penicilline und Cephalosporine (IgE-vermittelt), Muskelrelaxanzien (Rocuronium → MRGPRX2), Röntgenkontrastmittel (hyperosmolar), mRNA-Impfstoffe (PEG-haltige Hilfsstoffe, sehr selten). Anaphylaxie nach Penicillin: sofortige Reaktion in 1 h.

Augmentationsfaktoren – erhöhen Schweregrad

FaktorMechanismusKlinische Konsequenz
Körperliche Anstrengung (Sport)Erhöhte Darmdurchblutung → beschleunigte Allergenabsorption; veränderte pH-Werte → Mastzellaktivierung; Weizensport-Allergie (WDEIA): Omega-5-Gliadin + SportSport nach Nahrungsmittel-Aufnahme bei Allergikern risikoreich; WDEIA-Aufklärung
NSAID / ASSCOX-1-Hemmung → Leukotrien-Überproduktion → Mastzellsensibilisierung; erniedrigte Schwelle für IgE-vermittelte ReaktionNSAID vor Allergen-Exposition vermeiden; bei bekannter NMA: Paracetamol statt Ibuprofen
Infekte (viral/bakteriell)Erhöhte Entzündungsbereitschaft → erniedrigte Anaphylaxie-Schwelle; Atemwegsinfekte erhöhen Bronchospasmus-Risiko; IL-33-Freisetzung verstärkt MastzellsensibilisierungBei aktivem Infekt: besondere Vorsicht bei Allergenexposition; OIT pausieren bei Infekt
Beta-BlockerBlockieren kardiostimulatorische Wirkung von Adrenalin → Anaphylaxie schlechter behandelbar; paradoxe Bradykardie möglich; Glukagon als AntidotBeta-Blocker bei Anaphylaxie-Risiko-Patienten sorgfältig abwägen; Glukagon bereithalten
ACE-HemmerHemmen Bradykinin-Abbau → erhöhte Angioödem-Neigung; können Anaphylaxie-Reaktionen intensivierenBei Anaphylaxie-Risiko: ACE-Hemmer kritisch hinterfragen; Alternative prüfen
Psychoemotionaler StressCRH-Freisetzung → direkte Mastzellaktivierung über CRH-Rezeptor-1; veränderte sympathoadrenerge RegulationStressmanagement bei chronischer Anaphylaxie-Belastung; psychologische Mitbetreuung
AlkoholBeschleunigte Allergenabsorption; Mastzelldegranulations-Modulation; ALDH2-Polymorphismus: verstärkte Flush-ReaktionAlkohol vor/bei Allergen-Exposition meiden (Jugendliche!)
Mastozytose / erhöhte BasaltryptaseErhöhte Mastzell-Last → verstärkte Degranulation; konstitutionell erhöhte Tryptase assoziiert mit schwereren Insektengift-AnaphylaxienBasaltryptase bei allen Anaphylaxie-Patienten bestimmen; bei > 11,4: Mastozytose-Abklärung
02

Klinische Symptome

Die Anaphylaxie ist definiert durch akutes Einsetzen von Symptomen in mindestens zwei Organsystemen. Haut und Schleimhäute sind am häufigsten betroffen (80–90 %), aber nicht obligatorisch – kardiovaskuläre Reaktionen können isoliert auftreten.

Schweregradskala nach Ring & Meßmer (modifiziert, AWMF 2021)

GradHaut / SchleimhautAbdomenAtemwegeHerz-KreislaufZNS
Grad I
Mild
Generalisierte Urtikaria, Angioödem, Flush, Konjunktivitis, JuckreizÜbelkeit, MissempfindungenRhinorrhoe, HeiserkeitTachykardie (>20/min)Angst, Unruhe
Grad II
Mittelschwer
Wie Grad IErbrechen, Stuhldrang, KrämpfeDyspnoe, Bronchospasmus, StridorHypotonie, ArrhythmieMerkliche Angst
Grad III
Schwer
Wie Grad I (kann fehlen!)Erbrechen, DefäkationBronchospasmus; Laryngödem; Hypoxie (SpO₂ < 90 %)Schock; Bewusstseinsverlust möglichBewusstseins­trübung
Grad IV
Lebensbedrohlich
Blass, zyanotischStuhl-/Urin­abgangAtemstillstand; ApnoeHerz-Kreislauf-Stillstand; PulslosigkeitBewusstlosigkeit; Koma

Kein Symptom ist obligatorisch! Hautzeichen fehlen bei 10–20 % der schweren Anaphylaxien (insbesondere bei Insektengift-Reaktionen). Die Schweregradklassifikation erfolgt nach der schwersten aufgetretenen Symptomkategorie, nicht nach der Häufigkeit. Primär kardiovaskuläre Anaphylaxien ohne Hautzeichen sind bei Kindern selten, aber möglich (cave: Mastozytose).

HAUT & SCHLEIMHAUT (80–90 %)

  • Generalisierte Urtikaria (Leitsymptom)
  • Angioödem (Lippen, Zunge, Kehlkopf, Augen)
  • Flush (plötzliche Rötung, Wärmegefühl)
  • Pruritus (Handflächen, Fußsohlen, Kopfhaut)
  • Konjunktivitis, periorbitales Ödem
  • Blässe (Vasokonstriktion; schlechtes Zeichen!)

GASTROINTESTINALTRAKT (~50 %)

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Kolikartige Bauchschmerzen
  • Stuhldrang, Diarrhoe
  • Schluckbeschwerden (Ösophagusödem)
  • Orales Kribbeln, Jucken (Frühzeichen)
  • Bei Kindern: oft erstes Zeichen nach Ingestion

ATEMWEGE (~40 %)

  • Heiserkeit (Larynxödem = Warnsignal!)
  • Inspiratorischer Stridor (obere Atemwege)
  • Bronchospasmus, Giemen
  • Dyspnoe, Tachypnoe
  • SpO₂-Abfall (< 90 % = Grad III)
  • Atemstillstand (Grad IV)

HERZ-KREISLAUF (schwere Reaktion)

  • Tachykardie (>20/min über Norm)
  • Blutdruckabfall (Hypotonie)
  • Schwindel, Synkope
  • Bewusstseinsverlust
  • Bradykardie (paradox, schlechtes Zeichen)
  • Herz-Kreislauf-Stillstand (Grad IV)

Biphasische Anaphylaxie

Biphasische Reaktion (Rebound): Bei 3–20 % der Anaphylaxie-Patienten tritt 1–72 Stunden nach der Primärreaktion (meist 4–8 Stunden) eine zweite Reaktionswelle auf, ohne erneute Allergenexposition. Pathomechanismus: Spätphasenreaktion durch Eosinophilen-Einwanderung und Leukotrien-Synthese. Risikofaktoren für biphasische Reaktion: Verzögerte Adrenalin-Gabe, schwere Primärreaktion, Antihistaminika-Gabe ohne Adrenalin. Konsequenz: Alle Patienten nach Grad II–IV mindestens 4–6 Stunden beobachten; Grad III–IV: stationäre Aufnahme 12–24 h.

03

Diagnostik

Anaphylaxie ist eine klinische Diagnose – die Behandlung darf nicht auf Laborbestätigung warten! Diagnostische Kriterien nach Sampson et al. (modifiziert): Anaphylaxie ist sehr wahrscheinlich, wenn eines von drei Kriterien erfüllt ist.

Sampson-Diagnosekriterien (AWMF 2021): Anaphylaxie ist wahrscheinlich bei: (1) Akuter Beginn (Minuten bis Stunden) mit Haut-/Schleimhautbeteiligung + mindestens einem weiteren Symptom (Atemwege oder Kreislauf); ODER (2) Zwei oder mehr der folgenden Symptome nach Allergen-Exposition: Haut, Atemwege, Kreislauf, GI; ODER (3) Blutdruckabfall nach bekanntem Allergen. Diese Kriterien sind sensitiv – Überdiagnose ist besser als verzögerte Behandlung.

  1. Klinische Diagnose im AkutfallAnamnese: Expositionszeitpunkt (Nahrungsmittel, Insektenstich, Medikament); zeitlicher Abstand (i.d.R. Minuten – 2 h); betroffene Organsysteme; Schweregrad nach Ring-Skala. Vitalzeichen: Puls, Blutdruck, SpO₂, Atemfrequenz, Bewusstseinsstatus. Inspektion: Urtikaria, Angioödem, Flush, Blässe, Zyanose. Auskultation: Giemen, Stridor.
  2. Serumtryptase (Biomarker der Mastzelldegranulation)Blutentnahme 1: so schnell wie möglich nach Reaktionsbeginn (optimal innerhalb 30–120 min). Blutentnahme 2: 1–2 h nach Reaktionsbeginn (Peak). Blutentnahme 3 (Baseline): ≥ 24 h nach Reaktion (Ruhewert). Erhöhte Tryptase bestätigt Mastzelldegranulation; normaler Wert schließt Anaphylaxie nicht aus (Sensitivität bei Nahrungsmittelanaphylaxie nur 15 % bei Kindern!). Basaltryptase > 11,4 µg/l → Mastozytose-Abklärung. MCAS-Kriterium: Anstieg ≥ 20 % + 2 µg/l über Basalwert.
  3. Allergologisches Work-up nach der Reaktion (≥ 4 Wochen später)Prick-Test mit verdächtigem Allergen (frisches Nahrungsmittel, Insektengiftextrakt, Medikament-Testbatterie). Spezifisches IgE (ImmunoCAP): Gesamtallergen + Allergenkomponenten (z.B. Ara h 2 für Erdnuss, Api m 1 für Biene, Ves v 5 für Wespe). Basaltryptase (immer!): Screening auf Mastozytose. Differentialblutbild. Gesamt-IgE.
  4. Ursachenabklärung: Auslöser identifizierenDetaillierte Allergenanamnese (24-h-Protokoll vor Reaktion): alle Nahrungsmittel, Medikamente, Kontakte; Zeitpunkt, Menge, Verarbeitungsform. Basierend auf Anamnese: zielgerichtete Allergentestung. Bei unklarer Ursache: Auslöser-Panel (häufigste Nahrungsmittelallergene + Insektengift + häufige Medikamente). Nahrungsmittelprovokation (OFC) nur in spezialisierten Zentren und nach Monaten.
  5. Mastozytose-Abklärung (bei erhöhter Basaltryptase)Basaltryptase > 11,4 µg/l (stabil, nicht im Anfall gemessen): Mastozytose möglich. Basaltryptase > 20 µg/l: Mastozytose wahrscheinlich → Knochenmarkbiopsie + KIT D816V-Analyse. Darier-Zeichen (mechanischer Reiz auf Haut → Urtikaria). Urtikaria pigmentosa (braune Makulae). Mastozytose erhöht Anaphylaxie-Schwere bei Insektengiftstich massiv → lebenslange Insektengift-AIT empfohlen.

Labordiagnostik bei Anaphylaxie

ParameterZeitpunktNormalwert / GrenzwertBedeutung
Serum-TryptaseAkut (30–120 min nach Onset) + Baseline (≥ 24 h)Normal < 11,4 µg/l; erhöht ≥ 11,4; Mastozytose-Abklärung ≥ 20Mastzellaktivierungsmarker; Spezifität 92 %, Sensitivität bei Nahrungsmittel-Anaphylaxie Kinder nur 15 %!
Histamin (Plasma)Im Anfall (max. 15 min nach Onset); sehr kurze Halbwertzeit!Erhöht bei AnaphylaxieSehr kurze HWZ (~15 min); schwierig zu messen; klinisch meist nicht hilfreich
Spez. IgE (nach Reaktion)≥ 4 Wochen nach Reaktion≥ 0,35 kU/l = sensibilisiertAuslöser identifizieren; Allergenkomponenten (Ara h 2, Api m 1, Ves v 5 u.a.)
Blutbild (Eosinophile)NachfolgendNormal < 500/µlEosinophilie: Atopie-Marker; bei Mastozytose: ggf. erhöht
KIT D816V-MutationBei Basaltryptase > 20 µg/lNegativ erwartetMastozytose-Nachweis; Aktivierungsmutation; Knochenmarkbiopsie indiziert
04

Molekulargenetische Grundlagen

Die Anaphylaxie ist die klinische Extremform der Mastzell-/Basophilen-Aktivierung. Molekulare Grundlage sind hochkomplexe Signalkaskaden, die nach IgE-Kreuzvernetzung ausgelöst werden. Genetische Suszeptibilitätsvarianten modulieren Schwellenwert und Schwere.

Mastzell-Signalweg bei IgE-vermittelter Anaphylaxie

Sensibilisierung

IgE-Produktion & FcεRI-Besetzung

Erstkontakt mit Allergen → Th2-Aktivierung → IL-4/IL-13 → B-Zell-IgE-Klassenwechsel → Allergen-spezifische IgE-Antikörper binden an FcεRI (Hochaffinität-IgE-Rezeptor) auf Mastzellen und Basophilen. Sensibilisierte Mastzellen sind für Jahre reaktionsbereit.

Effektor-Auslösung

IgE-Kreuzvernetzung → Signalkaskade

Allergen-Reexposition → Kreuzvernetzung von ≥ 2 IgE-Molekülen auf FcεRI → Lyn-Kinase phosphoryliert ITAM-Motive → Syk-Aktivierung → LAT/NTAL → PLCγ → Kalzium-Influx + PKC → Degranulation (Histamin, Tryptase, Heparin) + Lipidmediator-Synthese (LTC4, PGD₂) + Zytokin-Produktion.

IgE-unabhängige Wege

MRGPRX2 · Komplement · IgG

MRGPRX2 (Mas-related GPCR X2): IgE-unabhängige Mastzellaktivierung durch basische Peptide (Rocuronium, Kodein, Substanz P, Vancomycin) → erklärt Pseudo-Anaphylaxie. Komplement (C3a, C5a): Anaphylatoxine aktivieren Mastzellen direkt. IgG-mediiert (selten): Anti-Medikament-IgG → FcγRIII auf Basophilen.

Mastzell-Mediatoren und ihre klinische Wirkung

MediatorFreisetzungRezeptor / EffektKlinische Manifestation
HistaminPräformiert in Granula; Sofortfreisetzung (< 1 min)H1: Pruritus, Vasodilatation; H2: Magensekretion ↑; H1+H2: HypotensionUrtikaria, Flush, Pruritus, Hypotension, Tachykardie, GI-Symptome · Ziel: H1/H2-Antihistaminika
TryptasePräformiert; im Anfall ↑↑; Serum-Halbwertzeit ~2 hPAR-2-Rezeptor; Vasodilatation; KomplementaktivierungBiomarker der Mastzelldegranulation; diagnostische Bedeutung; PAR-2 hat teilweise protektiven Effekt
LTC4/D4 (Leukotriene)Neu synthetisiert (Arachidonsäure-Kaskade, 5-LOX); 5–30 minCysLT1-Rezeptor: Bronchokonstriktion +++; Vasodilatation; Schleimproduktion ↑Bronchospasmus; nasale Kongestion; Ödeme · Ziel: Montelukast (adjuvant)
PGD₂ (Prostaglandin D₂)Neu synthetisiert (COX-Weg); Mastzell-spezifischDP1/DP2(CRTH2): Vasodilatation; Eosinophilen-Rekrutierung; BronchospasmusFlush; Bronchokonstriktion; Eosinophilen-Einstrom
PAF (Plättchen-aktivierender Faktor)Neu synthetisiert; Mastzellen + ThrombozytenPAF-Rezeptor: Vasodilatation +++; Bronchokonstriktion; ThrombozytenaktivierungSchock; schwere Hypotonie; PAF-Spiegel korreliert mit Anaphylaxie-Schwere
HeparinPräformiert (Mastzell-Granula)Antikoagulation; Bindung von Histamin und ProteasenVerlängerte Gerinnungszeit bei schwerer Anaphylaxie; klinisch selten relevant

Genetische Suszeptibilitätsfaktoren

RISIKOGENE FÜR SCHWERE ANAPHYLAXIE

  • FCER1A (FcεRIα): erhöhte Rezeptorexpression → erniedrigte Schwelle
  • KIT (CD117): D816V-Aktivierungsmutation → Mastozytose → erhöhte Anaphylaxierate
  • TPSAB1 (α-Tryptase-Gen): Duplikationen → erhöhte Basaltryptase → Hereditary Alpha Tryptasemia → schwerere Anaphylaxien
  • MRGPRX2: Loss-of-function → reduzierte Pseudoallergie-Neigung; GOF → erhöhte Reaktivität
  • HLA-DRB1 / DQB1: Allergen-Präsentation → Sensibilisierungswahrscheinlichkeit

HEREDITARY ALPHA TRYPTASEMIA (HαT)

  • TPSAB1-Genduplikationen (3q21) → erhöhte α-Tryptase-Produktion
  • Autosomal-dominant; Prävalenz ~5 % der Bevölkerung
  • Erhöhte Basaltryptase (11–30+ µg/l) ohne Mastozytose
  • Assoziiert mit schwereren Anaphylaxien (v.a. Insektengift)
  • Diagnostik: Tryptase-Genotypisierung (TPSAB1-Kopienzahl)
  • Konsequenz: lebenslange Insektengift-AIT empfohlen
05

Molekulare Diagnostik

Molekulare Diagnostik bei Anaphylaxie fokussiert auf Allergenkomponenten-Diagnostik (Risikoabschätzung), Mastozytose-Ausschluss (KIT D816V) und Hereditary Alpha Tryptasemia (HαT).

Komponenten-Diagnostik zur Risikoabschätzung: (1) Erdnuss: Ara h 2 positiv = genuine Sensibilisierung, Anaphylaxierisiko hoch → EAI + OIT evaluieren. (2) Wespengift: Ves v 5 (Antigen 5) = genuine Wespensensibilisierung; Ves v 1 (Phospholipase) + Api m 1 (Biene) differenzieren Biene/Wespe. (3) Weizen: Tri a 19 (Omega-5-Gliadin) = WDEIA-Marker. Komponenten helfen, genuine von Kreuzreaktiven zu trennen und Therapie zu steuern.

DiagnostikMethode / GrenzwertIndikation
Serum-Tryptase (Basis)Fluoreszenz-Enzymimmunoassay; normal < 11,4 µg/l; ≥ 20 → Mastozytose-AbklärungObligat bei allen Anaphylaxie-Patienten; Screening Mastozytose + HαT
TPSAB1-Genotypisierung (HαT)qPCR: α/β-Tryptase-Kopienzahlanalyse; normal: 2α/2β (diploid)Bei persistierend erhöhter Basaltryptase ohne Mastozytose; schwerere Reaktionen; vor Insektengift-AIT
KIT D816V-MutationAllel-spezifische PCR; Knochenmarkbiopsie bei positiver MutationBasaltryptase > 20 µg/l; klinischer Mastozytose-Verdacht (Urticaria pigmentosa, Darier-Zeichen)
Allergenkomponenten (CRD)ImmunoCAP: Ara h 2, Api m 1/10, Ves v 1/5, Tri a 19, Fel d 1 u.a.Auslöser-Identifikation; Risikoabschätzung; AIT-Selektion (Biene vs. Wespe); WDEIA-Nachweis
Basophilen-Aktivierungstest (BAT)Flow-Cytometrie: CD63/CD203c nach Allergen-StimulationUnsichere sIgE-Befunde; Medikamenten-Allergie-Diagnostik; perioperative Anaphylaxie-Abklärung
06

Differenzialdiagnosen

Anaphylaxie ist eine klinische Diagnose. Wichtige Differenzialdiagnosen betreffen vor allem akute kardiopulmonale Notfälle und Erkrankungen mit Kreislauf- oder Atemwegsinstabilität.

ErkrankungWegweisende KlinikDiagnostikAbgrenzung zur Anaphylaxie
Vasovagale SynkopeKurzzeitige Bewusstlosigkeit nach Schmerz/Stress; Bradykardie; Blässe; schnelle spontane Erholung; KEINE Urtikaria, kein Angioödem, keine DyspnoeKlinisch; EKG; Tilt-TestKeine Allergen-Exposition; keine Urtikaria; Bradykardie (nicht Tachykardie); schnelle Erholung; normales Tryptase
Hereditäres Angioödem (HAE)Isoliertes Angioödem ohne Urtikaria; Bradykinin-vermittelt; keine Urtikaria; kein Pruritus; C4 erniedrigt; AH und Kortikosteroide wirkungslosC4 ↓; C1-INH ↓ / dysfunktional; SERPING1-MutationKein Pruritus; keine Urtikaria; C4 erniedrigt; kein Ansprechen auf Adrenalin/AH; Familienanamnese
Akute AsthmaexazerbationBekanntes Asthma; Bronchospasmus; kein Kreislaufversagen; keine Urtikaria; keine systemischen ZeichenPeak-Flow; SpO₂; ggf. BGAKeine systemischen Zeichen; kein Angioödem; kein Kreislaufabfall; bekannte Asthma-Anamnese; Allergen-Trigger fehlt oft
Flush-Syndrom (Karzinoide, MCAS)Flush; Tachykardie; GI-Symptome; keine Urtikaria; langsamer Beginn; keine klare Allergen-Exposition; chronisch rezidivierend5-HIAA-Urin (Karzinoide); Chromogranin A; Tryptase-Basis; SerotoninLangsamer Beginn; kein Allergen; chronisches Muster; 5-HIAA erhöht bei Karzinoid; keine Urtikaria
Panikattacke / HyperventilationTachykardie; Dyspnoe; Kribbeln (Tetanie durch Hypokapnie); KEINE Urtikaria; KEIN Blutdruckabfall; psychische Auslöser; normales TryptaseBGA (respiratorische Alkalose); KlinischNormaler Blutdruck; keine Urtikaria; Hypokapnie (BGA); psychische Auslöser; normales Tryptase
Anaphylaktische Mastozytose-EpisodeWie Anaphylaxie, aber ohne klaren Allergen-Trigger; rezidivierend; Urticaria pigmentosa; erhöhte Basaltryptase; Darier-ZeichenBasaltryptase ↑↑; KIT D816V; Knochenmarkbiopsie; Haut-BiopsiepigmentErhöhte Basaltryptase; Urticaria pigmentosa; Darier-Zeichen; KIT-Mutation; kein klarer Auslöser
07

Therapiemöglichkeiten

Die Anaphylaxie-Therapie umfasst Akutbehandlung (Adrenalin, Volumen, adjuvante Medikamente), Sekundärprophylaxe (Notfallset, EAI) und Langzeitmanagement (Allergenkarenz, AIT, Schulung). Adrenalin ist das einzige lebensrettende Medikament.

  • 1. WAHL SOFORTAdrenalin (Epinephrin) i.m. – Mittel der Wahl

    Adrenalin i.m. (anterolateraler Oberschenkel): 0,01 mg/kg Körpergewicht, max. 0,5 mg. α-Agonismus: Vasokonstriktion → Blutdruckanstieg, Ödem-Reduktion. β1-Agonismus: positiv inotrop, positiv chronotrop → Herzstimulation. β2-Agonismus: Bronchodilatation, Hemmung der Mediatorfreisetzung aus Mastzellen. Maximale Plasmaspiegel nach 8 min i.m. (vs. 34 min s.c.!). Wiederholung nach 5–15 min bei fehlendem Ansprechen. EAI (Autoinjektor): Anapen 150® / Fastjekt Jr.® (0,15 mg, ab 15 kg) und Anapen 300® / Fastjekt® (0,3 mg, ab 30 kg). Immer 2 EAI verordnen bei Risikopatienten!

    0,01 mg/kg i.m. · max. 0,5 mg · anterolat. Oberschenkel · Wiederholung nach 5–15 min
  • ADJUVANTH1-Antihistaminikum + Kortikosteroid (nicht Erstlinientherapie!)

    H1-Antihistaminikum i.v.: Dimetinden 0,1 mg/kg oder Clemastin 0,025 mg/kg – adjuvant, lindert Urtikaria/Pruritus; wirkt NICHT auf Kreislauf, Bronchospasmus oder Larynxödem. Kein Ersatz für Adrenalin! Kortikosteroid i.v.: Prednisolon 2 mg/kg (max. 50–100 mg) – adjuvant, verzögert biphasische Reaktion; Wirkungsbeginn nach 4–6 h; kein Einfluss auf akute Hämodynamik. Salbutamol-Inhalation: bei persistierendem Bronchospasmus trotz Adrenalin; 2,5–5 mg über Vernebler.

    Dimetinden 0,1 mg/kg i.v. · Prednisolon 2 mg/kg i.v. · Salbutamol inhalativ
  • VOLUMENi.v.-Volumentherapie – bei Kreislaufinstabilität

    Balancierte Vollelektrolytlösung (NaCl 0,9 % oder Ringer-Lactat): initial 20 ml/kg i.v. so schnell wie möglich (aus der Hand); nach Reevaluation: weitere Bolusgaben à 20 ml/kg bis hämodynamische Stabilisierung. Bei Kindern ≥ 40–60 ml/kg insgesamt möglich. Volumentherapie korrigiert relative Hypovolämie durch Vasodilatation + Kapillarleck – flankiert die Adrenalinwirkung, ersetzt sie nicht. Intraossärer Zugang: wenn kein i.v.-Zugang herstellbar.

    NaCl 0,9 % / Ringer-Lactat · 20 ml/kg Bolus · Wiederholung bis Stabilisierung
  • NOTFALLSETVerordnung von EAI und Notfallset – für jeden Risikopatienten

    Notfallset-Inhalt: (1) EAI (Adrenalin-Autoinjektor), (2) H1-Antihistaminikum oral, (3) Kortikosteroid oral (Prednisolon), (4) Salbutamol-Autohaler (bei Asthma-Komorbidität), (5) Schriftlicher Notfallplan. Indikationen für 2. EAI: Asthmakrankheit + schwere NMA; frühere schwere oder biphasische Reaktion; abgelegener Wohnort (> 20 min vom Notarzt); Mastozytose; unkontrolliertes Asthma; hohes Körpergewicht (Titrationsunsicherheit). Ab 10 kg: EAI 0,15 mg off-label nach Aufklärung; < 10 kg: Ampulle + Spritze durch Eltern. Gültigkeitsdauer: EAI regelmäßig auf Verfallsdatum prüfen; automatisch rezeptieren.

    EAI 0,15 mg (15–30 kg) · EAI 0,3 mg (≥30 kg) · + Notfallplan schriftlich · ggf. 2 EAI!
  • SCHULUNGAnaphylaxie-Schulung (AGATE) – obligat für Patienten, Eltern, Erzieher

    AGATE-Programm (Anaphylaxie-Schulungs- und Trainings-Programm): strukturiertes Schulungsprogramm für Patienten, Eltern, pädagogisches Personal. Inhalte: EAI-Anwendung (Simulation), Allergenkarenz im Alltag, Etikettenlesen, Notfallplan-Aktivierung, Schul- und Kitaintegration. Kita/Schule: Erzieher dürfen und sollen EAI anwenden (Berufspflicht zur Gefahrenabwehr; Schulung + schriftliche Einwilligung Eltern empfohlen). Allergiepass: immer beim Patienten; enthält Auslöser, Medikamente, Dosierungen, Notfallkontakte. Notfallplan (AGATE/GPA-Vorlage): in Schule, Kita, Sport hinterlegen.

    AGATE-Schulung · EAI-Simulation · Notfallplan Schule/Kita · Allergiepass

Langzeitmanagement & kausale Prävention

🐝

Insektengift-AIT (VIT)

Hocheffektive kausale Therapie bei Bienen- oder Wespengiftanaphylaxie: > 90 % Schutzrate. Indikation ab Grad II (bei Mastozytose ab Grad I). Dauer: 3–5 Jahre Erhaltung. Bei Mastozytose: lebenslang. SCIT; monatliche Erhaltungsinjektionen; Rush-Protokoll möglich.

🥜

Nahrungsmittel-OIT

Erdnuss-OIT (Palforzia® ab 1 Jahr, zugelassen 4–17 J.): Ziel Schwellendosis erhöhen, nicht Heilung. Milch- und Ei-OIT: off-label, in spezialisierten Zentren. Reduziert Anaphylaxie-Risiko bei akzidenteller Exposition. Cofaktoren (Sport, Infekt) während OIT beachten.

🚫

Allergenkarenz

Strikte Meidung des identifizierten Auslösers. Etikettenlektüre-Schulung. EU-Kennzeichnungspflicht: 14 Hauptallergene (seit 2014 Verordnung EU 1169/2011). Versteckte Allergene: häufigste Ursache schwerer Reaktionen im Alltag.

💊

Mastozytose-Therapie

Bei Mastozytose + Anaphylaxie: lebenslange Insektengift-AIT (ab Grad I). Antihistaminika dauerhaft (H1+H2). Ggf. Anti-IgE (Omalizumab) off-label als Add-on. NSAID-Meidung. KIT-Inhibitoren (Imatinib, Midostaurin) bei systemischer Mastozytose.

🧪

Neue Therapieansätze

Omalizumab (Anti-IgE) als Präventivum bei idiopathischer Anaphylaxie (off-label). Dupilumab: keine direkte Anaphylaxie-Indikation. Ligelizumab (Anti-IgE): in Studien. Gentherapie-Ansätze für IgE-Regulierung: präklinisch.

🧠

Psychologische Mitbetreuung

Chronische Anaphylaxie-Belastung → Angststörungen, posttraumatische Belastung (PTBS), soziale Einschränkungen. Lebensqualitäts-Beeinträchtigung erheblich. Strukturierte psychologische Unterstützung empfohlen bei Eltern und Kindern. AGATE umfasst psychosoziale Komponenten.

08

Expertenzentren D-A-CH

Führende Zentren und Experten für Anaphylaxie, pädiatrische Notfallallergologie, Anaphylaxie-Register und Insektengift-AIT in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

🇩🇪 Deutschland
Prof. Dr. Margitta Worm
Dermatologie & Allergologie / Anaphylaxie-Register
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Abt. Allergologie und Immunologie
BERLIN
Deutsches Anaphylaxie-Register (Leitung); AWMF-Leitlinie Anaphylaxie (Erstautoren); schwere NMA; Insektengift-AIT; Epidemiologie Anaphylaxie; AGATE; Biologika bei Anaphylaxie
Anaphylaxie-RegisterAWMF-LeitlinieAGATE
Prof. Dr. Kirsten Beyer
Pädiatrische Allergologie / Nahrungsmittelanaphylaxie
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Klinik für Pädiatrie m.S. PPI
BERLIN
Pädiatrische Anaphylaxie; Nahrungsmittel-Anaphylaxie; DBPCFC; EAI bei Kindern; OIT-Protokolle; AWMF NMA-Leitlinien; international Studienleitung
Päd. AnaphylaxieEAI KinderOIT
Prof. Dr. Franziska Ruëff
Allergologie / Insektengiftallergie
LMU Klinikum München, Klinik und Poliklinik für Dermatologie
MÜNCHEN
Insektengiftallergie; Anaphylaxie; Mastozytose + Insektengift-AIT; Tryptase-Diagnostik; AWMF-Leitlinie Insektengift 2022; Risikostratifikation
Insektengift-AITMastozytoseAWMF
Prof. Dr. Johannes Ring
Dermatologie & Allergologie
TU München / Derma Biederstein München
MÜNCHEN
Begründer der Ring-Meßmer-Schweregradskala; AWMF-Leitlinie Anaphylaxie (Federführung); Grundlagenforschung Anaphylaxie; EAACI-Anaphylaxie-Guidelines
Ring-Skala BegründerGrundlagen
AGATE – Anaphylaxie-Schulungsnetzwerk
Nationales Schulungsprogramm
AGATE e.V. (agate.de)
DEUTSCHLAND
Strukturiertes Schulungsprogramm für Patienten, Eltern, Kita/Schule-Personal; EAI-Training; Notfallplan-Vorlagen; Fortbildungen für medizinisches Personal
SchulungsnetzEAI-Training
Prof. Dr. Karin Hartmann
Dermatologie & Mastozytose-Zentrum
Universitätsspital Basel / Universität Basel
BASEL (DE-Kooperationen)
Mastozytose; Tryptase-Diagnostik; Hereditary Alpha Tryptasemia (HαT); Insektengift-Anaphylaxie bei Mastozytose; KIT D816V; Europäisches Mastozytose-Netzwerk
MastozytoseHαTTryptase
🇦🇹 Österreich
Univ.-Prof. Dr. Zsolt Szépfalusi
Pädiatrische Allergologie
AKH Wien / MedUni Wien
WIEN
Pädiatrische Anaphylaxie; Nahrungsmittelanaphylaxie; EAI-Verordnung Kinder; OIT; Österreichisches Anaphylaxie-Management; ÖGKJ-Leitlinienarbeit
Päd. Anaphylaxie ATEAI Kinder
Prof. Dr. Werner Aberer
Dermatologie & Allergologie
Medizinische Universität Graz
GRAZ
Arzneimittelanaphylaxie; Latex-Allergie; Anaphylaxie-Diagnostik; österr. Anaphylaxie-Leitlinienarbeit; Mastozytose; perioperative Anaphylaxie
Arzneimittel-Anaph.Perioperativ
Priv.-Doz. Dr. Petra Zieglmayer
Allergologie / Anaphylaxie-Management
Vienna Challenge Chamber / Österreich
WIEN
Anaphylaxie; Insektengiftallergie; Provokationsdiagnostik; AIT; österreichische Anaphylaxie-Fortbildungen; Patientensicherheit
Insektengift-AITAnaphylaxie-Mgmt
🇨🇭 Schweiz
Prof. Dr. Peter Schmid-Grendelmeier
Allergologie / Anaphylaxie
Universitätsspital Zürich / Allergiezentrum
ZÜRICH
Anaphylaxie; Insektengiftallergie; Mastozytose + AIT; Nahrungsmittelanaphylaxie; SGAI-Leitlinienarbeit; Europäische Allergologie-Netzwerke; seltene Anaphylaxie-Formen
Anaphylaxie CHInsektengift-AITMastozytose
Prof. Dr. Matthias Kopp
Pädiatrische Allergologie
Inselspital Bern
BERN
Pädiatrische Anaphylaxie; NMA-assoziierte Anaphylaxie; EAI-Verordnung Kinder; Prävention; GPP-Präsident; Schweizer Leitlinienarbeit
GPP-PräsidentPäd. Anaphylaxie
aha! Allergiezentrum Schweiz
Nationales Kompetenzzentrum
aha! Allergiezentrum Schweiz (aha.ch)
BERN
Patientenberatung Anaphylaxie; EAI-Schulungen; Allergiepass; Notfallplan-Vorlagen; Selbsthilfe; Kita/Schule-Schulungen; Schweizer Anaphylaxie-Register
PatientenberatungEAI-Schulung

Fachgesellschaften & Ressourcen: DGAKI – Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie · GPA – Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin (gpau.de) · AWMF S2k-Leitlinie Akuttherapie und Management der Anaphylaxie – Update 2021 (061-025) · EAACI Anaphylaxie Guidelines · WAO – World Allergy Organization · AGATE – Anaphylaxie-Schulungsnetzwerk (agate.de) · Anaphylaxie-Register DGAKI · aha! Allergiezentrum Schweiz (aha.ch) · DAB – Allergie- und Asthmabund · ÖGAI – Österreichische Gesellschaft für Allergologie